Alfa Romeo Spider: Tradition und Emotion

, 27.08.2007


Das lange Warten hat ein Ende, der neue Alfa Spider ist endlich da. Fahrspaß, Tradition und Emotion lässt sich die Fiat-Tochter aber teuer bezahlen.

In mittlerweile sechster Generation steht nun das Cabriolet Alfa Romeo Spider beim Händler. Mit seinem heckgetriebenen Urahn aus den 60er-Jahren hat die offene Version des Coupés Brera zwar technisch nicht mehr viel gemein, aber der rassige Italiener setzt immer noch auf Design und Fahrspaß. Tradition und Emotion lässt sich die Fiat-Tochter aber auch teuer bezahlen: Mindestens 34.300 Euro werden für den in zwei Ausstattungslinien erhältlichen Zweisitzer fällig. Für den Antrieb stehen zwei Ottomotoren mit 136 kW/185 PS und 191 kW/260 PS zur Wahl sowie ab Ende Februar ein Dieseltriebwerk mit 147 kW/200 PS Leistung. Der stärkste Benziner wird serienmäßig mit einem permanenten Allradantrieb kombiniert, bei den anderen Motorvarianten wird die Antriebskraft an die Vorderräder übertragen.

Größten Anteil an den Verkäufen dürfte nach Hersteller-Einschätzung der 2,2 Liter große Vierzylinder-Einstiegsbenziner haben. Der Direkteinspritzer hat den Fronttriebler gut im Griff, treibt ihn auch auf steilen Passstraßen mit Wucht nach vorn. Das maximale Drehmoment von 230 Nm steht zwar erst bei 4.500 Umdrehungen zur Verfügung, doch auch in niedrigeren Drehzahlbereichen wirkt das immerhin 1,6 Tonnen schwere Fahrzeug ausreichend agil. Das relativ hohe Gewicht resultiert vor allem aus den Crash-Sicherheitsanforderungen des amerikanischen Marktes, wo die Italiener 2008 wieder starten wollen. Weiterer positiver Effekt: Die Karosserie wird steifer, nichts knackt und knistert unter dem wohlgeformten Blech. Beim Verbrauch ist der Motor allerdings kein Kostverächter: 9,4 Litern Super auf 100 Kilometer fallen laut Hersteller an. Akustisch erledigt der Vierzylinder seine Arbeit weitgehend unauffällig, bei niedriger Drehzahl er brummt sonor vor sich hin.

[strong]Ein Fahr- und Hörerlebnis[/strong]

Wer mehr Wert auf Fahrsound legt, findet beim ebenfalls angebotenen V6-Motor sein Hörerlebnis. Auch bei schneller Kurvenfahrt wirkt das Topmodell aufgrund des hecklastigen Vierradantriebs, bei dem ein Torsen-Differential normalerweise 57 Prozent des Antriebsmoments auf die Hinterachse leitet, ein wenig agiler. Bei den reinen Fahrleistungen allerdings liegen die beiden Aggregate keine Welten auseinander. Der kleinere Benziner beschleunigt in 8,8 Sekunden auf Tempo 100, der Sechszylinder benötigt sieben Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 222 km/h beziehungsweise 240 km/h.

Eindruck auf andere Verkehrsteilnehmer macht der von Giugiaro gezeichnete Alfa Spider aber auch bei moderater Gangart: Die lange und tief nach unten gezogenen Motorhaube und breite Kotflügel am Heck sorgen für einen massiven Auftritt. Die mittlerweile markentypischen dreiteiligen Scheinwerfer vermitteln mit ihrem verkniffenen Blick einen dynamischen Eindruck im Rückspiegel. Im Innenraum stimmen Verarbeitungsqualität und Materialauswahl, das Armaturenbrett ist mehrfarbig gestaltet, Aluzierleisten setzen schöne Akzente.

Generell orientiert sich der Spider außen und innen an der Optik des Coupés Alfa Brera, mit dem es sich die technische Basis teilt, die auch im Mittelklassemodell Alfa 159 zum Einsatz kommt. Neu entwickelt wurde das automatische Stofffaltdach, das sich in knapp 25 Sekunden elektrisch, allerdings unter vernehmlichem Quietschen, unter einer metallenen Persenning zusammenfaltet. Das Kofferraumvolumen bleibt auch bei verstautem Dach erhalten.

[strong]Ordentliche Alltagstauglichkeit[/strong]

Allgemein muss sich der Zweitürer in Sachen Alltagstauglichkeit nicht vor den Wettbewerbern im Segment verstecken. An Kofferraum stehen ordentliche 253 Liter zur Verfügung, hinter den Sitzen findet sich zusätzliche Ablagefläche - etwa für die Golftasche. Zwei abschließbare Staufächer bieten an gleicher Stelle Stauraum für Kleinkram. Die Platzverhältnisse für Fahrer und Beifahrer sind bei offener Fahrt großzügig, mit geschlossenem Dach stoßen groß gewachsene mit dem Kopf allerdings schnell auf Widerstand. Gefahr für das Haupt droht beim Einsteigen auch von der schrägen und für ein Stoffdachcabrio relativ weit nach hinten gezogenen Windschutzscheibe. Zudem schränken die aus Sicherheitsgründen massiven A-Säulen die Sicht in Kurven deutlich ein.

Angeboten wird der Klassiker in zwei Ausstattungslinien. Bereits in der Basisvariante sind in jeder Motorversion Klimaanlage, CD-Wechsler, elektrische Fensterheber und eine beheizbare Heckscheibe im Lieferumfang. An Sicherheits- ausstattung sind ESP, fünf Airbags und innen belüftete Scheibenbremsen Serie. Optional sind unter anderem Bi-Xenon-Licht, Tempomat oder eine Zwei-Zonen- Klimaautomatik erhältlich. 1.500 Fahrzeuge will Alfa im ersten Jahr absetzen, und neben den eingeschworenen Fans der Marken sollen unter anderem auch ehemalige Mercedes-Benz SLK- oder Audi TT-Fahrer zu den Kunden zählen.

[strong]Technische Daten Alfa Romeo Spider (Werksangaben):[/strong]

Cabriolet mit Front- oder Allradantrieb; Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4,39 Meter/ 1,83 Meter/ 1,37 Meter/ 2,53 Meter, Kofferraumvolumen 253 Liter;

2,2-Liter-Vierzylinder-Ottomotor mit 136 kW/185 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe oder automatisiertes Schaltgetriebe, max. Drehmoment 230 Nm bei 4.500 U/min, 0-100 km/h in 8,8 Sek., Höchstgeschwindigkeit 217 km/h, Verbrauch 9,4 Liter Super/100 km, CO2-Ausstoß 221 g/km, Preis ab 34.400 Euro.

3,2-Liter-V6-Ottomotor mit 191 kW/260 PS, Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sechs-Stufen-Automatik, 322 Nm bei 4.500 U/min, 7,0 Sek., 235 km/h, 11,5 Liter, CO2-Ausstoß 273 g/km, Preis ab 42.100 Euro.

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