Das Rennen: Formel-1-Ferrari gegen Kampfjet

, 11.12.2003

Bereits mit Spannung erwartet wurde das historische Duell zwischen Michael Schumacher in seinem Formel-1-Flitzer F2003-GA und dem neuen Eurofighter Typhoon auf dem Militärflughafen im italienischen Grosseto am 11.12.2003 auf einer regennassen Piste. Die Leistung der Kontrahenten: Der F2003-GA besitzt 890 PS und kommt auf eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 400 km/h. Der Eurofighter Typhoon kann auf 180 Kilo-Newton (ca. 74.500 PS) zurückgreifen und erreicht in der Luft eine Geschwindigkeit von ca. 2.000 km/h. Daher prophezeiten Experten, dass der Ferrari trotz Startautomatik bei Regen kaum eine Chance gegen den Jet habe.

Das erste Duell erfolgte über eine Distanz von 600 Metern. Auf dieser Distanz erreichte der Ferrari 294 km/h und das Ziel nach 9,4 Sekunden, knapp gefolgt vom Eurofighter in 9,6 Sekunden: 1:0 für Schumi.

Beim zweiten Duell über 1.200 Meter kam der Ferrari auf 308 km/h und überfuhr die Ziellinie in 16,7 Sekunden. Doch der Eurofighter war bereits in 14,7 Sekunden im Ziel: Gleichstand


Die Entscheidung sollte beim Sprint über 900 Meter fallen. Auf der nassen Piste verlor der Ferrari an Grip, so dass er lediglich 305 km/h aufbot und das Ziel nach 13,2 Sekunden überfuhr. Der Eurofighter war nur minimal schneller und benötigte auf dieser Distanz 13,0 Sekunden. Ein knapper Sieg für den Eurofighter, aber einem würdigen Verlierer, der eine gute Show bot und zeigte, was der F2003-GA zu leisten vermag.

„Wenn ich Flügel gehabt hätte, hätte ich abgehoben“, kommentierte Schumacher anschließend mit einem Lachen die spektakulären Hochgeschwindigkeits-Duelle im italienischen Grosseto.

Duelle zwischen Autos und Jets sind in Italien nichts Neues. Das erste Rennen zwischen einem Auto und einem Flugzeug überhaupt fand in Italien statt. 1931 zog der legendäre Tazio Nuvolari am Steuer eines Alfa Romeo 2300 gegen ein Flugzeug vom Typ Caproni 100 bei vier aufeinanderfolgenden Runden mit nur einer Sekunde Rückstand den kürzeren. Der Alfa erreichte damals eine Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und führte drei Runden lang, weil das Flugzeug in den Kurven überlegen war. 1981 kam es zu einem weiteren Rennen dieser Art: Hier trat der Kanadier Gilles Villenueve mit seinem Ferrari 126 CTK Turbo gegen einen Jet F-104 an und siegte auf einer ein Kilometer langen Strecke mit einer Sekunde Vorsprung.

14 Kommentare > Kommentar schreiben

11.12.2003

Ist schon Wahnsinn was so ein Jet für eine Power hat 74500 PS puuhh.. . Doch es ist beachtlich wie der Ferrari sich geschlagen hat. Vielleicht hätte der Ferrari bei trockener Piste den 900 meter gewonnen, wer weiß .

11.12.2003

[QUOTE]Vielleicht hätte der Ferrari bei trockener Piste den 900 meter gewonnen, wer weiß [/QUOTE] Das wäre gut möglich. Man darf auf nasser Piste auch das Gewicht nicht unterschätzen. Der F1 ist eine Feder im Gegensatz zum Eurofighter. Ganz klar, dass es dem Ferrari auf nasser Piste aufgrund seines niedrigen Gewichts an Traktion fehlt. Der Eurofighter ist schwer, die Reifen werden durch das immense Gewicht gut auf den Boden gepresst. So war es irgendwie klar, dass das Duell zugunsten des Eurofighters ausgeht, was mich persönlich sehr sehr freut :tanzen: .

11.12.2003

@Drängler Kleiner Denkfehler - die Kraftübertragung beim Eurofighter läuft nicht über die Räder ;) Das bedeutet, dass der Eurofighter immer konstante Beschleunigungswerte hat (mal abgesehen von Wind un dem minimalen Mehr an Widerstand bei Regen).

