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Herrschaftsübernahme: Porsche will 75 Prozent der VW-Aktien

C. Brinkmann, 27.10.2008

Porsche entschloss sich am Wochenende, aufgrund der dramatischen Verwerfungen auf den Finanzmärkten seine Aktien und Kurssicherungspositionen im Zusammenhang mit der Übernahme der Volkswagen AG, Wolfsburg, offenzulegen. Demnach hielt Porsche am Ende der vergangenen Woche 42,6 Prozent der Volkswagen-Stammaktien sowie zusätzlich 31,5 Prozent Cash gesettelte Optionen auf Volkswagen-Stammaktien zur Kurssicherung, was in der Summe einen Betrag von 74,1 Prozent ergibt.

Porsche Volkswagen VW Übernahme Aktien Option Beherrschung Kurs Cash gesettelt


Bei Auflösung dieser Cash gesettelten Optionen, erhält Porsche die Differenz zwischen dem dann aktuellen Volkswagen-Kurs und dem darunter liegenden Absicherungskurs (dem sogenannten „Strike“) ausbezahlt. Die Volkswagen-Papiere werden zum jeweils aktuellen Kurs gekauft.

Zielsetzung von Porsche ist es, sofern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, im Jahr 2009 auf 75 Prozent aufzustocken und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag freizumachen. An dem Fahrplan, noch im November/Dezember 2008 die 50 Prozent-Hürde bei VW zu nehmen, wird unverändert festgehalten.

Mit der Offenlegung möchte Porsche den sogenannten Shortsellern - also Finanzinstituten, die auf einen fallenden VW-Kurs gewettet haben oder noch wetten - Gelegenheit geben, ihre Positionen in Ruhe aufzulösen. Hinzu kommt, dass nach Presseberichten vom Wochenende die EU Kommission schon in überschaubarer Zukunft die von der Bundesregierung geplante Neuauflage des VW-Gesetzes als europarechtswidrig einstufen wird. Es ist zu erwarten, dass in der Folge eine erneute Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) eingereicht wird.

Auch die Tatsache, dass sich die Porsche-Eigentümerfamilien Porsche und Piech geschlossen und uneingeschränkt hinter das Vorgehen der Porsche-Vorstände Dr. Wendelin Wiedeking und Holger Härter stellen, bestärkte den jetzt erfolgten Schritt zur Offenlegung. Die Familien sprachen sich eindeutig für eine Beherrschung des Volkswagen-Konzerns durch Porsche aus.

Kommentare:

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Der Aufsichtsrat der Porsche Automobil Holding SE hat in seiner außerordentlichen Sitzung am 22.07.2009 dem Vorschlag des Vorstandes zugestimmt, eine Kapitalerhöhung im Volumen von mindestens 5 Milliarden Euro vorzubereiten. Diese kann in Form einer Bar- und/oder auch einer Sacheinlage geleistet werden. Damit sollen die Voraussetzungen für die Bildung eines integrierten Automobilkonzerns aus Porsche SE und Volkswagen AG geschaffen werden.

speedheads am 23.07.2009 um 01:56:10

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