Plötzlich steht da ein neuer Supersportwagen: flach, breit und 1.604 PS stark. Die Fahrleistungen und eine Top-Speed von 350 km/h sind atemberaubend. Das Design erinnert eher an ein italienisches oder britisches Supercar. Doch es ist der Denza Z, ein chinesischer Supersportler, der bald nach Europa kommt. Hinter Denza steckt BYD, einer der größten Elektroautohersteller der Welt, hinter dem scharfen Design ein Deutscher. Der Denza Z kann nicht nur atemberaubend schnell fahren, sondern auch erstaunlich weit und in gerade einmal 9 Minuten von 10 auf 97 Prozent laden. Den Denza Z gibt es als Coupé, Spider und straßenzugelassene Racing-Version.
Design Denza Z: Deutsche Handschrift bei einem China-Supercar
Kräftig ausgestellte Kotflügel und die fließende Dachlinie lassen den 4,78 Meter langen Denza Z regelrecht nach vorne gedrückt wirken. Dazu kommen scharf gezeichnete Elemente an der Front und markante, rautenförmige Rückleuchten. Der Denza Z sieht aus, als würde er selbst im Stand bereits auf die nächste Kurve warten.
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Verantwortlich für die Formen ist der Deutsche Wolfgang Egger, Chefdesigner von BYD und ehemaliger Designer unter anderem bei Alfa Romeo, Audi und Lamborghini. Seine Handschrift zeigt sich in den klaren Proportionen und den bewusst zurückhaltenden Linien. Gleichzeitig ist die Karosserie eng mit der Aerodynamik verzahnt. Ein zentraler Lufteinlass führt die Luft in einem S-förmigen Kanal durch die Front und über die Fronthaube. Weitere Luftführungen und aerodynamische Elemente sorgen für zusätzlichen Abtrieb.
Noch kompromissloser tritt der 4,87 Meter lange Denza Z Racing auf. Carbon-Splitter, Vortex-Generatoren (kleine Aerodynamik-Finnen zur gezielten Beeinflussung der Luftströmung), zusätzliche Luftauslässe und ein optionaler, dreifach verstellbarer Heckflügel machen ihn zum Track-Tool. Bei 350 km/h sollen bis zu 1.060 Kilogramm Abtrieb entstehen. Da wird aus einem ohnehin auffälligen Sportwagen endgültig ein Auto, bei dem der Heckflügel mehr Autorität ausstrahlt als so mancher Kleinwagen.
Die künftige, noch radikalere Denza Z Special Edition geht sogar einen Schritt weiter. Carbon-Karosserieteile, eine motorsportorientierte Struktur und ein aktives Aerodynamiksystem sollen bei 300 km/h mehr als 2.000 Kilogramm Abtrieb erzeugen. Den Luftwiderstand kann das System gleichzeitig um bis zu 40 Prozent reduzieren.
Antrieb Denza Z: 1.604 PS aus drei Elektromotoren
Unter der Karosserie des Denza Z arbeitet die speziell für Denza entwickelte e3-Sportwagen-Plattform. Das Prinzip: Ein Elektromotor sitzt an der Vorderachse, jeweils ein weiterer treibt eines der Hinterräder an. Zusammen ergeben die drei Motoren eine Systemleistung von 1.180 kW (1.604 PS) und ein maximales Drehmoment von 1.240 Nm. Im Detail leistet die E-Maschine vorne 500 kW (680 PS) und 440 Nm, hinten sind es jeweils 340 kW (462 PS) und 410 Nm.
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Das Denza Z Coupé beschleunigt derart ausgerüstet in nur 2,25 Sekunden von 0 auf 100 km/h, der Denza Z Spider in 2,3 Sekunden. Beide Varianten beenden ihren Vortrieb bei einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h. Die Racing-Version legt noch einmal nach: Mit optionalen Semi-Slick-Reifen schafft diese den Standardsprint in nur 1,96 Sekunden und erreicht bis zu 350 km/h. Die Systemleistung der Denza Z Special Edition liegt sogar bei über 1.470 kW (2.000 PS), wodurch die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in unter 1,7 Sekunden möglich wird. Bei solchen Zahlen wird die klassische Frage nach „Reicht das?“ ziemlich schnell überflüssig.
Entscheidend ist allerdings nicht nur die schiere Kraft. Durch die drei Motoren kann das Fahrzeug das Drehmoment jedes einzelnen Rades per Torque Vectoring sehr präzise steuern. Denza bezeichnet das System als weltweit erstes intelligentes Dreimotoren-Drehmomentregelsystem, das speziell für den Einsatz auf der Rennstrecke entwickelt wurde. Die Fahrzeugbewegungssteuerung VMC koordiniert dabei unter anderem Antrieb, Bremsen und Fahrwerk.
