Fiat 500L Test: Dieser Minivan kocht sogar Kaffee

, 27.11.2012


Zu den weiteren Merkmalen der „Lounge“-Ausstattung zählen unter anderem eine 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Fensterheber vorne und hinten, beheizbare Außenspiegel in Wagenfarbe, eine Armlehne mit Ski-Durchladeeinrichtung für die hintere Sitzbank, Klapptische an der Rückseite der beiden vorderen Sitze, ein automatisch abblendender Innenspiegel und ein Regensensor mit automatischer Fahrlichtschaltung. Das Einparken in der City erleichtern ferner Parksensoren hinten - die Front lässt sich bestens einsehen. Für 350 Euro ist sogar eine Rückfahrkamera erhältlich.

Dazu kommen eine Geschwindigkeitsregelanlage sowie ein Lederlenkrad und ein Schaltknauf in Leder. Die Oberfläche der Armaturenelemente hielt Fiat im Softtouch-Material „Castiglio“, das edle Akzente setzt. Die anthrazitfarbenen Sitze mit teilbelederter Rückenlehne unterstreichen derweil den Lounge-Charakter und das Wohlbefinden an Bord.

Mehr und mehr Smartphone im Fiat 500L

Die Steuerung der Audio-Anlage erfolgt nicht nur über die praktischen Multifunktionstasten am Lenkrad, sondern auch über einen 5 Zoll großen Touchscreen. Außerdem lassen sich Smartphones und externe Mediaplayer drahtlos in das System integrieren. Zusätzlich fungiert „Uconnect“ als Freisprecheinrichtung oder liest per Sprachausgabe erhaltene SMS vor. Für die Zukunft plant Fiat die Bedienung von Smartphone-Apps über „Uconnect“, wie zum Beispiel Facebook, Twitter sowie Verkehrs- und Wetterinformationen.

Der Fiat 500L Lounge ist serienmäßig ordentlich ausgestattet. Für die Top-Ausstattung sind mit dem 1.3 16V Multijet 20.700 Euro fällig. Auf der Optionsliste befinden sich die Sitzheizung für Fahrer und Beifahrer für 70 Euro und das Komfort-Paket für 390 Euro mit einer Lordosenstütze für den Fahrer- sowie Beifahrersitz und eine Mittelarmlehne.

Ein Navigationssystem findet sich nicht an Bord. Hier bietet Fiat eine praktische Lösung, nämlich für nur 60 Euro eine Dockingstation für die weit verbreiteten, zuverlässigen TomTom-Navigationssysteme, die erst gar keinen Kabelsalat entstehen lässt. In unserem Testwagen war allerdings noch der Anschluss des mobilen Navigationsgerätes über den Zigarettenanzünder per Kabel erforderlich - funktionierte ebenso reibungslos, jedoch ist die Dockingstation für solch einen günstigen Preis sehr zu empfehlen.

Crema gefällig? Kein Problem für den Fiat 500L

Die ab Frühjahr 2013 erhältliche Espresso-Maschine von Lavazza stellt das vermutlich verblüffendste Accessoire für den Fiat 500L dar, der sich durch und durch dem italienischen Lebensstil verschrieb. Die Lavazza 500 lässt sich mit dem Bordnetz (12 Volt) betreiben und wird in einem speziellen Halter zwischen den Vordersitzen platziert. Alle für die kleine Kaffeepause zwischendurch erforderlichen Zutaten sind im Set „Coffee Experience" enthalten: Becher, Löffel, Espresso-Kapseln und sogar der Wasservorrat. Ein Knopfdruck genügt und die Maschine erzeugt den für einen perfekten Espresso nötigen Druck - und zwei Minuten später avanciert der Fiat 500L zum Café auf Rädern. Die Preise für die Espresso-Maschine sind noch nicht bekannt.

Verdammt viel drin - Sicherheit und Ausstattung

Bereits die Basisversion „Pop“ des Fiat 500L weiß ab 15.900 Euro zu überzeugen: Elektrische Fensterheber, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, ein höhen- und längsverstellbares Lenkrad, ein höhenverstellbarer Fahrersitz, Tagfahrlicht, die elektrische Dualdrive-Servolenkung und ISOFIX-Befestigungen für Kindersitze sind bereits in der Basisversion „Pop“ serienmäßig enthalten.

Bei der Sicherheit sparte Fiat ebenso wenig: Der 500L besitzt in allen Ausstattungsvarianten unter anderem das elektronische Stabilitätsprogramm ESP mit einer Antriebsschlupfregelung (ASR), eine Berganfahrhilfe (Hill Holder), das Antiblockiersystem ABS samt einer elektronischen Bremskraftverteilung (EBD) und einem Bremsassistenten (BAS). Dazu kommen Front- und Seitenairbags vorne sowie durchgehende Kopfairbags. Der Lenkassistent „Dynamic Steering Torque“ fängt schließlich mit gezielten Lenkimpulsen ein ausbrechendes Fahrzeugheck wieder ein.

