Räikkönen versteht Aufregung um Reifen nicht

, 17.04.2013

Bei Lotus nimmt man die Aufregung um die Reifen verwundert zur Kenntnis - Pirelli liefere, worum die Teams gebeten hätten

Nachdem das Thema Stallorder erschöpfend diskutiert wurde, hat die Formel 1 seit dem Grand Prix von China einen neuen (alten) Aufreger: Wieder einmal stehen die Pirelli-Reifen im Mittelpunkt der Diskussion. Nicht nur die weiche Reifenmischung, die in Schanghai schon nach wenigen Runden verschlissen war, wurde von vielen Fahrern heftig kritisiert, sondern auch die Entwicklung der Rennen: Taktisches Fahrern auf Zielzeiten statt echter Zweikämpfe auf der Strecke - dieses Bild bot sich den Zuschauer in China während der meisten Zeit.

Während einige Teams und Fahrer Pirelli auffordern, die Reifen zu verändern und widerstandsfähiger zu machen, beobachtet Kimi Räikkönen (Lotus) die Diskussion mit Verwunderung. Seiner Meinung nach haben sich die Reifen kaum verändert: "Es ist eigentlich kaum anders als im Vorjahr. Ich verstehe nicht, warum sich die Leute so aufregen", sagt der Finne. Auch sein Teamchef kann die Aufregung um die Pneus nicht nachvollziehen. Pirelli liefere nur, was die Formel 1 bestellt habe.

"Als Sport haben wir den Reifenlieferant Pirelli gebeten, uns mit Reifen zu versorgen, die verschiedene Strategien ermöglichen und die eine Anpassung daran zu einem Teil des Wettbewerbs machen", erinnert Eric Boullier. Der Franzose will daher nicht in den Chor der Pirelli-Kritiker einstimmen, sondern lobt den italienischen Reifenhersteller: "Wir konnten in dieser Saison einige tolle Rennen sehen und Pirelli darf sich dafür verantwortlich fühlen", so Boullier.

Lotus und vor allem Räikkönen haben offenbar schon in der Frühphase der Saison einen Weg gefunden, das Potenzial der Reifen optimal auszunutzen. Das zeigte sich schon beim Auftaktrennen in Melbourne, wo Räikkönens Zweistopp-Strategie der Schlüssel zum Sieg war. Den Vorwurf, man könne mit den Reifen nicht mehr angreifen und müsse sie nur um die Strecke tragen, weißt der Finne zurück: "Man kann mit den Reifen schon angreifen, aber perfekt ist es nie", so Räikkönen. "Man kann nie 100 Prozent geben."

Das gilt laut Räikkönen aber nur für das Rennen: "Die Pneus sind für das Qualifying sehr gut. Die bieten viel Grip", lobt der Finne die Pirelli-Reifen. "Es liegt an dir allein, sie im Rennen etwas haltbarer zu machen", ruft der Lotus-Pilot seinen klagenden Kollegen zu. Ins gleiche Horn stößt auch Boullier: "Wir erhalten alle die gleichen Reifen und es liegt an den Teams und den Fahrern, mit den Autos das Maximum herauszuholen."

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