Subaru BRZ Sport+ Test: Upgrade für den Volkssportwagen

Christian Brinkmann, 05.03.2017

Der Traum von einem echten Sportwagen muss nicht teuer sein: Eines der besten Beispiele stellt der Subaru BRZ dar, der bereits ab 32.400 Euro erhältlich ist und eine heiße Kampfansage beinhaltet. Zum Modelljahr 2017 erhält der dynamische Japaner ein scharfes Facelift mit einigen Neuerungen und zusätzlicher Ausstattung. Doch was der neue Subaru BRZ Sport+ tatsächlich drauf hat, wie es um den Fahrspaß steht und ob sich der Sportwagen zum kleinen Preis lohnt, soll dieser Test zeigen.

Auto Test: Subaru BRZ Sport+ Test: Upgrade für den Volkssportwagen

Der Fahrspaß mit dem Subaru BRZ Sport+ ist immens hoch. - © Foto: Subaru

Bereits der Modellname „BRZ“ deutet auf das Konzept hin: Boxermotor und Hinterradantrieb („Rear-wheel drive“). Das „Z“ steht für „Zenit“ und ist als Kampfansage der Marke und als Verweis auf den Fahrspaß mit diesem Modell zu verstehen - genau den verkörpert der BRZ auch optisch.

Das Design besticht im Modelljahr 2017 durch eine noch aggressiver gezeichnete Frontpartie mit einem tief positionierten Kühlergrill vor der flachen, langen Motorhaube. Die wie Raubtieraugen wirkenden Voll-LED-Scheinwerfer verbessern die Ausleuchtung gegenüber herkömmlichen Xenon-Leuchten. Ebenfalls LED-Technik nutzen die C-förmigen Tagfahrleuchten, die Nebelscheinwerfer und erstmals auch die Rückleuchten.

Wie bei einem klassischen Sportwagen besitzt der BRZ eine weit nach hinten versetzte Fahrerkabine, während muskulös ausgestellte Radkästen den athletischen Eindruck unterstreichen. Der fortan von der Kofferraumkante losgelöste, auf kleinen Füßen stehende Heckspoiler erhöht die Fahrstabilität bei höheren Geschwindigkeiten. Neu gestaltete 17-Zoll-Felgen im 10-Speichen-Design tragen zu einer verbesserten Radsteifigkeit bei.

Antrieb: So legt der Motor des Subaru BRZ richtig los

Sicherlich stellt der Subaru BRZ nicht den leistungsstärksten Sportwagen seiner Klasse dar. Der 2,0 Liter große Vierzylinder-Boxermotor kommt auf 200 PS bei 7.000 U/min und generiert 205 Nm Maximaldrehmoment von 6.400 bis 6.600 Touren. Unten herum besitzt der Motor ohne Turbo keinen Punch. Von 0 auf 100 km/h vergehen sogar 7,6 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 226 km/h. Diese Werte beeindrucken erst einmal nicht.

Das kann nicht alles gewesen sein - und so ist es auch: Dieser Boxermotor will hochgedreht werden. Ab 4.000 Touren legt der BRZ richtig los. Auf Drehzahl gehalten, bietet das Triebwerk dann jede Menge Performance für passionierte Fahrer, während die knackige 6-Gang-Handschaltung und eine tiefe Sitzposition das intensive Fahrerlebnis steigern. Bei Vollgas unterstreicht dazu ab 4.000 Touren ein Soundgenerator den kernigen Klang, der bestens zum Fahrzeug passt.

Er hat sie: Genau diese Zutaten sorgen für einen überragenden Fahrspaß

Der Subaru BRZ braucht nicht mit Pferdestärken zu strotzen: Hier trifft ein drehfreudiger Frontmotor auf einen Hinterradantrieb und einen äußerst niedrigen Schwerpunkt. In Verbindung mit einem niedrigen Gewicht von nur 1.245 Kilogramm ohne Fahrer und der ausgewogenen, nahezu perfekten Balance von 53:47 zwischen Vorder- und Hinterachse, avanciert der Subaru BRZ zu einem Sportwagen, der in puncto Handling zu den besten auf dem Markt gehört - und genau das trägt zum überragenden Fahrspaß in Kurvenrevieren bei.

Das grandiose Fahrverhalten unterstützen die sehr präzise, viel Feedback bietende Lenkung und ein Torsen-Sperrdifferential, das die Kraft auf die Hinterräder verteilt. Die Federung legten die Macher kompromisslos straff aus - und das passt zum Charakter des Fahrzeugs.

Statt zuvor fünf, besitzt das Stabilitätsprogramm „Vehicle Dynamics Control“ (VDC) des Subaru BRZ fortan nur noch vier Stufen - den ehemals zweistufigen „Sport“-Modus führten die Macher in einem gemeinsamen „Track“-Modus zusammen. Im Modus 1 sind das Stabilitätsprogramm, die Differenzialsperre und die Traktionskontrolle aktiv und bieten selbst auf rutschigem Untergrund wie Schnee eine gute Traktion. Beim Modus 2 wird die Traktionskontrolle deaktiviert, um das Anfahren auf losem Untergrund zu erleichtern.

