Genf 2004: Toyota Alessandro Volta - Das Supercar mit Hybridantrieb

, 25.03.2004

In die Zukunft blickte Designer Giugiaro von Italdesign im Auftrag von Toyota und stellte in Genf seine Studie eines umweltfreundlichen und schnellen Hybrid-Sportwagens mit 3 Sitzen vor: den Alessandro Volta. Bei Hybridantrieben dienen zusätzlich zum Verbrennungsmotor Elektromotoren als Antriebsquelle. Bei langsamer Fahrt, wenn das Auto ohne größeren Leistungsbedarf im Verkehrsfluss fährt, wird das Fahrzeug durch einen Elektromotor angetrieben. Erst wenn eine höhere Motorleistung nötig ist, schaltet sich ein herkömmliches Diesel- oder Benzinaggregat ein.

Bei der Auslegung des Hecks dieses umweltfreundlichen Supercars wollte Giugiaro genau die Stilmittel der Modelle mit Zentralmotor wieder aufnehmen, die er bereits mit dem BMW Nazca, dem Alfa Romeo Scighera und dem Volkswagen V 12 übernahm, um zu beweisen, dass, wenn die Rennform ein innovatives und "sauberes" Antriebssystem aufnehmen kann, die Spielräume für die Konzeption und Planung der Limousinen und der Kompaktwagen der Zukunft mit wenig Umweltauswirkungen enorm sein werden.


Alessandro Volta, der italienische Physiker und Erfinder der "Batterie" wird somit auf den Plan gerufen, um Zeuge einer begeisternden Phase der technologischen Forschung für das Auto zu sein, eines kritischen Moments, der jedem Hersteller immer ausgedehntere Investitionen auferlegt, um sich den Risiken der Verschmutzung der Atmosphäre zu stellen und dem wachsenden Verbrauch von Erdölerzeugnissen.

Italdesign konnte keinen geeigneteren Partner als Toyota wählen, um in dieser Thematik weiterzukommen, weil gerade das Unternehmen aus Nagoya sich in der Technologie des gemischten Antriebs eines Erfahrungsfortschritts rühmen kann, den nur wenige besitzen.

Innovative Auslegung für sportliche Leistungen

Toyota lieferte Italdesign einen Abkömmling ihres letzten Hybridsystems, das auf dem Lexus RX 400 eingesetzt wurde. Auf dem Volta ist der V6-Antrieb mit 3,3 Litern Benzin in unmittelbarer Nähe der Hinterachse positioniert und nicht mit den Rädern verbunden. Die Bewegung wird in der Tat durch zwei Elektromotoren gesichert, einem pro Achse, um einen Vierradantrieb und größere Sicherheit zu garantieren.

Dieses revolutionäre mechanische Schema erlaubt es, den herkömmlichen Raumbedarf in der Länge des Getriebes und der Schaltung zu eliminieren. Die Steuer-Elektronik gestattet es, die von den Elektromotoren an die Räder geleitete Leistung zu modulieren und macht auch die Gruppe Kupplung/Schaltung überflüssig.

Unter dem extrem leichten, von der technischen Leitung von Italdesign entsprechend geplanten Chassis aus Karbonfaser wurden die Batterien mit einem Gewicht von 70 kg untergebracht.

Ergebnis: eine spürbare Verringerung der Gewichte, die ausgeglichen und zwischen den Achsen gehalten sind, eine Leistungsabgabe von 300 kW / 408 PS, Geschwindigkeit auf 250 km/h begrenzt und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km in 4,03 Sekunden.


Hervorragende Leistungen auch im Verbrauch

Die wertvollste Leistung dieses kompakten Supercars von 4,3 Metern Länge und einer Breite von weniger als zwei Metern – unterstreicht Giugiaro - ist mit Sicherheit die, bei mittlerer Geschwindigkeit auf der Autobahn mit einem Tank von 52 Litern 700 km abzudecken. Zusätzlich, da der zentrale Tunnel von der Antriebswelle und den Auspuffrohren befreit wurde, erhielten die Designer einen flachen Boden, der es ermöglichte, drei Passagiere unterzubringen.

Sicherlich sind 70 kg Batterie eine beträchtliche Gewichtszunahme, es muss jedoch daran erinnert werden, dass ein Vierradantrieb für ein Modell der gehobenen Mittelklasse 100/120 kg erreicht. Es hat sich also als lohnend erwiesen, auf das Hybrid zurückzugreifen, um einen kompakten, leichten und "sozial verantwortlichen" Sportwagen mit Allradantrieb zu erschaffen.

Supercar-Outfit für einen außergewöhnlichen Körper

Der Volta umfasst die innovativen Inhalte des Hybridantriebs im Outfit eines klassischen Supercars: kompaktes Heck, tiefe Straßenlage, schmale Schnauze, minimaler hinterer Überhang und stumpfes Heck.

