Testbericht: der neue Opel Antara

, 27.08.2007


Endlich hat Opel wieder einen Allradler im Angebot. Technisch fast identisch mit dem Chevrolet Captiva und ebenfalls Made in Korea, soll der neue Opel Antara eines der Zugpferde in der Klasse der mittelgroßen Crossover à la BMW X3 sein.

In Athen haben wir herausgefunden, ob dies nun ein deutscher Opel oder doch koreanische Nachmache ist.
Mit einer Größe von knapp 4,60 Meter kann er schon mal mit einem BMW X3 mithalten. Typische Stilmerkmale wie zum Beispiel die ,,Bügelfalte" auf der Motorhaube oder die breite Chromspange mit dem großformatigen Opelblitz zeigen, dass der Antara zur Opel Familie gehört.
Einerseits zeigt er robustes Offroad-Design, andererseits sieht er aus, wie ein putziger Familienwagen. Nicht unbedingt geländewagentypisch sind auch die seitlichen Lufteinlässe, die leider keinerlei Funktion haben. Dafür ist seine chromverzierte Heckansicht recht ansehnlich.
Ganz ehrlich hätten wir uns von der Studie der IAA 2005 mehr erwartet. Dass die Sidepipes nicht bleiben, war uns klar, aber ein bisschen spannender hätte der neue Antara schon ausfallen dürfen.

Der Innenraum wirkt dagegen solide. Angenehme Materialien, gute Verarbeitung, das Chrom ist echt. Auch das Cockpit ist aufgeräumt, die notwendigen Knöpfe findet man sofort. Eine hohe Sitzposition verschafft guten Überblick nach vorn und hinten. Und die Platzverhältnisse für Fahrer, Beifahrer und die hinteren Gäste sind sehr üppig. Auch an der Serienausstattung gibt´s wenig zu bemängeln. Klimaanlage, ESP, Bremsassistent, Fünfstufen-Automatikgetriebe und eine komplette Sicherheitsausstattung mit acht Airbags sind an Bord. Ärgerlich ist nur, dass man zum Beispiel eine Einparkhilfe nur im Paket und nicht einzeln bekommt.
Mit wenigen Handgriffen kann man den Antara in einen Lademeister verwandeln: 1420 Liter schluckt er maximal. Allerdings stört die extrem hohe Ladekante. Ab Frühjahr 2007 kommt gegen Aufpreis das Flex-Fix-System, das wir vom Corsa kennen: Ein versenkbarer und fest eingebauter Fahrradständer, mit dem sich am Heck Fahrräder oder auch Kisten transportieren lassen.

Opel verspricht ein dynamisches Straßenauto mit Off-Road-Talenten. Doch auf der Straße sorgen 227 PS für weniger Vortrieb als erwartet. 8,8 Sekunden, um auf 100 km/h zu kommen, sind subjektiv länger als auf dem Papier. Das liegt wohl daran, dass das maximale Drehmoment erst bei 3200 U/min anliegt und man den Motor ordentlich drehen lassen muss. Beim Verbrauch geht der Offroader leidenschaftlicher zur Sache. Die 11,6 Liter Super laut Opel verbraucht er in Wirklichkeit deutlich schneller und ist erst bei 14 Litern 100 Kilometer weit gefahren.

Die starke Seite des Antara ist sein straffes Fahrwerk. Er fährt sich ausgesprochen handlich und in engen Kurven fängt ihn das serienmäßige ESP sicher auf. Für Komfortsuchende ist dieses Auto zu straff, man merkt jeden Kanaldeckel auf der Straße. Mit 20 cm Bodenfreiheit und 45 cm Wattiefe kommen Skihüttenbesitzer sicher ans Ziel. Doch für richtige Offroadfahrten fehlen dem Antara Sperren und echte Geländeutensilien.

Die Eintrittskarte in die Antara-Klasse gibt es ab 26.850 Euro. Zusätzlich sollte man für Extras einige Tausend Euro einkalkulieren, da Features wie Leder, Xenon und Einparkhilfe nur in Paketen erhältlich sind.

Im Angebot sind vier kraftvolle Motoren mit einem Leistungsspektrum von 127 bis 227 PS. 75 Prozent aller Antara sollen einen Diesel unter der Haube haben. Der 150 PS starke 2.0 CDTI für knapp 31.000 Euro, hat mit der schweren Karosse einiges zu schleppen, ist aber ab sofort beim Händler erhältlich. Ein 127-PS-Diesel wird in Kürze nachgereicht.

Im Prinzip hat der Opel Antara alles, was ein Crossover haben muss. Den Offroad-Look, die hohe Sitzposition, viel Platz und einen Innenraum in dem man sich auf Anhieb wohl fühlt. Insofern ist er ein echter deutscher Opel und nicht ein Abklatsch des koreanischen Schwesternmodells Captiva.

Einen ausführlichen Testbericht sehen Sie in der aktuellen Folge Motorvision # 163 im DSF.

1 Kommentar > Kommentar schreiben

21.03.2013

zum aktuellen Antara hat Opel ja schon ein bisschen zugelegt. Insbesondere Getriebeseitig besteht schon Optimierungspotential. Glücklicherweise steht der Nachfolger schon in den Startlöchern


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