Klimaanlage - Was Sie beim Umgang mit ihrer Klimaanlage beachten sollten

Auto-Reporter, 23.04.2010

Klimaanlagen sind mehr als nur ein Komfortkriterium. Damit sie immer tadellos ihren Dienst verrichten und nicht mehr schaden als nützen, sind jedoch einige Spielregeln zu beachten. Speed Heads zeigt Ihnen, was Sie beachten müssen.

Auto Ratgeber: Klimaanlage - Was Sie beim Umgang mit ihrer Klimaanlage beachten sollten

Tipps zum richtigen Umgang mit der Klimaanlage - © Foto: GTÜ/AR

Für zugfreie Kühlung an heißen Tagen und gesunde, trockene Luft soll eine Auto-Klimaanlage sorgen, und das unter allen Bedingungen und bei möglichst geringen Kraftstoff- und Wartungskosten. Häufig ist das Gegenteil der Fall, und Klimaanlagen fördern Erkältungskrankheiten, Muskelverspannungen, allergische Reaktionen oder sie mutieren zu Spritfressern und verursachen teure Reparaturen. Wenn man ein paar Regeln beherzigt, die die GTÜ Gesellschaft für Technische Überwachung Autobesitzern jetzt aktuell mit auf den Weg gibt, ist Ärger vermeidbar.


Die richtige Temperatur

Klimaanlagen sorgen im Wesentlichen durch Temperaturabsenkung und Luftentfeuchtung für ein angenehmes Raumklima. An sonnigen Tagen leisten sie nachgewiesenermaßen einen Beitrag zur aktiven Sicherheit. Untersuchungen zeigen, dass bereits ab Innenraumtemperaturen von mehr als 24 Grad Celsius die körperliche Leistungsfähigkeit des Fahrers rapide sinkt. Mangelnde Aufmerksamkeit, schlechtere Reaktion und gesteigerte Aggressivität sind die Folge. Auf der anderen Seite sollte die Klimatisierung auch nicht zu kalt eingestellt werden, denn bei großen Differenzen zwischen Innen- und Außentemperatur setzen wir uns ebenfalls einer unnötigen körperlichen Belastung aus.

Tipp: Kühlen Sie nicht zu viel; mehr als acht Grad Differenz zur Außentemperatur sollten es nicht sein. Zwei bis drei Grad weniger als draußen sind optimal.


Optimale Luftfeuchtigkeit

Die Klimatisierung entzieht der angesaugten Außenluft durch die Kühlung Feuchtigkeit und sorgt so für körperliches Wohlbefinden. Ein einfach erklärbarer physikalischer Effekt, denn kühle Luft kann weniger Wasser aufnehmen als warme.

Tipp: Eine Klimaanlage verhindert das Beschlagen der Scheiben. Schalten Sie die Anlage auch bei feuchter Witterung ein. Ein zusätzliches Plus an Sicherheit für kalte Tage.


Die richtige Einstellung

Neben der optimalen Temperaturwahl ist auch auf die richtige Belüftung zu achten. Falsch ist es, das Gebläse auf null zu drehen, denn dann schaltet auch die Klimaanlage ab. Hohe Gebläsestufen wiederum verursachen unnötig Zug und Lärm. Höherwertigere Klimaanlagen werden automatisch geregelt. Mit wenig Aufwand lassen sich gewünschte Temperatur und optimale Kühlung auf die zahlreichen Luftauslässe im Fahrzeug verteilen. Aber auch bei den einfacheren, weniger effizienten, mechanisch geregelten Klimaanlagen findet sich in der Regel eine vernünftige Einstellung.

Tipp: Um trockene Augen und unangenehme Kälte auf der Haut zu vermeiden, sollten die Lüftungsdüsen im Armaturenbrett nicht direkt auf den Körper gerichtet werden. Tragen Sie bei sommerlichen Autofahrten möglichst leichte, langärmelige Kleidung. Für zugempfindliche Zeitgenossen ist das geradezu ein Muss.


Fenster schließen

Die Klimaanlage funktioniert am effizientesten bei völlig geschlossenen Fenstern. Selbst kleine Spalte sind von Nachteil. Ausnahme: Öffnen Sie die Fenster vor dem Start kurz, wenn der Wagen länger in der prallen Sonne stand, denn Innenraumtemperaturen um 60 Grad und mehr sind dann nicht ausgeschlossen.

Tipp: Möglichst im Schatten parken, gegebenenfalls Rollos herunterziehen. Klimaanlagen einiger teurer Modelle verfügen als Extra über eine Standlüftung, teilweise sogar mit Solarantrieb. Nutzen Sie diese Technik, wenn vorhanden.


