Ford Focus ST (2013) Test: Der König ist tot, lang lebe der König!

, 07.01.2014


Ford ergänzt das „Sport Steering“-System durch den TSC-Drehmomentausgleich (Torque Steering Compensation). Für den Einsatz im ST erhielt das TSC eine nochmals aggressivere Auslegung und erlaubt es dem Fahrer jetzt, selbst auf Straßen mit sehr unebenen Oberflächen oder bei großen Grip-Unterschieden zwischen den beiden angetriebenen Vorderrädern voll zu beschleunigen. In diesen Situationen erkennt das TSC-System den Drehmomenteinfluss auf die Lenkung und steuert über die Servo-Unterstützung automatisch gegen.

Der Focus ST glänzt zudem durch zahlreiche technische Helferlein, die in dieser Klasse alles andere als selbstverständlich sind. So ist es möglich, den Focus ST mit einem Fernlicht-Assistenten, einer Müdigkeitswarnung, dem Auffahrwarnsystem „Forward Alert“, einem Toter-Winkel-Assistenten, einem Spurhalteassistenten oder dem „Active City Stop“-System, das selbstständig abbremsen kann, auszustatten. Selbstverständlich sind auch die üblichen Helferlein wie Berganfahrassistent, Rückfahrkamera, Einparksystem und viele weitere erhältlich, die einem das Leben ungemein vereinfachen. Hier ist das Motto eindeutig: Nicht Kleckern sondern Klotzen.

Die Optik des Ford Focus ST ist alles andere als 0815

Auch optisch macht der Ford Focus ST einiges her, insbesondere in der Lackierung „Tangerine Scream“, die unser Testwagen trägt und sich am besten mit einer sommerlichen Mischung aus gelb-orangen Farbtönen beschreiben lässt. Durch die ST-typisch dynamisch gestalteten Front- und Heckschürzen, den Heckspoiler und seitlichen Schwellerverkleidungen macht der Focus ST sofort klar, dass hier kein Standard-Focus von A nach B fährt, sondern ein fahraktiver Renner lauert, der jede Gelegenheit nutzt, seine Potenz unter Beweis zu stellen.

Die sportlich ausgestellten Kotflügel vermitteln einen breitschultrigen Auftritt, währnd sich die schnittigen Hauptscheinwerfer mit einem feinen Band aus LED-Leuchten am oberen Rand weit in die Flanke hineinstrecken. Die eindrucksvoll gestaltete Heckschürze mit ihrem Diffusoreinsatz, der die beiden zentral positionierten Auspuff-Endrohre einrahmt, unterstreicht gekonnt den sportlichen Look.

Innenraum: Betont sportlich, dennoch alltagstauglich

Die ST-Version des Focus rückt das sportliche Ambiente des Cockpits noch klarer in den Fokus und glänzt mit sportlichen Details. Dies beginnt bei Details wie der Pedalerie, dem Lenkrad oder dem Schalthebel und reicht bis hin zu den speziellen Sportsitzen. Zu den Kernelementen der neuen ST-Philosophie gehören zudem dunkle Dachsäulen und der Dachhimmel, was einen sportlicheren Gesamteindruck schafft.

Die Sportsitze von Recaro bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Diese umfassen die Neigungsverstellung der Sitzkissen bis hin zur Sitzfläche, die sich in der Länge adaptieren lässt. Ebenfalls möglich ist eine besonders tiefe Sitzposition für Fahrer, die ihren Beitrag zu einem möglichst niedrigen Schwerpunkt leisten möchten.

Die Haptik der verwendeten Materialien im Innenraum wirkt ordentlich und sauber verarbeitet. Allerdings verwirrt die Mittelkonsole mit dem zentral platzierten Multimedia-System im ersten Augenblick durch eine Vielzahl an Knöpfen. Hier wäre weniger einfach mehr. Die Anordnung der Elemente erweist sich dennoch als durchaus logisch und gut erreichbar. Sehr gut gelungen ist hingegen die Bedieneinheit der Belüftung und der Klimaanlage.

Punktabzug gibt es beim Navigationssystem, das in unserem zweiwöchigen Test zweimal mit dem Fehler „Die Navigation steht nicht zur Verfügung“ ausfiel. Nachdem der SD-Karten-Slot mit dem Kartenmaterial allerdings erst einmal gefunden war, wir die Karte einmal herauszogen und neu einsetzten, lief alles wieder problemlos.

Mit drei eigenständigen Ausstattungs-Paketen, so wie dies in der Vergangenheit bereits in Großbritannien der Fall war, lässt sich der neue Ford Focus ST nach eigenen Wünschen konfigurieren. Das Einstiegspaket besitzt bereits Recaro-Stoffsitze, die „Power Keyfree“-Startfunktion, Einstiegsleisten mit ST-Logo und die serienmäßige ST-Rücksitzbank mit einer zentralen Armlehne. Dazu kommen eigenständige ST-Fußmatten, ein automatisch abblendender Innenspiegel, Scheibenwischer mit Regensensor und ein Scheinwerfer-Assistent mit Tag/Nacht-Sensor.

In dem nächsthöheren, optionalen Paket tritt der neue Ford Focus ST mit Teilleder für die Sitze und der Zwei-Zonen-Klimaautomatik EATC (Electronic Automatic Temperature Control) an. In der Spitzenausstattung ergänzen beheizbare und achtfach elektrisch verstellbare Ledersitze mit verstellbarer Sitzlänge und -neigung die spezielle Recaro-Rücksitzbank und Bi-Xenon-Scheinwerfer den Ford Focus ST.

Fazit: Ein sportlicher Allrounder mit einer Vorliebe für junge Familien

Was für den VW Golf das Kürzel "GTI" ist, das bedeutet "ST" beim Ford Focus - und damit braucht er sich wahrlich nicht zu verstecken. Der Ford Focus ST ist ein betont sportlicher Kompaktwagen, der durch seine Fahreigenschaften und Abstimmungsleistung glänzt. Dabei gibt er sich dennoch immer komplett alltagstauglich und bietet einen hervorragenden Kompromiss gerade für junge Familien, die einen erhöhten Platzanspruch haben. Ausreichendes Platzangebot und nach wie vor erhaltener Fahrkomfort sind stets präsent.

Wer sich auf der Suche nach einem sportlichen Kompaktwagen befindet, für den Komfort und Platzangebot keine Fremdwörter sind und der zudem einen satten Preisvorteil gegenüber dem direkten Konkurrenten aus Wolfsburg (Golf GTI) sucht, für den gibt es keine nennenswerte Gründe, nicht direkt loszuschlagen. Der Ford Focus ST ist bereits ab 27.950 Euro erhältlich.

Gerade in Bezug auf die üppigen Assistenzsysteme, die man in dieser Klasse häufig noch nicht findet, macht der Ford Focus ST eindrucksvoll klar, was möglich ist. Der Ford Focus ST bietet viel und verlangt wenig. Der König ist tot, lang lebe der König!

Technische Daten Ford Focus ST (2013):

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 1.999 cm³ | Leistung: 184 kW/250 PS | Drehmoment: 360 Nm bei 2.000-4.500 U/min (mit Overboost 380 Nm bei 1.900-3.500 U/min) | Vmax: 248 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 6,5 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 7,2 l/100 km | CO2-Emission g/km: 248 | Preis: ab 27.950 EUR

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1 Kommentar > Kommentar schreiben

15.01.2014

danke, interessanter Testbericht! :cool:


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