VW Golf TSI BlueMotion 2015 Test: Wer braucht da noch einen Diesel?

, 18.06.2015


Der Unterschied zwischen dem Literpreis für Benzin und dem für Diesel beträgt aktuell deutschlandweit rund 0,25 Euro. Von der Werksangabe ausgehend, benötigt die Diesel-Variante exemplarisch auf 10.000 Kilometern genau 340 Liter Kraftstoff, die Benzin-Variante kommt auf 430 Liter Sprit. Kostet ein Liter Diesel aktuell 1,20 Euro (Stand 17.06.2015 in Münster), sind das 408 Euro für 10.000 Kilometer. Super gibt es für 1,45 Euro pro Liter (Stand 17.06.2015 in Münster), ergo sind das 623,50 Euro bei 10.000 Kilometern und in der Beispielrechnung ein Plus von 215,50 Euro zum Diesel.

Bei 10.000 Kilometern pro Jahr belaufen sich die Kosten für Steuern und Kraftstoff beim Diesel auf 560 Euro, beim Benziner auf 651,50 Euro. Daraus ergibt sich ein Plus von 91,50 Euro pro Jahr beim Benziner. Sogar bei einer jährlichen Kilometerleistung von 15.000 Kilometern betragen die Mehrkosten des Benziners für Sprit und Steuern nur 199,25 Euro jährlich, die allerdings beim Anschaffungspreis einer Differenz von 2.450 Euro des teureren Diesels gegenüber stehen. Bei diesen Kilometerleistungen erneut ein Vorteil für den Benziner.

Unter Berücksichtigung des Anschaffungspreises, liegen die Vorteile für den ebenso sparsamen VW Golf TSI BlueMotion als Benziner klar auf der Hand, wenn das Fahrzeug primär auf kürzeren Strecken und im Alltag einer Familie zum Einsatz gelangt. Der VW Golf TDI BlueMotion lohnt sich kostenrechnerisch erst auf der Langstrecke.

Innenraum: Das Platzangebot beeindruckt

Der Innenraum besticht durch seine gute Verarbeitung und ein klar strukturiertes Cockpit. Großflächig setzt Volkswagen auf angenehme Softtouch-Oberflächen. Nur im nicht direkt sichtbaren Bereich gelangt Hartplastik zum Einsatz, wie zum Beispiel im unteren Bereich des Armaturenbrettes, das allerdings gut verarbeitet ist. Dazu gefallen in unserem Testwagen mit der Ausstattungslinie „Comfortline“ die sportlich-elegant anmutenden Dekoreinlagen „Dark Silver Brushed“ sowie das Lenkrad und der Schalthebelknauf in Leder.

Für sehr viel Platz ist gesorgt: Auf den Vordersitzen finden locker über 2,00 Meter große Personen Platz und profitieren dazu von den guten Einstellmöglichkeiten des Lenkrades und des Sitzes. Sogar hinten können es sich über 1,90 Meter große Mitreisende bequem machen. Wer mit dem VW Golf TSI BlueMotion auf die lange Reise geht, wird zudem den Langstreckenkomfort der Sitze zu schätzen wissen.

Zahlreiche Ablagen vorne und hinten vereinfachen das Verstauen jeglichen Kleinkrams. In die Türfächer vorne passen sogar 1,5 Liter große PET-Flaschen. Dazu kommen Becherhalter, ein großes Ablagefach in der Mittelkonsole, ein klimatisiertes Handschuhfach und Schubfächer unter den Sitzen.

Mit Leichtigkeit an jedes Ziel

Zentral in der Mittelkonsole befindet sich der 8,0 Zoll beziehungsweise 20,3 Zentimeter große Farb-Touchscreen des Top-Radio-Navigationssystems „Discover Pro“ mit einem gestochen scharfen Bild und einer nahtlos funktionierenden Verkehrszeichenanzeige. Volkswagen setzt bei seinem System auf eine Funktion, die auf Wischbewegungen der Finger reagiert (Wisch- und Zoomgestik wie bei einem Smartphone) und sich als äußerst praktisch erweist. Nähert sich die Hand dem großen Bildschirm, fahren die Menüs dank der Annäherungssensorik zudem automatisch aus.

„Discover Pro“ lässt sich selbsterklärend bedienen und bietet unter anderem ein DVD-Laufwerk (Audio- und Video), eine Sprachbedienung, eine 3D-Kartennavigation und eine 64-GB-SSD-Festplatte. Mit den auf Wunsch erhältlichen mobilen Online-Diensten „Car-Net“ erfolgt die Fahrt noch entspannter zum Ziel; denn das System wird über das Internet ständig auf den neuesten Stand gebracht und nutzt daher Daten, deren Aktualität kaum zu übertreffen ist. Wenn sich beispielsweise irgendwo ein Stau bildet oder auflöst, passt das System die Route sofort automatisch an.

