Skoda Octavia Combi RS: Pampersbomber lässt es in den Alpen krachen

, 15.11.2014


Das Gaspedal durchgedrückt, treibt der Turbo-Diesel den Skoda Octavia Combi RS auf der 34 Kilometer langen Höhenstraße mit einer Steigung von nur 12 Prozent voran, als ob es kein Entkommen gebe. Die grandiosen 52 Kehren und Serpentinen sind meist wunderbar rund geformt sowie gut einsehbar und erlauben ein flottes Fahren beim Bezwingen der 1.035 Höhenmeter.


In flüssig angefahrenen Kurven zeigt der Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI, wie agil er sich bewegen lässt. Dazu trägt serienmäßig das elektronische Stabilisierungsprogramm ESC mit der integrierten elektronischen Differenzialsperre XDS bei, die wirkungsvoll die typische Tendenz von Fronttrieblern zum Untersteuern in schnell gefahrenen Kurven ausgleicht. Sobald die Elektronik erkennt, dass das kurveninnere Rad der Vorderachse bei schneller Fahrt zu sehr entlastet wird, baut das System an diesem Rad gezielt einen Bremsdruck auf, um erneut die optimale Traktion herzustellen.

Der Grenzbereich des Skoda Octavia Combis ist durchaus hoch. Wer allerdings plötzlich und scharf in eine Kurve einlenkt, wird ein Übersteuern bemerken, das heißt, das Heck des Kombis drängt nach außen. Sicher greift jedoch das elektronische Stabilitätsprogramm ESP ein, baut dadurch allerdings auch Geschwindigkeit ab. Wer den rechten Fuß auf das Bremspedal haut, wird zudem überrascht sein, wie spontan die Bremse anspricht. Aufpassen, dass die Kinder nicht gerade etwas essen oder trinken!

Das können rassige Sportwagen und der Audi S6 Avant nicht bieten

Fliegen anfangs die Wälder an uns vorbei, passieren wir bald die Baumgrenze und es eröffnet sich ein einmaliger Blick in die Alpen: die sogenannten „Nocken“ - sanft gerundete, grasbewachsene Bergkuppen, zwischen denen sich kurvenreich das asphaltierte Teerband zieht, das uns solch großes Vergnügen bereitet. Selbst die in Holztrögen liegenden, bis zum Kopf mit Brettern abgedeckten Menschen, die sich in dem am Wegesrand liegenden Karlbad den Heildämpfen hingeben, überlassen wir ihrem Schicksal - immerhin in Österreichs letztem Bauernbad.

Bevor wir uns mit dem Skoda Octavia Combi RS erneut mit voller Passion Richtung Ebene Reichenau durch dichte Fichten- und Zirbenwälder talwärts hinabstürzen, erblicken wir vor der Glockenhütte Schilder, die vor Murmeltieren warnen. Vielleicht setzen sich die zierlichen Tiere zur Wehr; denn das Murmeltierfett aus den Nockbergen ist bekannt für seine Heilwirkung und wird für die berühmte Murmeltiersalbe benötigt. Wir wollen die putzigen Alpenbewohner sehen, steigen aus - doch mit uns wollen sie nichts zu tun haben und halten sich versteckt.


Scharf in Kurven, erweist sich das durchaus straffe Fahrwerk jedoch nicht unbarmherzig hart wie bei einigen „Hot Hatches“, sondern komfortabel - als Familien-Sportler ein nicht zu verachtender Vorteil. Was nach mehreren Passstraßen ebenso deutlich wird: Der Skoda Octavia Combi RS besitzt einen Langstreckenkomfort, den beispielsweise ein rassiger Sportler mit knallhartem Fahrwerk nicht bietet.

Wenn schon Familien-Sportler, dann richtig: Auf den Vordersitzen finden locker bis zu 2,00 Meter große Personen bequem Platz und selbst im Fond über 1,90 Meter große Mitreisende. Das Gepäckraumvolumen des Skoda Octavia RS fällt mit 610 Litern in der Kompaktklasse riesig aus. Bei umgeklappter Rücksitzbank steigt das Ladevolumen sogar auf 1.740 Liter - und da passt eine Menge rein. Um ein Gefühl für diese Zahl zu entwickeln: Der große und schnelle Audi S6 Avant kommt als Kombi auf lediglich 565 Liter und mit umgeklappten Rücksitzen auf 1.680 Liter.

Keine Angst vor Zapfsäulen

Wir könnten am nächsten Tag in unserer Herberge am Wörthersee ausschlafen und einfach schnell über die Autobahn zurück nach Salzburg fahren. Könnten! Doch bereits am Abend ist klar: Wir bekommen von den heißen Kurven nicht genug, stehen lieber früher auf, um die grandiose Pässetour einfach noch einmal zurückzufahren.

Fast zu abrupt finden wir uns auf der Tauernautobahn wieder. Wie einem Kind das Spielzeug, werden uns die Pässe entrissen. Auf den Gebirgsstraßen noch die Freiheit genossen, konfrontieren uns nun auf der Autobahn nach Salzburg zahlreiche Radarfallen.


Doch eine große Überraschung folgt am Ende in Salzburg: Wir gaben dem Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI auf den Gebirgsstrecken die Sporen, während wir auf den Autobahnetappen und Landstraßen abseits der Pässe entspannt cruisten. Selbst die extremen Spaßetappen verzeiht der Turbo-Diesel: Nach rund 465 Kilometern über Alpenpässe, Landstraßen und österreichische Autobahn mit Tempolimit begnügte sich der Sport-Kombi im Durchschnitt mit nur 6,4 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Werksangabe bei einer durchweg defensiven Fahrweise: 4,6 Liter auf 100 Kilometern.

Das Plus von 1,8 Litern Diesel geht bei unserer Hatz durch die Berge absolut in Ordnung und zeigt, mit wie wenig Sprit sich der Skoda Octavia Combi RS 2.0 TDI auf den anderen Streckenabschnitten begnügte. Dieser alltagstaugliche Sport-Kombi ist ideal für Familien: bringt mächtig Spaß, ist sparsam im Verbrauch und bietet verdammt viel Raum. Das automobile Familienleben kann richtig schön sein!

Technische Daten Skoda Octavia RS Combi 2.0 TDI:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 1.968 cm³ | Leistung: 135 kW/184 PS bei 3.500-4.000 U/min | Drehmoment: 380 Nm bei 1.750-3.000 U/min | Getriebeart: 6-Gang-Handschaltung | Vmax: 230 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 8,2 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 4,6 l/100 km | CO2-Emission: 119 g/km | Preis: ab 31.290 EUR

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