Fahrbericht Chevrolet Captiva: Familien-SUV aus Korea

, 27.08.2007


Klimaschutz hin oder her: Immer mehr Autohersteller drängen in die nach wie vor wachsende Klasse der Sport Utility Vehicles (SUV).

Einer der neuesten Vertreter ist der Chevrolet Captiva. Zusammen mit dem Opel Antara bei Daewoo in Korea gebaut, will das als Fronttriebler und Allrader erhältliche SUV Kunden ansprechen, die Platz für die ganze Familie brauchen und eine Alternative zum klassischen Van suchen. Die Preisliste für den Koreaner mit amerikanischen Markenlogo beginnt bei 23 090 Euro.
Der Allradantrieb des Captiva ist eine [dhk]Light[dhk]-Version. Im Normalfall werden nur die Vorderräder angetrieben. Erst bei auftretendem Schlupf leitet das System bis zu 50 Prozent des Antriebsmoments über eine elektronisch gesteuerte Kupplung an die Hinterräder. Hauptaufgabe ist es, dem Fahrzeug auf nassen und rutschigen Straßen zu höherer Stabilität zu verhelfen.
Abgesehen davon erscheint der Allradantrieb jedoch verzichtbar; Frontantrieb tut[hk]s auch und kostet in der etwas weniger umfangreichen LS-Ausstattung gut 5 000 Euro weniger. Ausritte in schwieriges Gelände werden von SUV-Fahrern in der Regel ohnehin nicht eingeplant und sind wegen fehlender Differentialsperren und einer nicht vorhandenen Getriebeuntersetzung auch nicht zu empfehlen; immerhin gehört aber eine Bergabfahrhilfe zum Funktionsumfang des ESP.

Den Einstieg in die Motorenpalette und in die Preisliste bildet der gefahrene 2,4-Liter-Benziner mit 100 kW/136 PS. Im immerhin 1 730 Kilogramm schweren SUV hinterlässt der Vierzylinder einen recht munteren Eindruck, weil er über einen für einen nicht aufgeladenen Benziner günstigen Drehmomentverlauf verfügt: 220 Nm liegen bereits bei 2 200 U/min an und erlauben eine recht schaltfaule Fahrweise bei mittleren Touren.
Der Captiva macht daher als gelassener, ausgewogen gefederter Gleiter und Reisewagen die beste Figur; auf kurvigen Landstraßen schränken der hohe Karosserieaufbau und die zu indirekt ausgelegte und zu leichtgängige Lenkung die Fahrdynamik ein. Überholmanöver oberhalb des Autobahn-Richttempos geraten mitunter etwas zäh, zumal der Motor recht angestrengt klingt, wenn er gefordert wird. Die bessere Wahl für das Korea-SUV dürfte daher in jedem Falle der 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS sein, der sich auch bei der Verbrennung des Kraftstoffs bescheidener zeigt. Der Benziner hingegen ist kaum unter elf Liter je 100 Kilometer zu bekommen. Hinzu kommen 162 Euro Steuern und knapp 600 Euro für die Haftpflichtversicherung bei der AXA.

Anders als der ansonsten weitgehend baugleiche Opel Antara ist der Captiva wahlweise als Fünfsitzer oder als Siebensitzer zu haben. Das bringt Einschränkungen beim Platzangebot mit sich, da die Sitzreihen insgesamt etwas enger zusammen stehen und den Fondpassagieren daher ein paar Zentimeter Bewegungsfreiheit fehlen. Dennoch reisen Erwachsene in der mittleren Sitzreihe auch auf langen Strecken bequem, ganz hinten nehmen aber besser nur Kinder auf der Fahrt zum Fußballtraining Platz; der Captiva ist vornehmlich eben doch ein Lifestyle-SUV, kein Van für Großfamilien. Dafür überzeugen der mit 465 Litern Fassungsvermögen recht große Kofferraum bei fünfsitziger Bestuhlung und die mit nur einem Handgriff umzuklappenden Sitze, die sich zu einer ebenen Ladefläche zusammenfalten. Dadurch entstehen bis zu 930 Liter Volumen, die sich über eine niedrige Ladekante gut befüllen lassen.

Überhaupt ist der Innenraum ganz gefällig geraten. Die schnörkellose Gestaltung, gut ablesbare Instrumente und solide wirkende Verarbeitung dürften den Geschmack der europäischen Kunden treffen. Nur die Regler der Klimaanlage sind etwas weit nach unten gerutscht. In der Mittelkonsole finden sich Ablagefächer für verschiedene Utensilien.

Am Ende gibt sich der Captiva aber doch eine Blöße: ESP ist in der Grundausstattung des Fünfsitzers mit Benzinmotor nicht verfügbar. Wer den sinnvollen Schleuderschutz haben möchte, muss entweder zum Siebensitzer oder zu einer höheren Ausstattungslinie greifen. Ansonsten ist der Koreaner schon in der Basis mit sechs Airbags, CD-Radio und Klimaanlage passabel ausgestattet.

[strong]Technische Daten Chevrolet Captiva:[/strong]

Mittelklasse-SUV mit fünf bis sieben Sitzen, Länge/Breite/Höhe/Radstand:
4,64 Meter/1,85 Meter/1,72 Meter/2,71 Meter; Leergewicht 1 730 Kilogramm, Zuladung 450 Kilogramm, Kofferraumvolumen 465 bis 930 Liter, max. Anhängelast 1 500 Kilogramm; Antrieb: 2,4-Vierzylinder-Benziner, 100 kW/136 PS, max. Drehmoment 220 Nm bei 2 200 U/min, 0-100 km/h in 11,5 Sek., Höchstgeschwindigkeit 185 km/h, Normverbrauch 8,9 Liter/100 km, CO2-Ausstoß 217 g/km, Testverbrauch 11,1 Liter/100 km; Steuern pro Jahr 162 Euro, Beiträge bei der AXA-Versicherung: KH 599 Euro (Typklasse 19, SF 1, Zulassung Düsseldorf, 100 Mio. Euro pauschal mit Schutzbrief), VK 592 Euro (Typklasse 19, SF 1, 300/150 Euro SB), TK 86 Euro (Typklasse 18, 150 Euro SB); Preis ab 23 090 Euro.

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