Der neue „Track“-Modus als dritte Einstellung ermöglicht leichtes Übersteuern bei engagierter Kurvenfahrt. Modus 4 bietet den perfekten Drift-Spaß; denn jetzt sind alle Assistenzsysteme außer Betrieb - in Kombination mit dem Handschaltgetriebe ist auch die Differenzialsperre deaktiviert. Sofort fällt auf, wie leicht sich der Subaru BRZ driften und dabei bestens kontrollieren lässt, wozu auch die nahezu perfekte Gewichtsverteilung beiträgt.

Innenraum: Diese Änderung fühlt sich verdammt gut an

War das bislang eine Plastikwüste. Zum Modelljahr 2017 besticht der Subaru BRZ Sport+ allerdings durch Softtouch und Leder - zum Teil mit roten Kontrastnähten abgesetzt. Es fühlt sich jetzt einfach gut an, mit der Hand zum Beispiel über das Armaturenbrett zu streichen. Die bei der Top-Variante „Sport+“ serienmäßigen Sportsitze mit einem Leder/Alcantara-Bezug umklammern mich derweil förmlich, bieten in jeder noch so dynamischen Fahrsituation einen idealen Seitenhalt und sind sehr bequem. Und wem es beim Drift-Spaß im Schnee bei klirrenden Außentemperaturen zu kühl ist: die Sportsitze verfügen sogar über eine Sitzheizung. Hartplastik dominiert jetzt nur noch die Mittelkonsole und das Handschuhfach.

Mit einer Länge von 4,24 Metern, einer Breite von 1,78 Meter und einer Höhe von 1,32 Metern ist der Subaru BRZ sehr kompakt gehalten. Dennoch können es sich auf den Vordersitzen bis zu 1,85 Meter große Personen richtig bequem machen. Hinten befinden sich zwei weitere Sitze, die eher als zusätzliche Ablage oder kleinen Kindern Platz bieten. Für Eltern interessant: Mit Ausnahme des Fahrersitzes verfügen alle Sitze über ISOFIX-Befestigungsmöglichkeiten. Der Nachwuchs wird sich mit einem fetten Grinsen für das Driften bedanken.

Doch Subaru überarbeitete den Innenraum noch weiter: Im Stile eines Sportwagens zieren die Instrumententafel ein großer, runder Drehzahlmesser und ein etwas kleinerer Tachometer. Zu den beiden Analoginstrumenten gesellt sich jetzt ein 4,2 Zoll beziehungsweise 10,7 Zentimeter großer LCD-Bildschirm, der neben den klassischen Fahrzeuginformationen eines Bordcomputers über einen G-Monitor die auf den BRZ wirkende Längs- und Querbeschleunigung anzeigt und Leistungs- und Drehmomentkurven des Motors anzeigt. Mit der integrierten Stoppuhr lässt sich außerdem die persönliche Rundenzeit auf der Rennstrecke stoppen.

Den Touchscreen des Infotainment-Systems vergrößerte Subaru auf 6,2 Zoll, was 15,7 Zentimetern entspricht. Das System bindet über „Subaru Starlink“ außerdem ein Smartphone (Android Auto und Apple CarPlay) ins Fahrzeug ein, um ausgewählte Apps und Inhalte ins Auto zu bringen, wie zum Beispiel Internet-Radio. Das Angebot kann allerdings noch deutlich ausgebaut werden. Ein AUX- und USB-Anschluss und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung befinden sich selbstverständlich ebenfalls an Bord.

In der Basisversion „Sport“ verfügt der Subaru BRZ bereits serienmäßig über das Audiosystem mit dem 6,2 Zoll großen Touchscreen, sechs Lautsprechern, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und „Subaru Starlink“. Auch ein Berganfahrassistent, eine Klimaautomatik, elektrische Fensterheber sowie elektrisch anklapp-, einstell- und beheizbare Außenspiegel gehören zum Serienumfang der Basisvariante.

Kofferraum: Da legt sich noch was um

Aus praktischen Gründen kauft sich niemand einen Subaru BRZ. Einen großen Kofferraum erwartet ebenfalls niemand. Was ich nicht erwartet hätte: Die Rücksitze lassen sich umklappen, um das Ladevolumen von 243 Liter auf 330 Liter zu erhöhen. Die Kofferraumöffnung ist eher flach zugeschnitten, so dass das Be- und Entladen sperriger Gegenstände etwas schwierig wird. Für eine Erleichterung sorgen allerdings die niedrige Ladekante und die nur kleine Stufe nach innen. Für den Wocheneinkauf oder das Gepäck für den Wochenendtrip reicht das Gepäckraumvolumen allemal.

Fazit:

Der Fahrspaß mit dem Subaru BRZ Sport+ ist immens hoch - insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass dieser Sportwagen zum kleinen Preis erhältlich ist. Durch die Neuerungen des Modelljahres 2017, vor allen Dingen im Innenraum, wird der heiß aussehende BRZ sogar noch begehrenswerter. Abstriche sind allerdings bei der Alltagstauglichkeit zu machen. Dafür ist der Fahrspaß in Kurvenrevieren unbezahlbar!


Technische Daten Subaru BRZ Sport+:

Antriebsart: Hinterradantrieb
Hubraum Vierzylinder-Motor: 1.998 cm³
Leistung: 147 kW/200 PS bei 7.000 U/min
Drehmoment: 205 Nm bei 6.400-6.600 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Handschaltgetriebe
Vmax: 226 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,6 Sekunden
Leergewicht (ohne Fahrer): 1.245 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 7,8 l/100 km
CO2-Emission: 180 g/km
Preis: ab 34.400 EUR

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