Wegen Petronas kommt BMW Sauber gerne nach Malaysia. Wegen der Hitze, der Luftfeuchtigkeit und der Streckencharakteristik ist es aber immer eine Herausforderung

Viel Zeit zum feiern war nicht
Viel Zeit zum feiern war nicht (© Sutton)

Kaum war der letzte Tropfen Champagner verspritzt, hieß es für die Teams in Australien auch schon, sich für den Großen Preis von Malaysia bereit zu machen, der bereits am kommenden Wochenende in Szene geht. Für BMW Sauber ist das Rennen in Sepang trotz der sehr kurzen Pause davor äußerst willkommen, denn Sponsor Petronas hat dort seinen Sitz, weswegen es sich für Fahrer und Verantwortliche wie ein kleines Heimrennen anfühlt. "Der Große Preis von Malaysia ist für mich schon seit Jahren ein besonderes Rennen", meint Nick Heidfeld deswegen auch.

Immerhin konnte er aufgrund der etwas ausgedehnteren Promotion-Touren das Land besser kennen lernen - 2001 bis 2003 hatte Sauber ja auch schon den gleichen Großsponsor. "Häufig bekommt man als Formel-1-Fahrer kaum mehr als Flughäfen, Hotels und Rennstrecken zu sehen, weil einfach keine Zeit für Land und Leute ist. Aber in Malaysia konnte ich schon eine Menge entdecken und fühle mich dort sehr wohl", sagt er. Neben der bekannten Umgebung warten aber auch die bekannt harten Bedingungen aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit, an die sich auch Heidfeld zwar erst gewöhnen muss, die ihm nach eigenen Worten aber nie viel ausgemacht haben. "Die Strecke ist schön und anspruchsvoll. Im vergangenen Jahr hatte ich ein super Rennen in Sepang und bin Vierter geworden. Ich konnte Felipe Massa überholen und den Ferrari hinter mir halten", erinnert er sich.

Auch Robert Kubica kommt gerne nach Sepang, da die Strecke Herausforderungen bietet, die er mag. "Natürlich sind die klimatischen Verhältnisse ziemlich extrem, was unsere Aufgabe noch anspruchsvoller macht. Aber zum Glück herrschten ja bereits in Melbourne sehr hohe Temperaturen, so dass wir uns ein wenig darauf einstellen konnten", erklärt der Pole. Auch er kann sich gut daran erinnern, dass der BMW im Vorjahr in Malaysia gut gelaufen ist, nur sein Wochenende war durch einige Probleme gekennzeichnet. "Ich habe in Sepang also noch eine Rechnung offen", betont Kubica.

"Kaum liegt der Saisonauftakt in Australien hinter uns, geht es in Malaysia bereits weiter", sagt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen, womit er wohl auch auf die logistischen Herausforderungen der kurzen Pause anspielt. Trotzdem sieht er den Grand Prix auch als eine Art Heimrennen. Neben der großen Hitze, die bereits in Melbourne für Probleme sorgte, sieht er aber noch eine Schwierigkeit. "Nach der unerwarteten Hitzeschlacht in Melbourne geht es nun ins Dampfbad von Sepang. Dort herrschen nicht nur Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke, auch die Luftfeuchtigkeit ist in Äquator-Nähe extrem hoch. Entsprechend gespannt sehen wir dieser Belastungsprobe entgegen", berichtet Theissen.

Willy Rampf geht besonders gespannt in das Wochenende. Denn seiner Meinung nach hat der Saisonauftakt in Australien zwar erste Anhaltspunkte über die Hackordnung im Feld gebracht, doch ist die Strecke im Albert Park aufgrund ihrer speziellen Charakteristik für ihn nicht sehr repräsentativ. "Deshalb denke ich, dass wir erst nach dem Großen Preis von Malaysia ein verlässliches Bild über die wahren Kräfteverhältnisse haben werden", meint er. In punkto Abstimmung rechnet er wieder mit viel Arbeit, da es in Sepang einige unterschiedliche Kurven gibt. "Die langsamen Passagen verlangen gute Traktion, während insbesondere in den zahlreichen schnellen Kurven eine hohe Stabilität wichtig ist. Eine gute aerodynamische Effizienz ist ebenfalls ein Muss. Außerdem werden in Sepang die Hinterreifen sehr stark beansprucht, was durch die fehlende Traktionskontrolle noch verschärft wird", beschreibt Rampf die Herausforderungen.

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