VW Golf GTE: Sport-Test - Was der Hybrid wirklich drauf hat

, 25.12.2014


Wir fuhren lässig elektrisch durch die Stadt, nutzten die Hybrid-Einstellung und scheuchten den VW Golf GTE im GTE-Modus über kurvige Landstraßen. Der Durchschnittsverbrauch hängt von der individuellen Fahrweise ab und wie lange der Fahrer den Golf GTE sportlich bewegt beziehungsweise in der Stadt unterwegs ist. Bei uns lag der Verbrauch im Mittel bei nur 3,5 Litern Benzin auf 100 Kilometern. Ein überzeugender Wert für ein Auto mit 204 PS, das sportliches Fahren bei Bedarf ermöglicht und sogar Passagen mit kräftigem Gas geben verzeiht. Die Gesamtreichweite gibt Volkswagen im Idealfall mit 939 Kilometern an.

Innenraum: Das unverwechselbare GTE-Feeling

Vertraut wirkt der hochwertig verarbeitete Innenraum. Analog zum Exterieur zeigt das sportliche Interieur des VW Golf GTE eine eindeutige Verwandtschaft zum GTI. Doch auch hier gilt, dass anstatt Rot wie im GTI, Blau die dominante Farbe ist und beispielsweise am Schaltknauf sowie bei den Ziernähten an den Sitzen und am Multifunktions-Lederlenkrad zum Einsatz gelangt. Das Raumangebot ist dazu beeindruckend und wird durch die clever integrierte Hybrid-Batterie in keinster Weise beeinträchtigt. Vorne finden 2,00 Meter große Personen bequem Platz. Sogar auf den Rücksitzen ist ordentlich Platz für 1,90 Meter lange Insassen.

Die Serienausstattung erweist sich als umfangreich. So setzen Dekoreinlagen in „Checkered Black“ an der Instrumententafel und an den Türverkleidungen ebenso Akzente wie zahlreiche Chrom-Applikationen, der charakteristische Stoffbezug „Clark“ der beheizbaren Sportsitze und die Pedalkappen in Edelstahl. Darüber hinaus schlägt die blaue Ambientebeleuchtung eine optische Brücke in die Welt der e-Mobilität.

Ebenfalls Serie: Den Golf GTE stattet Volkswagen mit einem hochauflösenden 16,5 Zentimeter großen Touchscreen-Display des Radiosystems „Composition Media“ aus. Optional ist das Radio-Navigationssystem „Discover Pro" erhältlich, das neben einem 20,3 Zoll großen Touchscreen unter anderem ein DVD-Laufwerk, eine Sprachbedienung, eine 3D-Kartennavigation mit Gebäudedarstellung und eine Festplatte umfasst. Ebenfalls möglich: Über den integrierten WLAN-Hotspot können die Beifahrer mit mobilen Endgeräten frei surfen und mailen.

E-Instrumente: Extra-Funktionen und clevere Steuerung per Smartphone

Auf der linken Seite der Instrumente ergänzt das Powermeter als zentrales Instrument den Drehzahlmesser. Der Fahrer sieht über diese Leistungsanzeige, wie viel Systemleistung er abruft respektive wie stark die Rekuperationsintensität ist. Der Tacho befindet sich nach wie vor rechts. In dem zwischen Powermeter und Tacho angeordneten Farbdisplay gibt es nun unter anderem eine permanente Anzeige der elektrischen Reichweite und des jeweiligen Betriebsmodus.

Der zentral positionierte Touchscreen besitzt im VW Golf GTE mehrere Extra-Funktionen, die sich nach einer kurzen Einarbeitungszeit schnell bedienen lassen. Ein Reichweitenmonitor illustriert die aktuelle Reichweite des Fahrzeuges grafisch und zeigt ergänzend das Reichweitenpotential etwaiger Nebenverbraucher an, so dass der Fahrer durch Abschalten der angezeigten aktiven Nebenverbraucher zusätzliche Reichweite zu gewinnen vermag. Die Energieflussanzeige stellt mittels einer animierten Grafik den Leistungsfluss beim Beschleunigen (blaue Pfeile) und Bremsen respektive Rekuperieren (grüne Pfeile) dar.

Über den e-Manager lassen sich wiederum bis zu drei Abfahrts- und Ladezeiten programmieren - zur definierten Zeit stellt das Fahrzeug die eingestellte Klimatisierung und den Ladestand der Batterie sicher. Parallel ist es möglich, das Heizen oder Kühlen des Innenraumes via serienmäßiger Standklimatisierung während des Ladens zu aktivieren. Die Klimatisierung erfolgt damit nicht zu Lasten der Batterieladung. Die Steuerung des e-Managers ist per Smartphone ebenso möglich wie das Abfragen von Fahrzeugdaten und des Fahrzeugstatus, wie zum Beispiel den Standort des Golf GTE oder ob alle Türen geschlossen sind.