Anhand von Satellitenbildern und detailreichen „Google Earth“-Aufnahmen fällt die Orientierung leichter denn je. An vielen Orten stehen zusätzlich 360-Grad-Panoramabilder von „Google Street View“ zur Verfügung. Damit nicht genug: Car-Net sucht sogar nach Einkehrmöglichkeiten und entdeckt mit einer Online-Sonderzielsuche zahlreiche attraktive Restaurants oder Tankstellen.

Internet an Bord: Die Einbindung von Smartphones, Tablets und Smartwatches

Via „Volkswagen Media Control“ beziehungsweise „App-Connect“ lassen sich Smartphones, Tablets und Smartwatches über WLAN in das Infotainment-System integrieren, um unter anderem auf die Navigation, das Radio, den Media-Player oder Ergebnisse der Google-Suche zuzugreifen - die neue Form eines Rear-Seat-Entertainment-Systems. Hinter „App Connect“ verbergen sich die Software-Schnittstellen „Mirror Link“, „Android Auto“ (Google) und „CarPlay“ (Apple). An Bord des VW Golf TSI BlueMotion eröffnen diese Schnittstellen die Möglichkeit, eine Vielzahl der Smartphone- beziehungsweise Smartwatch-Apps über das Infotainment-System zu nutzen.

Kofferraum: Das Be- und Entladen kann so einfach sein

Der gut zugeschnittene Kofferraum mit einem doppelten Ladeboden besitzt ein im Segment durchschnittliches Gepäckraumvolumen von 380 Litern. Ideal für den Alltag erweist sich die niedrige Ladekante und beim Ladeboden in der oberen Stellung eine flache Ladestufe, die ein bequemes Be- und Entladen ermöglichen. Ebenso praktisch ist die Durchlademöglichkeit in der Rücksitzlehne.

Die Rücksitze lassen sich einfach umklappen, so dass sich eine fast ebene Ladefläche und ein Stauvolumen von 1.270 Litern ergeben. Die Länge des Kofferraumes beträgt bei aufgestellter Rücksitzbank 83,9 Zentimeter, bei umgeklappten Rücksitzen 1,56 Meter und einer Breite von maximal 1,44 Meter. Der Kofferraum besitzt nicht nur einen guten Zuschnitt. Ebenso vorhanden sind in unserem Testwagen Verzurrösen und eine 12-Volt-Steckdose.

Assistenz- und Komfortsysteme: Auf Nummer sicher gehen

An Bord des VW Golf TSI BlueMotion arbeitet eine ganze Armada von Assistenz- und Komfortsystemen. Zu den serienmäßigen Technologien gehört neben der elektronischen Quer-Differenzialsperre XDS+ die Multikollisionsbremse, die nach einer Kollision und im Rahmen der Grenzen des Systems automatisch eine Bremsung einleitet, noch bevor der Fahrer reagieren kann, um die Schwere des Unfalls zu reduzieren und Folgekollisionen im Idealfall zu vermeiden.

Optional erhältlich sind unter anderem eine Müdigkeitserkennung (Serie bei „Comfortline“), der Spurhalteassistent „Lane Assist“, eine Verkehrszeichen-Erkennung, der Parklenkassistent „ParkAssist“, der das Fahrzeug automatisch in Längs- sowie Querparklücken steuert und zudem aus Längsparklücken ausparkt. Ebenso auf Wunsch an Bord: Bei der Fernlichtregulierung „Dynamic Light Assist“ erübrigt sich das manuelle Ausschalten des Fernlichtes. Denn das System blendet automatisch partiell beim Gegenverkehr ab.

Fazit:

Lange hat es gedauert, aber das Warten auf den VW Golf TSI BlueMotion lohnte sich. Der sparsame Dreizylinder-Motor überzeugt nicht nur auf dem Papier mit einem niedrigen Benzinverbrauch - sogar in der Praxis erweist sich der Golf TSI BlueMotion als extrem effizient. Der Dreizylinder-Benziner bietet dazu eine spritzige Performance und eine Kultiviertheit, an die ein moderner Diesel nicht herankommt. Wer darüber nachdenkt, sich ein Kompaktfahrzeug mit Diesel zu holen, sollte den neuen VW Golf TSI BlueMotion mit in seine Überlegungen einbeziehen.


Technische Daten VW Golf TSI BlueMotion Comfortline:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum: 999 cm³
Leistung: 85 kW/115 PS bei 5.000-5.500 U/min
Drehmoment: 200 Nm bei 2.000-3.500 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Schaltgetriebe
Vmax: 204 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 9,7 Sekunden
Durchschnittsverbrauch: 4,3 l/100 km
CO2-Emission: 99 g/km
Preis: ab 22.150 EUR

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