Tiefkühlung kostet Sprit

Nicht nur aus gesundheitlichen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen sollte die Klimaanlage nicht zu kalt eingestellt werden. Im Extremfall kann der Höchstleistungsbetrieb einer Klimaanlage im Stadtverkehr einen Mehrverbrauch von über drei Litern pro 100 Kilometer verursachen. Ansonsten hält sich der Mehrverbrauch angesichts des Komfortgewinnes im akzeptablen Rahmen und schlägt bei Überlandfahrten zum Teil mit weniger als einen halben Liter pro 100 Kilometer zu Buche.

Tipp: Große Hitze im Auto möglichst nicht mit voller Leistung runterregeln; allenfalls ein erster dreiminütiger Kick ist akzeptabel. Stellen Sie bei Automatikanlagen die Wunschtemperatur anfangs ein bisschen höher ein und reduzieren Sie diese schrittweise. Das senkt den Lärmpegel.

Umluft intelligent nutzen

Klimaanlagen verfügen über eine sogenannte Umluftschaltung, die bei Bedarf die Frischluftzufuhr stoppt und stattdessen die vorhandene Luft umwälzt. Das spart Energie, weil anstelle der warmen Außenluft die bereits vorgekühlte Luft des Innenraums zirkuliert. Sofern die Klimaanlage nicht über einen sogenannten Luftgütesensor verfügt, der in bestimmten Situationen die Umluftschaltung automatisch aktiviert, sollte man zumindest bei Tunneldurchfahrten oder im Stau den Schalter drücken, um die Schadstoffbelastung im Innenraum zu reduzieren. Vom ständigen Umluftbetrieb raten die GTÜ-Experten ab, weil so dauerhaft keine Frischluft mehr ins Wageninnere gelangt und die Luft zu trocken wird.

Tipp: Zumindest bei Umluftbetrieb der Klimaanlage ist im Fahrzeug nicht zu rauchen, da sich der angesaugte Rauch auf dem Verdampfer der Kühlanlage absetzt und so zu dauerhaften Geruchsbelästigungen führen kann.


Klimaanlage regelmäßig einschalten

Der Klimaanlage gebührt ein Mindestmaß an Aufmerksamkeit. Halten Sie den Lufteinlass vor der Frontscheibe von Blättern frei, damit die Anlage frei „atmen“ und effizient arbeiten kann. Decken Sie deshalb auch im Innenraum die Lüftungsdüsen nicht ab. Schalten Sie die Anlage auch an kühlen Tagen zumindest zeitweise ein, um den Kühlkreislauf immer wieder zu aktivieren. Das schmiert die Dichtungen, damit sie nicht verspröden, und beugt drohendem Kühlmittelverlust vor. Vorzeitige Reparaturen werden vermieden.

Tipp: Gönnen Sie Ihrer Klimaanlage – auch im Winter! – wöchentlich einen mindestens zehnminütigen Betrieb, um das Kältemittel im Kreislauf zu halten.


Regelmäßige Wartung

Klimaanlagen brauchen Wartung. Ist die Anlage noch dicht? Stimmt der Füllstand des Kältemittels? Sinkt die Kühlleistung spürbar, deutet das auf einen Verlust des Kühlmittels hin. Nachfüllung ist unbedingt erforderlich, um teure Folgeschäden beispielsweise am Kompressor der Anlage zu vermeiden.

Tipp: Am besten lässt man die Anlage im Rahmen der ohnehin empfohlenen Inspektionen von einer Fachwerkstatt überprüfen. Undichtigkeiten etwa durch gealterte Schläuche und Dichtungen sollten beseitigt, die Anlage gereinigt und fehlendes Kühlmittel nachgefüllt werden.


Vorsorge für Allergiker

Klimaanlagen sollten normalerweise keine Pollenschleudern sein oder gar Brutstätten für Pilze und Bakterien. Das lässt sich in der Regel schon durch den vom Hersteller empfohlenen Filterwechsel und entsprechende Reinigung im Rahmen der Inspektion sicherstellen. Dennoch können sich in Einzelfällen entsprechende Keime im Filter ansiedeln oder verschmutzte Verdampfer unangenehme Gerüche speichern, die dann durch die Lüftung in den Fahrzeuginnenraum gelangen. Ein Problem zumal für Allergiker. Abhilfe schaffen im Extremfall nur die vom Hersteller empfohlenen häufig chemischen Reinigungsmethoden durch die Fachwerkstatt.

Der GTÜ-Tipp: Schalten Sie vor Fahrtende die Klimatisierung rechtzeitig aus und lassen das Gebläse weiterlaufen. So verringern Sie die Kondenswasserbildung in der Anlage und damit die Gefahr der Keimansiedelung.

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