Die Reaktionszeit des Systems liegt bei gerade einmal 10 Millisekunden. Für den Fahrer bedeutet das vor allem, dass der Denza Z seine enorme Leistung nicht einfach ungefiltert auf die Straße loslässt. Stattdessen versucht die Elektronik permanent, die vorhandene Traktion optimal auszunutzen.
Selbst für einen Reifenplatzer ist das System vorbereitet. Erkennt der Denza Z einen plötzlichen Druckverlust, kann das System die Kraftverteilung an den verbleibenden Rädern innerhalb von Millisekunden anpassen, um das Fahrzeug möglichst stabil zu halten. Spätestens jetzt wird klar, dass die Macher die drei Motoren nutzen, um dem Denza Z die Fähigkeiten zu geben, die ein klassischer Zweimotor-Allradler nicht bieten kann.
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Fahrwerk und Fahrmodi: Wie bekommt man diese Leistung auf die Straße?
Der Denza Z setzt auf das DiSus-M-Fahrwerk mit magnetorheologischen Dämpfern. In den Stoßdämpfern befindet sich eine Flüssigkeit, deren Viskosität sich mithilfe eines Magnetfeldes innerhalb von Millisekunden verändern lässt, um die Dämpfung laufend an die jeweilige Fahrsituation anzupassen. Coupé und Spider verfügen über eine Luftfederung, während die Racing-Version mit Schraubenfedern stärker auf die Rennstrecke zugeschnitten ist.
Auch die Bremsanlage passt zum Anspruch: Alle Varianten des Denza Z sind serienmäßig mit gelochten Carbon-Keramik-Bremsscheiben ausgestattet, während Sechskolben-Festsättel an der Vorderachse und Vierkolben-Sättel hinten für die Verzögerung sorgen. Gleichzeitig reduzieren die Carbon-Keramik-Scheiben die ungefederten Massen um rund 30 Kilogramm.
Das Fahrwerk soll dabei einen bemerkenswerten Spagat schaffen: komfortabel genug für die Straße, gleichzeitig präzise genug für sehr hohe Geschwindigkeiten. Für den Fahrer gibt es mehrere Möglichkeiten, diesen Charakter zu verändern. Der Boost-Modus lässt sich über eine Taste am Lenkrad aktivieren und erhöht das Drehmoment beim Beschleunigen für 20 Sekunden um 30 Prozent.
Noch interessanter wird es im Track-Modus. Hier verwandelt sich das Infotainment in eine Art digitale Kommandozentrale für die Rennstrecke. Position, G-Kräfte und Rundendaten lassen sich überwachen und speichern. Die Daten können anschließend sogar auf einen USB-Stick exportiert werden. Dazu kommen zahlreiche individuelle Einstellmöglichkeiten wie Kraftverteilung, Traktionskontrolle, Rekuperation, Dämpfung, Torque Vectoring, Antiblockiersystem (ABS) und Fahrdynamikregelung. Auch eine Launch Control ist integriert.
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Wenn der Fahrer unbedingt quer fahren möchte, gibt es einen Drift-Modus, bei dem Denza einen Schritt weiter geht und eine One-Touch-Funktion für Drifts bietet, bei der die Elektronik einen Teil der Arbeit übernimmt und Drehmoment und Servolenkung entsprechend steuert. Das dürfte vor allem diejenigen freuen, die schon immer einmal kontrolliert querfahren wollten, aber beim Gedanken an Lenkrad, Fahrpedal und Gegenlenken gleichzeitig leicht nervös werden.
Flash Charging: 1.500 kW und in 9 Minuten wieder voll
Einer der beeindruckendsten technischen Werte des Denza Z steht allerdings nicht auf dem Leistungsdiagramm, sondern an der Ladesäule. Die zweite Generation der BYD Blade-Batterie besitzt eine Kapazität von 76 kWh. Im Coupé reicht diese für eine Reichweite von bis zu 410 Kilometern, beim Spider sind es 400 Kilometer und beim Racing 380 Kilometer. Für einen elektrischen Supersportwagen sind das beeindruckende Werte.