Optional erhältlich ist - außer für die Basis-Ausstattungsvariante „Pop“ - ein City-Notbremsassistent (LSCM), der über einen Lasersensor Hindernisse erkennt und bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h den Fiat 500L bei Gefahr selbsttätig abbremst, um eine drohende Kollision zu vermeiden.

Kofferraum mit Wickelmechanismus

Funktionstechnisch zeigt der Fiat 500L ebenfalls Größe. Sein Kofferraumvolumen beträgt 400 Liter, bei umgeklappter Rücksitzbank bis zum Dachhimmel sind es 1.310 Liter. Statt die Rücksitzbank wegzuklappen, braucht man im Fiat 500L in der Rückbanklehne nur einen Hebel zu ziehen und im Handumdrehen wickelt sich die Rücksitzbank fast von selbst auf; davor entsteht eine ebene Ladefläche. Bei Fiat heißt die äußerst praktische Funktion „Fold&Tumble“.

Für die kleinen Dinge des Alltags bietet das Familienauto im Innenraum insgesamt 22 Ablagen für die unterschiedlichsten Bedürfnisse - seien es leicht zugängliche offene Fächer für den häufigen Gebrauch oder geschlossene und verstecktere Fächer. Für die großen, besonders langen Gegenstände hält der Fiat 500L ebenfalls eine clevere Lösung parat: Zusätzlich zur geteilt umlegbaren Rücksitzbank lässt sich optional auch die Rückenlehne des Beifahrersitzes flach nach vorne klappen. Auf diese Weise passen Sportgeräte oder das berühmte Billy-Regal von Ikea in den Fahrgastraum - alles bis zu einer Länge von 2,40 Metern.

Fazit:

Der Buchstabe „L“ im Modellnamen steht für „Large" - und das im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Schuss Espresso. Der Fiat 500L besticht durch eine tolle optische Wirkung und überzeugt mit großen inneren Werten und viel Raum. Er ist sparsam beim Verbrauch und spritzig in der Stadt. Aber für Fahrten außerhalb der Städte sollte Fiat bei der Durchzugskraft des Selbstzünders nachlegen. Der Minivan stellt eine tolle Alternative für Familien zu herkömmlichen Limousinen der unteren Mittelklasse dar.

Als Vorläufer des Konzeptes der kompakten Großraumlimousine gilt der von 1956 bis 1969 gebaute Fiat 600 Multipla. Der 500L ist die neue Fiat-Interpretation der „Einfach mehr"-Philosophie des Multispace-Konzeptes und stellt eine neue Formel für die Kategorie von Kompaktfahrzeugen für die moderne Familie mit einem emotionalen Touch auf. Mit 4,15 Metern erweist sich der Fiat 500L als insgesamt 60 Zentimeter länger als der herkömmliche Fiat 500 und bietet ausstattungsabhängig für etwas mehr Geld viel mehr Auto.

Damit nicht genug: Im 2. Quartal 2013 soll bereits eine „Trekking“-Version des Fiat 500L im Offroad-Look folgen. Für das 3. Quartal 2013 plant Fiat einen Siebensitzer des 500L, der um etwa 30 Zentimeter länger sein dürfte. 2014 ist voraussichtlich die Zeit für einen echten Allradler.

Den Fiat 500L gibt es in der Basisvariante ab 15.900 Euro mit einem 1,4 Liter großen 95-PS-Benziner. Als direkte Konkurrenten betrachtet Fiat den Citroën C3 Picasso (aktuell ab 15.350 Euro für einen 95-PS-Benziner), den Ford B-Max (derzeit ab 15.950 Euro für einen 90-PS-Benziner) und den Opel Meriva (momentan ab 16.670 PS für einen 100-PS-Benziner) an. Der Schuss Countryman bleibt beim Fiat 500L nicht aus, doch die Preise des Briten beginnen beim 98-PS-Benziner erst ab 20.300 Euro.

Wie sich der Lifestyle orientierte Italiener durchsetzen wird? Abwarten und Kaffee trinken!


Technische Daten Fiat 500L 1.3 16V Multijet Lounge:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 1.248 cm³ | Leistung: 62 kW/85 PS | Drehmoment: 200 Nm bei 1.500 U/min | Vmax: 165 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 14,9 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 4,2 l/100 km | CO2-Emission: 110 g/km | Preis: ab 20.700 EUR

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