Tag des Donners: Der Jeep Grand Cherokee SRT8 von delta4x4

, 12.04.2008


Ein Tag im Jeep Grand Cherokee. Liest sich unspektakulär, ist es aber nicht! Denn delta4x4 hat die Topversion SRT8 in einen schokobraunen Bollerwagen verwandelt.

Es ist immer schwieriger, sich vom alltäglichen Auto-Einerlei abzuheben. Das werden sogar Fahrer eines Jeep Grand Cherokee bestätigen können. Denn selbst der stattliche Ami fällt zwischen all den Q7s, X5s und Cayennes kaum auf. Wie gut, dass es Tuner gibt, die einen Ausweg aus diesem Dilemma kennen. Zum Beispiel delta4x4: Der Odelzhausener Offroadspezialist hüllt den Grand Cherokee SRT8 nicht nur in ein spektakuläres Outfit und fördert 74 versteckte PS zutage, sondern verpasst ihm einen Sound, der die Erde beben lässt – und zwar immer und überall.

Doch erst einmal bleibt alles ruhig, das Tier im Jeep schlummert noch. Solange das so ist, bleibt genug Zeit, das ungewöhnliche Äußere zu betrachten. Erste Überraschung: Gegen den Trend legt der Tuner die Karosserie des Monsters nicht tiefer, sondern höher – und zwar um satte zehn Zentimeter! Die monströsen 23-Zoll-Felgen namens „Elements IV“ tragen ihren Teil dazu bei, dass sich der jetzt „Dune Project“ genannte Ami noch höher aufbäumt. Und dann die Farbgebung: Ein mattes, terrabraunes Folienkleid macht den Eindruck, als habe der Tuner die Grand Cherokee-Karosserie mit einer feinen Schokoladenschicht überzogen. Zum Anbeißen sieht der SRT8 deswegen aber nicht aus – zu grimmig schaut er dank der um 50 Millimeter tiefer gezogenen Frontschürze, des Maschengitter-Kühlergrills und Edelstahl-Unterfahrschutzes sowie der Seilwinde drein.

Glänzende Optik

Doch damit nicht genug der exklusiven delta4x4-Accessoires. Zusätzliche Seitenbügel, die den Einstieg erleichtern, neue Außenspiegel und Türgriffe sowie der hintere Unterfahrschutz - alles aus Edelstahl gefertigt - setzen glänzende Akzente. Hinzu kommt der PIAA-Edelstahl-Dachträger mit integrierten Fernscheinwerfern, der gemeinsam mit den in die Kotflügelverbreiterungen eingelassenen Leuchten bei Bedarf die Nacht zum Tage macht.

Also: Der delta4x4 Dune Project sieht wirklich beeindruckend aus. Aber fährt er sich auch so? Um das herauszufinden, entert – oder besser: erklimmt – man den serienmäßig belassenen Innenraum und nimmt auf dick gepolstertem Ledergestühl Platz. Und macht das Unvermeidliche: Ein Schlüsseldreh, und das Tier von einem V8-Motor erwacht zum Leben. Die Erde scheint zu beben, Wände scheinen zu wackeln, von Passanten erntet man strafende Blicke oder – mit etwas Glück – ungläubiges Kopfschütteln. Beim Fahrer stellt sich dagegen ein freudiges Grinsen ein, und plötzlich schießt dieses Lied aus der Bierwerbung in den Kopf: „Ein schöner Tag…“

Ein sanfter Tritt aufs Gaspedal, und der Dune Project setzt sich erstaunlich zivilisiert in Bewegung. Das gilt dann auch für den Motorsound. Bei niedrigen Drehzahlen brabbelt der nun 500 PS starke 6,1-Liter-Hemi-V8 scheinbar teilnahmslos vor sich hin. Aber wehe, man presst das „Spaßpedal“ mit ein wenig mehr Kraft Richtung Fahrzeugboden: Der Jeep schüttelt sich kurz und stürmt mit einer Vehemenz dem Horizont entgegen, dass man Angst um den Asphalt haben muss. Dass der schokobraune Riese bei Bedarf - wie von delta4x4 angegeben - in fünf Sekunden von Null auf Hundert schießt, bezweifelt keiner, der dieses Schauspiel miterlebt hat. Dabei brüllt das Auto so jähzornig durch die eckigen, mittig platzierten Auspuff-Endrohre, dass selbst erfahrene Autojournalisten feuchte Augen bekommen.

Feuchte Augen, feuchte Hände

Feuchte Hände sind bei Ami-SUVs gerne dann angesagt, wenn es flott um Kurven geht. Doch delta4x4 ist es gelungen, dem Dune Project trotz des nun höheren Schwerpunkts eine ordentliche Agilität mit auf den Weg zu geben. Die betont straffe Abstimmung des Fahrwerks lässt das Monstrum Kurven unaufgeregt und ganz ohne Zicken durcheilen. Für seine Größenverhältnisse lenkt der Bolide sogar recht zackig ein.

Doch irgendwann hat auch dieser „Tag des Donners“ ein Ende. Es hat Spaß gemacht, diese motorischen Urgewalten zu spüren und das Wort „Vernunft“ für einen Tag aus seinem Vokabular zu streichen. Apropos Vernunft: Sollten Sie 114.000 Euro übrig haben, können Sie diesen so herrlich politisch unkorrekten Spaß so oft genießen, wie Sie wollen. Und glauben Sie uns: Es lohnt sich – nicht nur für Sie, sondern auch für den Tankwart Ihres Vertrauens.

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