Staubtrocken: Einer-Canadier schlägt Audis Armada

, 18.08.2012

Bruno Spengler blieb in der Hitzeschlacht am Nürburgring cool, ging schonend mit den Reifen um und fuhr die zweite BMW-Pole seit dem DTM-Comeback ein

Offensichtlich kann kaum ein DTM-Fahrzeug so gut mit gebrauchten Reifen umgehen wie der M3: Als alle Piloten in Q3 schon zwei schnelle Umläufe mit ihrem Satz absolviert hatten und das Einzelzeitfahren unter die Räder nahmen, büßte Bruno Spengler nur marginal an Tempo ein und setzte sich gegen die versammelte Konkurrenz aus dem Hause Audi durch. "Über den Fahrer bin ich nicht überrascht, aber ein Riesenkompliment an die ganze Truppe", jubelt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt im 'Ersten'.

Dem Kanadier standen nach vier konstant schnellen Sessions bei Bullenhitze am Nürburgring nicht nur wegen der extremen Temperaturen im Cockpit die Schweißperlen auf der Stirn, wie er dem TV-Sender sagt: "Es war sehr schwierig, alle waren sehr schnell unterwegs. Mein Auto war im Qualifying sensationell." Spengler betont das, weil er sich über das Leistungsvermögen der Schnitzer-Truppe nicht im Klaren war: "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so gut sein würden."

BMW war noch 24 Stunden zuvor alles andere als zuversichtlich, wie Spengler mit Verweis auf das erste Freie Training bemerkt: "Gestern war ein ganz schwieriger Tag für uns, es war das erste Mal mit dem M3 auf dieser Strecke. Das Auto war nicht so gut." Marquardt geht ins Detail: "Wir hatten nicht den Griplevel, den wir wollten. Wir haben gekämpft." So nennt Spengler den Leistungssprung zwischen Freitag und Samstag "unglaublich" und bekräftigt, immer Vertrauen in sein Team gehabt zu haben.

Für BMW ist Startplatz eins auch deshalb etwas Besonderes, weil der Hersteller an diesem Wochenende auf der vielleicht traditionsreichsten Rennstrecke der Welt den runden Geburtstag seiner Abteilung für leistungsorientiertes Fahrzeuge zelebriert: "Wir haben gestern das 40-jährige M-Jubiläum gefeiert. Das so zu krönen, ist großartig", meint Marquardt, der sich keine bessere Kulisse für den Erfolg hätte wünschen können: "Der Nürburgring ist für BMW wie eine zweite Heimat."

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