Flash Charging ermöglicht dazu Ladeleistungen von bis zu 1.500 kW. Unter optimalen Bedingungen soll die Batterie von 10 auf 70 Prozent in 5 Minuten geladen werden. Von 10 auf 97 Prozent vergehen laut Denza nur 9 Minuten. Das ist ungefähr die Zeit, in welcher der Fahrer eines klassischen Sportwagens gerade den Tankdeckel wieder zugemacht und sich einen Kaffee geholt hat. Selbst bei minus 30 Grad Celsius sollen 20 bis 97 Prozent in 12 Minuten möglich sein. Bis Ende 2026 will BYD voraussichtlich bis zu 300 Flash-Charging-Stationen in Deutschland errichten
Innenraum Denza Z: Sportwagen mit Luxusanspruch
Beim Einstieg in den Denza Z fällt zunächst die tiefe Sitzposition auf. Derweil ist das Cockpit konsequent auf den Fahrer ausgerichtet. Sechs physische Tasten im unteren Bereich des Lenkrads steuern unter anderem den Boost und den Track-Modus. Während viele moderne Autos versuchen, möglichst viele Funktionen hinter Touchscreens zu verstecken, bekommt der Fahrer hier zumindest für die wichtigen Sportfunktionen noch echte Schalter.
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Der Innenraum des Denza Z kombiniert Carbon, Mikrofaseroberflächen, Metall und Stoffe in Wildlederoptik. Die Sitze sollen dabei nicht nur guten Seitenhalt bieten, sondern auf langen Strecken komfortabel bleiben. Fahrer und Beifahrer verfügen über eine elektrische 8-Wege-Verstellung, eine elektrisch einstellbare Lordosenstütze sowie Sitzheizung, Belüftung und Massagefunktion.
Eine Massage in einem 1.604 PS starken Sportwagen klingt zunächst ein wenig so, als würde jemand einen Boxhandschuh mit einer Wellnessfunktion ausstatten. Bei einer langen Fahrt zu einer Rennstrecke dürfte jeder die Idee allerdings schnell zu schätzen wissen. Beim Coupé und Spider lässt sich die aktive Seitenwangenverstellung des Fahrersitzes zusätzlich an die Fahrsituation anpassen. In schnellen Kurven können die Seitenwangen stärker zupacken.
Darüber hinaus verfügt der Denza Z über vier Sitzplätze. Für kleinere Mitfahrer oder Gepäck eignen sich die hinteren Plätze deutlich besser als für zwei ausgewachsene Erwachsene auf einer langen Reise.
Der Denza Z kann nicht nur Musik über das Premium-Audiosystem von Devialet abspielen. Auf Wunsch erzeugt das Fahrzeug einen virtuellen Motorsound, bei dem der Fahrer zwischen verschiedenen Klangcharakteristika wählen und festlegen kann. Neben klassischen Motorgeräuschen gibt es auch einen Science-Fiction-Sound.
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Infotainment Denza Z: Google statt Technikspielerei
Das Cockpit des Denza Z bleibt trotz der vielen Technik vergleichsweise übersichtlich. Vor dem Fahrer sitzt ein 8,88 Zoll beziehungsweise 22,56 Zentimeter großes digitales Kombiinstrument. In der Mitte befindet sich ein 12,8 Zoll beziehungsweise 32,51 Zentimeter großer Touchscreen. Google ist direkt integriert, so dass Google Maps, Google Assistant und der Google Play Store zum Infotainment gehören. Hinzu kommen kabelloses Smartphone-Laden, eine Ambientebeleuchtung mit verschiedenen Themen und ein digitaler Rückspiegel.
Fahrerassistenzsysteme Denza Z: Ein Supersportwagen mit Sicherheitsnetz
So kompromisslos der Denza Z bei der Leistung auftritt, so umfangreich ist seine Sicherheitsausstattung. Zum Serienumfang gehören unter anderem eine Müdigkeits- und Ablenkungsüberwachung, ein Spurhalteassistent, eine intelligente Geschwindigkeitsregelung und eine Totwinkelüberwachung. Auch ein Querverkehrswarner mit Bremsfunktion befindet sich an Bord.
Kofferraum Denza Z: Mehr Alltag, als man erwartet
Ein Supersportwagen und Alltagstauglichkeit sind normalerweise zwei Begriffe, die sich eher selten begegnen. Der Denza Z versucht trotzdem, beides miteinander zu verbinden. Das Coupé und die Racing-Version bieten ein Kofferraumvolumen von 250 Litern. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst der Stauraum auf bis zu 550 Liter, was für einen Sportwagen durchaus beachtlich ist. Beim Spider reduziert das versenkbare Dach den verfügbaren Stauraum, so dass, abhängig von der Konfiguration, 131 bis 176 Liter bleiben.
Für die Racing-Version offeriert Denza dagegen eine deutlich kompromisslosere Lösung. Wer maximale Rennstreckenperformance möchte, kann die Rücksitze entfernen und stattdessen einen Überrollkäfig sowie zusätzliche Carbonfaser-Elemente installieren. Dann ist endgültig klar, wofür das Auto gedacht ist.











