Die Flügeltüren sind oben im vorderen Holm verankert. Breite Belüftung in der Auslegung des Kühlergrills, konvergierender Schnitt der Scheinwerfer, die im Motiv der Kotflügel untergebracht wurden, welche im Vergleich zum "Adlerprofil" des Mittelbereichs der Haube erhöht sind.

Im Seitenteil erhebt sich ein ausgeprägter Gürtel weiter bis zum Hinterradübergang, um den Einschnitt zweier "Krallenhiebe" als Lufteinlässe zu gestatten, während im mäandernden Motiv des Längsträgers mit horizontaler Basis, der die Karbonfaser des Rahmens erkennen lässt, die beiden Auspuffausgänge des Wärmemotors untergebracht sind.

Die Verbindung zwischen Seitenteil und oberem Heck verschmilzt in der oberen Verbindung zwischen Kuppel und Heckscheibe: Daraus ergibt sich ein eher ungewöhnlich stumpfes Heckprofil, über dem sich der Überhang des Spoilers erhebt, der die optischen Gruppen schützt.
Den unteren Bereich des Hecks teilen sich die Luftauslässe der Motorkühlung.


Die Ergonomie des Innenraums

Normalerweise geht ein Sportwagen mit Zentralmotor in die Breite: Motor, Getriebe und Aufhängungen führen zu bedeutenden Gewichten und Ausmaßen und das auf Kosten des Platzes für die Passagiere. Mit dem Alessandro Volta hat Italdesign dieselben Leistungen bestätigt und bessere Verteilungen der Gewichte und sehr viel komfortablere Sitze erreicht.

Pedale und Lenksäule können auf Schienen gleiten und rechts, mittig oder links bei stufenloser Einstellung unter Verwendung einer by-wire Technologie positioniert werden. Diese Entscheidung führte nicht zum Einbau einer Sitzbank, sondern den Einbau äußerst ergonomischer Sitze mit ausgeklügelten Regulierungen, die dem Fahrer eine persönlich einstellbare Lage gestatten. Mit drei Passagieren erweist sich der Raum in jedem Fall als bequemer als in normalen Sport-Coupés.

Für größte Anpassungsfähigkeit des Fahrersitzes hat Fabrizio Giugiaro auch auf dem Design des Armaturenbretts eingegriffen. Die Informationen wurden auf das Wesentliche reduziert: weiterhin Tachometer, Drehzähler und Treibstoffstand, jedoch weg mit den Temperaturanzeigen und Übernahme der Toyota-Systeme für Stereoanlage und Navigator.

Auch für den Volta ist Italdesign über die Form hinausgegangen und setzte eigene Technik- und Prüfabteilung ein, um das Chassis aus Karbonfaser, die Push-Rod-Aufhängungen und die Mechanismen zu planen, die die Verschiebung des Blocks Lenksäule/Pedal gestatten und seine Werkstätten für den Prototypenbau zur Verfügung stellten, um das Stilmodell und den laufenden Prototypen zu realisieren. Der Benzinantrieb der Elektromotoren, die Batterien und die gesamte Steuer-Elektronik stammen von Toyota.

Mit dem Volta brachte Italdesign die hohen Leistungen mit der niedrigen Schadstoffemission und der Geräuscheindämmung in Einklang. Und wenn man im Zentrum einer Altstadt fährt, "leidet" ein Supercar dieser Art nicht an der niedrigen Geschwindigkeit: bei 20/30 km/h kann auf den absolut geräuschlosen Elektromotor zurückgegriffen werden.


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11 Kommentare > Kommentar schreiben

03.11.2004

Ich bin positiv überrascht: Endlich mal ein Toyota der mir optisch gefällt! Und erst die Leistung!!! :D Besonders gut finde ich dir Hybrid-Umsetzung! Ich finde es wirklich wichtig, dass auch jetzt schon in eine andere Richtung entwickelt wird, da es nun mal eine Tatsache ist, dass die Ölquellen nicht ewig reichen! Also warum erst anfangen solche Modelle auf den Markt zu bringen, wenn es schon fast zu spät ist!? Großes Lob an Toyota und besonder an den Designer Giugiaro von Italdesign! :applaus:

02.11.2004

[B]Heiß würde auch die offene Version des Toyotas Voltas aussehen:[/B] [IMG]https://www.speedheads.de/galleries/0027/001911.jpg[/IMG] [URL=https://www.speedheads.de/index.php?area=future]Weitere Bilder von Zukunftsautos[/URL] [SIZE=1][I][B]Copyright by[/B] [URL=https://www.speedheads.de/reichel-cardesign]Reichel CarDesign[/URL][/I][/SIZE]

18.07.2004

Sofern sich mir irgendwann die Möglichkeit erschließt, werde ich sicherlich nicht nein sagen. ;) Fände ich sogar ziemlich interessant, einmal einen normalen Benziner und ein Hybridauto im direkten Vergleich zu fahren.