Ebenso hilfreich: Den aktuellen Radius des VW e-Golfs stellt die „360°-Reichweite“ in der Umgebungslandkarte dar. Die innere Fläche beschreibt den Aktionsbereich für eine Hin- und Rückfahrt, die äußere Fläche hingegen die Reichweite bei einfacher Fahrstrecke. Das System zeigt Ladestationen an, die sich als Zwischenziel in die Route aufnehmen lassen.

Kofferraum: Wie wirkt sich die Batterie aus?

Im Vergleich zum herkömmlichen Golf muss der Kofferraum einige Einbußen hinnehmen, da sich unter dem herausnehmbaren Ladeboden ein Teil der Hybrid-Technologie verbirgt, der sonst als Ladevolumen zur Verfügung steht. In Zahlen ausgedrückt: Das Gepäckraumvolumen des VW Golf GTE beträgt 272 Liter, das bei umgeklappten Rücksitzlehnen auf 1.162 Liter wächst. Beim herkömmlichen Golf sind es 380 Liter beziehungsweise 1.270 Liter.

Positiv beim GTE: die niedrige Ladekante, die kleine Ladestufe zum Innenraum und die ebene Ladefläche bei umgeklappten Rücksitzen - all das erleichtert das Be- und Entladen. Verzurrösen sind ebenso vorhanden wie eine serienmäßige Durchlademöglichkeit. Dazu kommen Ablagen im Innenraum für die kleinen Mitbringsel. In die vorderen Türfächer passen sogar 1,5 Liter große Flaschen. Hinten könnte es allerdings mehr Ablagefächer geben.

Im Paket: Fahrer-Assistenten zum attraktiven Preis

Selbstverständlich sind für den VW Golf GTE alle Fahrerassistenz-Systeme des herkömmlichen Golfs erhältlich. Für 1.915 Euro offeriert Volkswagen eine ganze Armada an Systemen im „Fahrerassistenz-Paket“, die bei Einzelbestellung deutlich teurer wären. Dazu gehören unter anderem die automatische Distanzregelung ACC und das Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“, die das Fahrzeug durch automatisches Gas geben und Verzögern im gewünschten Abstand hinter dem Vordermann halten, oder die City-Notbremsfunktion, ein Spurhalte-Assistent, eine automatische Fernlichtregulierung, ein Ausparkassistent, der beim Rückwärtsausparken vor Querverkehr warnt, ein Geschwindigkeitsbegrenzer, eine Alarmanlage und mehr.

Clever für den City-Einsatz: Für nur 205 Euro Aufpreis gibt es die automatische Ein- und Ausparkfunktion „ParkAssist“. Die Parklücke darf wahrhaftig eng sein; denn dem „ParkAssist“ genügen lediglich 40 Zentimeter Rangierabstand vorne und hinten. Wer das seitliche Einparken in der Stadt an einer viel befahrenen Straße bislang aus Stressgründen vermied, kann dies nun ganz locker erledigen. Der Fahrer braucht nur Gas zu geben und zu bremsen, die Lenkarbeit übernimmt das Auto, so dass der Golf GTE schnell und sauber in der Lücke steht.

Fazit:

Fahrspaß ohne Verzicht: es sind diese zwei Seelen, mit denen der VW Golf GTE punktet. Der Sparer verwandelt sich auf Knopfdruck in einen Sportler - genau diese Mischung macht den besonderen Reiz dieses Plug-in-Hybriden aus. An den deutlich agileren Golf GTI kommt der Golf GTE unter sportlichen Aspekten jedoch nicht heran. So schön das alles klingt: der Grundpreis von 36.900 Euro muss erst einmal überwunden werden - auch wenn das Auto serienmäßig bereits umfangreich ausgestattet ist.


Technische Daten VW Golf GTE:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum Vierzylinder-Benzinmotor: 1.395 cm³
Leistung Benzinmotor: 110 kW/150 PS bei 5.000-6.000 U/min
Drehmoment Benzinmotor: 250 Nm bei 1.600-3.500 U/min
Leistung Elektromotor: 75 kW/102 PS
Drehmoment Elektromotor: 350 Nm
Gesamtsystemleistung: 150 kW/204 PS
Getriebeart: 6-Gang-DSG
Vmax: 222 km/h (rein elektrisch 130 km/h)
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,6 Sekunden
Durchschnittsverbrauch: 1,5 l/100 km
CO2-Emission: 35 g/km
Preis: ab 36.900 EUR

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