Nissan GT Academy: Wie ein Gamer zum echten Racer in Dubai wurde

, 01.02.2013


Das große Rennen und der Crash

Bereits in der Qualifikation legte der britische Rennfahrer Alex Buncombe für das ebenfalls aus Sabine Schmitz und den zwei GT Academy-Gewinnern Peter Pyzera sowie Steve Doherty bestehende Team den Grundstein mit dem zweiten Startplatz in der SP3-Klasse - nur knapp hinter dem anderen Nissan Nismo 370Z GT4, mit dem Lucas Ordoñez die Pole Position holte. Nach einem eindrucksvollen Start durch Alex Buncombe vorbei an Lucas Ordoñez, führte das Team rund um den deutschen Nissan GT Academy-Sieger die ersten Stunden des Rennens.


Doch dann passierte in der Dämmerung von Dubai das Unerwartete: Sabine Schmitz, Mentorin und Teamkollegin von Peter Pyzera, hatte einen kurzen Ausritt in einen Reifenstapel, nachdem es eine längere „Code 60“-Phase gab und die Reifen noch nicht auf Temperatur waren. In Dubai gibt es keine „Safety Car“-Phase, sondern nur den „Code 60“, bei dem die Höchstgeschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt ist.

Die Beschädigungen am Heck des Nissan Nismo 370Z GT4 hätten manchen zum Aufhören gezwungen. Doch das betreuende Team von RJN zeigte echten Einsatz und baute in 1,5 Stunden den Rennwagen wieder auf - mit Hämmern wurden die Kotflügel wieder hergerichtet, eine neue Hinterachse samt Differenzial eingebaut etc. Die Zuhörer von „Radio Le Mans“ verliehen der eifrigen Boxen-Crew von RJN nach dem Rennen den Preis „Spirit of Le Mans".

Peter Pyzera darf den mühsam reparierten Rennwagen übernehmen und bewies erneut, welches Talent in ihm steckt. Die Nachwuchshoffnung zeigte bei seinen Stints eine hervorragende Fahrt und erhielt auch von Sabine Schmitz höchstes Lob: „Er hat eine gute Leistung abgeliefert und keinen Fehler gemacht. Wenn man schaut, was die Gewinner der GT Academy aus der Vergangenheit geboten bekommen haben, steht Peter einiges offen. Es wäre unsinnig, Peter nicht zu übernehmen.“ In der Tat zählten die Rundenzeiten von Peter Pyzera zu den besten, die in der SP3-Klasse gefahren wurden.

Emotionen vor dem Urteil: Wird der Traum von Peter Pyzera wahr?

Das Team vom Pech verfolgt und durch lange Reparaturphasen aufgehalten, reichte es am Ende dennoch für den 9. Platz im SP3-Klassement. Peter Pyzera tat alles für das Team, er fuhr fehlerfrei und kämpfte - und doch reichte es nicht für das Podium, auf dem das andere Team der Nissan GT Academy mit dem zweiten Platz landete. Beim abschließenden Briefing brach Peter Pyzera in Tränen aus. Der Ehrgeiz und der Siegeswillen von Peter Pyzera sind groß, aber er ist ebenso emotional - und das macht ihn noch sympathischer.


Ist der Traum mit diesem Ergebnis nun zerbrochen? Die Verantwortlichen nehmen Peter Pyzera nach dem Abschlussbriefing zur Seite. Möchten ihn die Vertreter von Nissan nur trösten und mitteilen, dass er kämpfte und es zumindest einen Versuch wert war? Sabine Schmitz war ebenfalls gespannt: „Peter ist schnell und fuhr ein fehlerfreies Rennen. Es wäre Unsinn von Nissan, wenn sie ihn nicht nehmen würden.“

Jeder wollte wissen, was die Verantwortlichen von Nissan zu Peter Pyzera sagten. Doch dann folgte plötzlich ein Lachen: Peter Pyzera und Wolfgang Reip haben es geschafft und dürfen noch in diesem Jahr mit einem Nissan GT-R Nismo GT3 in der renommierten und europaweit ausgetragenen „Blancpain Endurance Serie“ starten, um gegen bekannte Fahrer wie Tom Kristensen und Frank Stippler oder Sportwagen wie Audi R8 LMS ultra, Mercedes SLS AMG GT3, McLaren MP4-12C GT3, Lamborghini Gallardo LP600 plus, Ferrari 458 Italia GT3 und Porsche 911 GT3-R anzutreten. Einen besseren Anfang hätte es für Peter Pyzera nicht geben können. Wer weiß, wo wir Peter Pyzera noch überall sehen werden.

Doch welche Träume schwirren dem Gewinner der deutschen GT Academy in dieser Situation durch den Kopf? Peter Pyzera verriet uns seine geheimen Wünsche: „Mein größter Wunsch wäre es, mit Rennsport Geld verdienen zu können. Ich möchte einmal das 24-Stunden-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife fahren. Ich liebe diese Rennstrecke!“ Wir regen Peter Pyzera zum Träumen an und kitzeln noch mehr aus ihm heraus: „Ich hätte gerne ein eigenes Haus und dazu vielleicht einen Sportwagen und einen schönen Oldtimer, den ich pflegen kann.“

Es sind Träume, wie sie viele Autoenthusiasten haben. Wer weiß, welche Träume von Peter Pyzera noch Wirklichkeit werden. Ein Märchen aus 1001 Nacht wurde für Peter Pyzera in Arabien bereits wahr. Er ist ein Kämpfer, dem der langjährige Umweg über die Kartkarriere und hohe Einsatzgelder erspart blieb.

Auch das ist gewiss: Die Nissan GT Academy stellt mehr als ein überzeugendes Rennfahrer-Programm und eine starke Inspiration für ambitionierte Gamer dar, in einen echten Rennsessel zu wechseln. Kein anderer Autohersteller öffnete bislang die professionelle Rennwelt so für das Publikum. Und das mit großen Erfolgen! Auch in diesem Jahr soll die GT Academy weitergehen, um das nächste Nachwuchstalent unter den Gamern zu finden. Sobald es los geht, wird Nissan unter www.nissan.de darüber informieren.

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