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Chrysler insolvent - Neues Unternehmen mit Fiat
C. Brinkmann, 02.05.2009
Chrysler geht in die Insolvenz, nachdem Verhandlungen mit den Gläubigern des Unternehmens über einen Schuldenerlass platzten. Der US-amerikanische Automobilbauer bot den Gläubigern bei einem Schuldenverzicht angeblich im Gegenzug Anteile am Unternehmen an, was die Notwendigkeit eines Insolvenzverfahrens verhindert hätte. Vermutlich schuldet Chrysler über 40 Banken und Hedgesfonds ca. 6,9 Millionen US-Dollar.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen reichte Chrysler am 30.04.2009 mit 24 seiner einhundertprozentigen Tochtergesellschaften in den USA unter Federführung des U.S. Finanzministeriums freiwillig Anträge unter Chapter 11 des US-Insolvenzgesetzes beim Insolvenzgericht für den Southern District of New York ein.
Chrysler wird außerdem einen Antrag unter Abschnitt 363 des Insolvenzgesetzes stellen und damit um die schnelle Anerkennung des Gerichtes für eine Vereinbarung mit Fiat und den Verkauf der erstrangigen Anlagegüter an ein neues Unternehmen ersuchen. Der Vorteil dieser Einreichung ist die Schnelligkeit: Sie sollte innerhalb eines Zeitraumes von 30 bis 60 Tagen die Entstehung eines schlankeren, neuen Unternehmens ermöglichen. Jedoch könnten die Gläubiger nach wie vor mit ihren Ansprüchen das Insolvenzverfahren blockieren
Nach dem Verfahren und von den Schulden entlastetet, plant Chrysler, zusammen mit Fiat ein neues Unternehmen zu gründen, an dem Fiat anfangs 20 Prozent erhält und später mit insgesamt 35 Prozent einsteigen will. Auf diese Weise wollen Chrysler und Fiat ihre jeweiligen Produktionsstrukturen und ihre Zulieferbasis optimieren und sich gegenseitig den Zugang zu weiteren Märkten verschaffen. Antriebe und Komponenten von Fiat werden auch in Chrysler-Werken produziert.
Während des Restrukturierungsprozesses von Chrysler will die US-Regierung ausreichend Finanzierungsmittel zur Eigenverwaltung des Unternehmens zur Verfügung stellen, um das Tagesgeschäft aufrecht zu erhalten. Das Unternehmen wird ohne Unterbrechung Garantieansprüche begleichen, Zulieferer bezahlen und das Händlernetz aufrechterhalten.
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