12.12.2003

[QUOTE]die Kraftübertragung beim Eurofighter läuft nicht über die Räder [/QUOTE] Weiß ich doch ;) . Ich habe das bei meinem letzten Beitrag etwas undeutlich beschrieben. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass das Gewicht auf die Räder wirkt, der Schub wirkt nach hinten, ganz klar. Das habe ich irgendwie alles falsch geschrieben . War ja auch beim Heer, nicht bei der Luftwaffe :p .

12.12.2003

Kann passieren - wenn mir als T5 (untauglich) mal ein Fehler in diesem Bereich unterläuft, darfst du mich auch gerne korrigieren :D Aber auf jeden Fall sind wir uns einig dass es bei trockener Fahrbahn besser für den Ferrari ausgesehen hätte.

12.12.2003

[QUOTE]Aber auf jeden Fall sind wir uns einig dass es bei trockener Fahrbahn besser für den Ferrari ausgesehen hätte.[/QUOTE] Ja, keine Frage. Das wollte ich irgendwie auch nur verdeutlichen. Dem Ferrari hat es ganz einfach an Traktion gefehlt, auf trockener Fahrbahn hätte das ganz anders ausgesehen.

12.12.2003

Ich bin ausgemustert, also geht mich das alles gar nichts an ;)

12.12.2003

Oder doch?!? Jetzt bin ich wegen eurem Gras bei Irvine doch durcheinander...

13.12.2003

[QUOTE]Ganz klar, dass es dem Ferrari auf nasser Piste aufgrund seines niedrigen Gewichts an Traktion fehlt.[/QUOTE] Irrtum, der Ferrari hat auf nasser Strecke weniger Traktion aufgrund der fehlenden (wenig) Nm. Daher muss er hochdrehen, was natürlich Schlupf bedeutet.

13.12.2003

[QUOTE]Irrtum, der Ferrari hat auf nasser Strecke weniger Traktion aufgrund der fehlenden (wenig) Nm. [/QUOTE] Das muß nicht nur an den Nm liegen. Bestes Beispiel ist hier der CL 65 AMG. Er hat richtig viel Nm (über 1000). Wenn er auf [b]trockener[/b] Piste hochbeschleunigt, ist er kaum zu bändigen. Kaum vorstellbar was passieren würde, wenn man das auf nassem Untergrund versucht. Die Reifen drehen wie verrückt durch. Hätte der Ferrari viel Nm, wobei er dann nicht besonders hoch drehen müßte, käme es auf das selbe raus.

13.12.2003

Sobald die Räder auf trockener Straße beim Beschleunigen noch durchdrehen weiß man doch eigentlich das man genug Leistung hat...

14.12.2003

@ Anaxagore Wenn das auf den höchsten Gang bezogen ist, würde ich zustimmen.:D MfG Kaimann

14.12.2003

@Kaimann Natürlich im höchsten Gang. Und bei 300 km/h. Unter diesen Vorraussetzungen aufs Gas und wenn die Räder noch durchdrehen: siehe oben ;)

14.12.2003

@ all Zum Thema Schlupf /Drehmoment /Traktion Schlupf kann bei konventionellen Fahrzeugen meiner Ansicht nur an zwei Stellen auftreten: Kupplung un Getriebe. Dieser Schlupf ist weniger von der Drehzahl, als vielmehr vom Drehmoment abhängig. Ein Motor mit hohem Drehmoment überträgt bei geringer Steigerung der Drehzahl erheblich mehr Kraft auf die Antriebsräder, als ein Motor mit geringerem Drehmoment ( der holt die Kraft durch sehr hohe Drehzahlen). Möchte ich wenig Schlupf, muß ich gute Traktion haben, also griffige Reifen und griffigen , trockenen Asphalt. Der Motor mit hohem Drehmoment gibt seine Kraft bei geringerem Ansteigen der Drehzahl ab, als ein Motor mit wenig Drehmoment, der muß erstmal hochdrehen.Demzufolge schwänzelt ein drehmomentstarkes Fahrzeug (vergl. 427 er Cobra mit niedertourigem V8) schon mal eher, als ein hochtouriger , dafür drehmomentärmerer Motor. Gnerell aber gilt für alle Fahrzeuge, daß eine gute Traktion (optimaler Reibwert zwischen Reifen und Straße) Voraussetzung für eine optimale Beschleunigung ist. Das ist in der Regel die trockene, warme Straße mit griffigem Belag. MfG Kaimann


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