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Alt 23.10.2006, 02:18   #1 (permalink)
speedheads
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Melkus RS 2000: Der wiedergeborene Ost-Sportler

Wir schreiben das Jahr 1979: Der letzte Melkus RS 1000 wird in Dresden gefertigt. Von dem einzigen Straßensportwagen der ehemaligen DDR entstanden exakt 101 Exemplare. Genau 30 Jahre später feiert der Rennsportwagen (voller Name der Abkürzung RS) als Melkus RS 2000 seine Wiedergeburt mit moderner Technik im neuen Design. Nur 25 Fahrzeuge pro Jahr wollen die Nachfahren der damaligen Rennsportlegende Heinz Melkus produzieren. Die flach auf dem Boden kauernde Flunder hat einen stolzen Preis: 107.500 Euro.

Melkus RS 2000 DDR Heinz Peter Sepp Flügeltüren Targa


Wie sein Vorgängermodell, konzipierten Peter und Sepp Melkus, Sohn und Enkel des berühmten Konstrukteurs, den Melkus RS 2000 als Leichtbausportwagen mit Rennsport-Technologie. Die Karosserie besteht aus Glas- und Kohlefaserwerkstoffen, das hochfeste Chassis aus Aluminium. Das geringe Gewicht von 950 Kilogramm und satten 270 PS auf der anderen Seite ermöglichen bei einem Leistungsgewicht von 3,5 kg/PS sehr gute Beschleunigungswerte und eine hohe Agilität in allen Kurvenlagen.

Markantes Design in Rennwagen-Optik

Das Design erinnert an den Melkus RS 1000, ohne dabei einen Retro-Charakter aufkommen zu lassen. Dabei strahlen die ausgeprägten Rundungen an den Kotflügeln eine enorme Kraft aus. Mit Blick auf die Aerodynamik wird der Unterboden des RS 2000 komplett geschlossen ausgeführt, während die ausgeprägte Frontlippe und der Heckdiffusor zusätzlich für einen optimalen aerodynamischen Abtrieb sorgen. Weitere markante Merkmale stellen die Heckpartie mit eingesetztem Mittelteil sowie die seitlich kombinierte Luftführung für Bremsentlüftung und Motorbelüftung dar.

Melkus RS 2000 DDR Heinz Peter Sepp Flügeltüren Targa


Als spektakulärstes Merkmal erweisen sich die am Dach angeschlagenen Flügeltüren, die Melkus vom RS 1000 übernahm. Die Flügeltüren bieten gegenüber einer normalen Coupé-Tür einen besseren Einstiegskomfort und schwenken nur wenige Zentimeter nach außen auf - ein Plus in engen Parklücken und Garagen. Auf Kundenwunsch liefert Melkus die Türen im Dachbereich mit eingefärbten Glassegmenten, die sich leicht demontieren lassen, so dass eine Targa-Variante des Melkus RS 2000 entsteht.

Kleiner Motor mit großer Power

Weite Teil der Technik des Melkus RS 2000 stammen vom Lotus Exige. Für den Vortrieb des RS 2000 sorgt ein 1,8 Liter großer Vierzylinder von Toyota, dessen Leistung Melkus mittels Kompressor auf 270 PS steigerte. Das reicht für den schnellen Spurt von 0 auf Tempo 100 in nur 4,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. So lässt sich der Sportler in seinem Stammrevier wahrlich durch die Kurven jagen. Dabei soll der Melkus RS 2000 durchschnittlich 9,8 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen. Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles 6-Gang-Getriebe.

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Exklusives Interieur-Design nach Kundenwunsch

Zur Grundausstattung des Melkus RS 2000 gehören technische Raffinessen, wie zum Beispiel ein mechanischer Strömungslader mit Ladeluftkühlung, ein auf der Rennstrecke abgestimmtes Sportfahrwerk und geschmiedete Leichtmetallfelgen. Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle befinden sich genauso an Bord wie Fahrer- und Beifahrerairbag.

Wer in den aufwendig gesattelten Sportsitzen Platz nimmt, ist ringsum von hochwertigem Echtleder und Aluminium-Zierelementen umgeben. Die Innenraum-Gestaltung wird mit jedem Kunden individuell abgestimmt, angefangen bei der Auswahl der serienmäßig zweifarbigen Lederausstattung bis hin zu unterschiedlichen Nahtvarianten. Somit wird jeder Melkus RS 2000 zum Unikat.

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Als Komfortmerkmale sind die serienmäßig integrierte Klimaanlage, elektrische Fensterheber und elektrisch verstellbare Außenspiegel sowie ein Kofferraum mit 225 Litern Stauraum zu nennen. Die Rennsport-Gene vertragen sich mit einer guten Alltagstauglichkeit. Der im September 2005 verstorbene Firmen-Gründer Heinz Melkus erlebte den Nachfolger des RS 1000 nicht mehr, doch er wäre vermutlich stolz darauf gewesen.

Melkus RS 1000: Der einzige DDR-Sportwagen

Für viele fast unglaublich, wurde sogar in der ehemaligen DDR ein Mittelmotor-Sportwagen produziert, der Melkus RS 1000. Nach der Produktion erfolgreicher Formel-Rennwagen in den 1960er-Jahren, wollte der Rennfahrer Heinz Melkus einen Sportwagen bauen, der sowohl im Rennsport als auch für den normalen Straßenverkehr tauglich sein sollte.

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Melkus setzte seine Idee mit viel Idealismus, technischem Verstand und politischen „Kunstgriffen" im Jahre 1969 um. Von der „Zentralen Sportkommission“ der DDR nicht gewünscht, pries Heinz Melkus den RS 1000 als Geschenk zum 20. Jahrestag zur Gründung der DDR an. Da konnten selbst die Gegner beim Staat nicht mehr Nein sagen.

Bis zum Jahre 1979 realisierte Melkus insgesamt 101 Modelle des RS 1000 auf Basis des Wartburg 353 mit einem flüssiggekühlten 3-Zylinder-Reihen-Zweitaktmotor. Weitere Bauteile stammten vom Trabant oder wurden in Eigenregie hergestellt. Optisch auffällig waren schon damals die sich nach oben hin öffnenden Flügeltüren.

Damals erreichte die 850 Kilogramm wiegende Straßenversion mit 70 PS eine Höchstgeschwindigkeit von 165 km/h und die 680 Kilogramm leichte Rennversion mit Sportvergaser und 100 PS sogar 210 km/h.
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Christian

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