Tarnen und Täuschen: Opels Kampf gegen die Prototypen-Paparazzi

, 02.05.2008

Tarnen und Täuschen ist Trumpf, wenn Prototypen neuer Modelle zum ersten Mal aus den streng abgeschirmten Designstudios und Werkstätten auf Versuchsstrecken oder in die freie Wildbahn rollen. Heutzutage lässt sich zwar ein wachsender Teil der Erprobung durch Computersimulationen vorwegnehmen oder auf dem Prüfstand nachstellen, doch zur Validierung aller Laborergebnisse kommt unweigerlich der Tag, an dem Autos in ihr natürliches Habitat entlassen werden müssen: die Straße. Anhand des neuen Opel Insignias, der seine Weltpremiere im Juli 2008 auf der British Motor Show in London feiert, möchten wir den Kampf von Opel gegen die Prototypen-Paparazzi darlegen.


Vor rund zwei Jahren stand die erste Testfahrt des Insignias auf der Nürburg-Nordschleife an. Auf diesen Tag bereiteten sich die Camouflage-Experten bei Opel monatelang besonders akribisch vor; denn mit einer attraktiven, völlig neuen Karosserielinie soll der Nachfolger des Vectras für einen überraschenden neuen Auftritt stehen. Und Überraschungen können nur gelingen, wenn sie nicht vorzeitig bekannt werden.

Bereits als vom neuen Modell nur Computersimulationen oder Tonmodelle in der Designabteilung existierten, begann das für die Tarnung der Prototypen zuständige Team in der Versuchsplanung mit seinen Vorbereitungen. Zusammen mit Chefdesigner und Chefingenieur legte das Team fest, welche charakteristischen Linien des Autos den neugierigen Blicken der Prototypen-Jäger besonders lange verborgen bleiben sollten.


Dafür entwickelte Opel ein „Facelift“ für das kommende Modell, das die Prototypen möglichst perfekt verunstaltet. So besitzt eine Variante des Neulings zum Beispiel ein besonders elegant fließendes Heck. Prompt konstruierte man einen ausladenden Heckspoiler. Zur Produktion des Tarn-Teils - immerhin müssen bis zu 200 Versuchswagen bis zum Beginn der Produktion damit camouflagiert werden - baute Opel ein Holzmodell, aus dem danach ein Spritzwerkzeug für Kunststoffteile entstand. Auch für andere charakteristische Teile der Karosserie wurden nach dem gleichen Verfahren Abdeckungen entworfen und gefertigt.

Erstes „Facelift“ sollte den Insignia so hässlich wie möglich machen

Mit Spezialkleber brachte Opel die Tarn-Komponenten an, während Spezialfolien, die zwischen minus 40 und plus 70 Grad Celsius elastisch und reißfest bleiben, für eine glatte Oberfläche sorgen. An anderen Stellen unterfütterte man die Folien mit Schaumstoffteilen, um Konturen zu verändern. Auch zur Tarnung von charakteristischen Fensterlinien wird auf das Klebematerial zurückgegriffen. Die Folien verwendet auch die Polizei zur Kennzeichnung der Streifenwagen - allerdings in Grün oder Blau und nicht in Erlkönig-Schwarz.

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3 Kommentare > Kommentar schreiben

03.05.2008

Wow, echt toller bericht, so einen Einblick bekommt man wirklich selten. Ich hab jetzt schon ein oder zwei mal so einen "richtigen" Erlkönig gesehen, aber weis jemand, wer besagte Beträge zahlt, wenn man es schafft ein wirklich gutes Foto zu schießen?

03.05.2008

Sehr spannend dieser Blick hinter die Kulissen!

02.05.2008

Wie mal ein sehr schönes Special. Finde es auch mal gut von Opel, dass man mal über sowas informiert und berichtet. Sowas ist bis jetzt wohl einmalig.


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