17.07.2004

Probier es einfach mal irgendwann, der Benziner geht dir beim Hybrid nicht verloren, auch der braucht ja irgendwas zum "Mampfen". Das einzige, was du vermissen könntest, ist der Gängeknüppel, aber ein Planetengetriebe/E-Motor entschädigt dich voll und ganz. Das ist wie im Ersten von 0 auf 100.

17.07.2004

@ Fubbel [QUOTE]Noch nie E-Motor oder Hydrid gefahren, stimmts? [/QUOTE] Nein, ich bin noch nie eines von beiden Antriebskonzepten gefahren (und hab das in absehbarer Zukunft auch nicht vor). Ich bin kein besonderer Fan von Hybridwagen, aber trotzdem vielen Dank für deine Informationen! ;) Ist wirklich interessant, das einmal zu lesen. Trotzdem bleibe ich so lange es geht beim guten, alten Benzin.

17.07.2004

[QUOTE][i]Original geschrieben von ///M Power [/i] [B]Sie sind für einen Wagen mit Hybridantrieb schon fast sensationell![/B][/QUOTE] Eigentlich nicht, hätte mehr erwartet, aber das ist wohl kaum möglich, in 2 Sek von 0 auf 100... Noch nie E-Motor oder Hydrid gefahren, stimmts? Ich sage nicht mehr, als folgenden Link: [url]http://de.lexus-hybrid.com/benefits/performance.html[/url] Falls der Link mal weg ist, der wichtige Auszug: [B]Formel-1-Teams testeten Hybrid So beeindruckend der Hybridantrieb für Serienfahrzeuge ist - dieses Konzept wurde bereits von verschiedenen Motorsport-Teams als ein möglicher nächster Schritt im Rahmen der Weiterentwicklung von Antriebskonzepten getestet. Aber damit nicht genug – mehrere Formel-1-Teams hatten damit begonnen, eigene Fahrzeuge basierend auf dem Hybridkonzept aufzubauen. Bevor diese Boliden aber erstmals auf die Rennpiste gehen konnten, wurde die Lösung durch die FIA als übergeordneten Rennsportverband untersagt. Ohne dieses Verbot hätten die Teams mit den Hybridmotoren auf Beschleunigungsreserven zurückgreifen können, die sie gegenüber den „konventionellen Teams“ klar überlegen gemacht hätten.[/B] Über die technischen Details, warum Hybrid absolut überlegen ist, suche bitte selber im Netz. Die 300kW stammen übrigens nur aus 200kW-Verbrenner und ca. 150kW E-Motor (einer 100kW, der zweite 50kW). Es kommen nur 300 kWraus, da der E-Motor im oberen Geschwindigkeitsbereich nicht mehr mit voller Leistung arbeitet. Ohne Antischlupf wird da der Reifen flüssig... Es ist halt doch nicht Hubraum der zählt, Drehmoment ist das Schlüsselwort, das geht ganz ohne Hubraum ;)

26.03.2004

So könnte man solche Autos natürlich fördern - unsere lieben Freunde von den Grünen heben die Lärmschutzlimits auf, sobald man einen lautlosen Antrieb hat! :D GEIL...

26.03.2004

[QUOTE][i]Original geschrieben von Landy [/i] [B]Sehe ich auch so, noch ist so ein Aufwand zwar unnötig, aber wer weiß, in 50 Jahren ist diese Technik vielleicht standard und man gleitet lautlos bei 250 über die Bahn ... *träum* [/B][/QUOTE] Auch eine Art die lästigen Lärmschutzlimits zu umgehen... ;) :D karl

25.03.2004

Sehe ich auch so, noch ist so ein Aufwand zwar unnötig, aber wer weiß, in 50 Jahren ist diese Technik vielleicht standard und man gleitet lautlos bei 250 über die Bahn ... *träum*

25.03.2004

[QUOTE][i]Original geschrieben von Drängler [/i] [B]Aber mal ehrlich - wer achtet bei so einem Auto schon auf den Verbrauch? ;) [/B][/QUOTE] Heutzutage keiner, der sich ein Supercar leistet. Aber ich finde es gut, dass sich Toyota bereits Gedanken über alternative Antriebstechniken macht. In der Zukunft wird es sicherlich auch leistungsfähige Elektroantriebe geben, die hohe Geschwindigkeiten ermöglichen.

25.03.2004

Optisch gefällt er mir wirklich sehr gut. Aber ein Hybridantrieb in einem Supersportler - das passt irgendwie nicht zusammen, auch wenn Toyota dieser Spagat ziemlich gut gelingt. Trotzdem sind seine Fahrleistungen nicht zu verachten. Sie sind für einen Wagen mit Hybridantrieb schon fast sensationell! Aber mal ehrlich - wer achtet bei so einem Auto schon auf den Verbrauch? ;)


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