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Hoffen und Bangen: Der Milliarden-Poker von GM auf Kosten Opels?

Auto-Reporter, 18.02.2009

Für deutsche Ohren klingt der Name des Sanierungsprogramms von General Motors (GM) zynisch: Renaissance. Für die Amerikaner besitzt der Name zumindest eine doppelte Bedeutung; denn das GM-Hauptquartier sitzt seit ein paar Jahren in Detroit im Renaissance-Center, und die Idee einer Wiedergeburt hat für sie sicher auch ihren Reiz. Aber noch ist nicht klar, ob in der US-amerikanischen Automobilwirtschaft nicht doch alles in Schutt und Asche fällt, weil eine Insolvenz immer noch nicht ausgeschlossen werden kann und vielleicht sogar gewollt sein könnte. Dann passt die Parallele zu „Phönix aus der Asche“ eher als die Erinnerung an die Zeit, in welcher der Verstand über den Glauben siegte.

GM General Motors Hauptverwaltung Renaissance center

GM-Hauptverwaltung im Renaissance-Center (Detroit), Copyright United Pictures


26.000 Arbeitsplätze will GM außerhalb Amerikas streichen. Europa wird also betroffen sein, Opel auch. So bekommen die Spekulationen, die gestern in den Medien die Runde machten, heute neue Nahrung. Insider vermuten, die Werke in Bochum (5.000 Arbeitsplätze) und Antwerpen sollen geschlossen, das Werk in Eisenach, das erst 1992 eröffnet wurde, verkauft werden. Ebenfalls auf der Schließungsliste steht möglicherweise ein Saab-Werk in Schweden.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz ahnt Böses und sieht hinter den Schreckensszenarien aus der Konzernzentrale frustrierte GM-Manager am Werk. Das „Handelsblatt“ zitiert ihn mit der Behauptung „Ich gehe davon aus, dass es auch Menschen im Management von GM gibt, die Bestrebungen haben, verbrannte Erde zu hinterlassen.“ Franz warnt in dem Blatt davor, das zuzulassen. „Wir werden das niemals akzeptieren. Das sind Menschen, die niemals einen Beitrag zum Wohl von General Motors oder Opel geleistet haben.“

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, der sich zur Zeit mit einer Rettungsmission in den USA aufhält, warnt die GM-Führung vor Werksschließungen in Deutschland und Europa. "Ich möchte, dass hier jeder Manager weiß, dass er nicht einfach in Amerika Entscheidungen treffen kann, die dann in Deutschland, in Europa, in Nordrhein-Westfalen geschluckt werden müssen", sagte er am Dienstag in einem Interview mit dem Westdeutschen Rundfunk in Washington.

Laut „Spiegel online“ warnt Rüttgers das GM-Management eindringlich: "Wer meint, er könne einfach Werke stilllegen, muss wissen, dass das eine sehr teure Geschichte wird, dass das auch den Widerstand nicht nur der Politik, sondern auch von Opel zur Folge haben wird." Er glaube nicht, dass GM ohne Opel auf Dauer überleben könne. "Keiner kann alleine existieren, auch nicht General Motors ohne Opel." Rüttgers kündigte an, sich dafür einzusetzen, "die Arbeitsplätze in Deutschland, in Nordrhein-Westfalen, aber auch die Unternehmensstandorte" zu erhalten. Zudem mahnte er eine gemeinsame Lösung und "tragfähige Unternehmenskonzepte" an.

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GM kündigte vor einigen Tagen an, den Überbrückungskredit der Bundesregierung vom Mai 2009 bis Ende dieses Monats zurückzuzahlen. Insgesamt soll Opel aus öffentlichen Kassen 800 Millionen Euro erhaltne haben.

Am Freitag, den 13.1.2009, sagte Enrico Digirolamo, GM Europe Vice President and Chief Financial Officer: "General Motors hat heute weitere 200 Millionen Euro des Brückenkredites für Opel zurückbezahlt. Der noch ausstehende Betrag in Höhe von 400 Millionen Euro wird bis 30. November bezahlt werden."

speedheads am 15.11.2009 um 02:14:30

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