Honda Civic Sport 2015 Test: Kurvenräuber mit AHA-Effekt

, 05.06.2015


Es geht noch schärfer: Erfreulich stach der Honda Civic schon immer aus der Masse der meist einheitlich auftretenden Kompaktautos hervor. Doch der neue Honda Civic Sport legt noch einen drauf und sorgt endlich für noch mehr sportlichen Style, der sich sogar am neuen Civic Type R orientiert. Dazu ermöglicht neue Technik ein noch besseres Handling, während im Innenraum ein modernes Infotainment-System zum Einsatz gelangt. Wir wollen wissen, ob der neue Honda Civic Sport mit dem druckvollen und zugleich sparsamen 1,6-Liter-Diesel seinem Namenszusatz gerecht wird und wo die Stärken und Schwächen liegen.

Dieser Bodykit steht dem Honda Civic Sport richtig gut und damit setzt er sich von den anderen Ausstattungsvarianten deutlich ab: Ein Frontstoßfänger mit großen, scharf gezeichneten Lufteinlässen und schwarzen Wabengittern setzt den Civic Sport ebenso in Szene wie die schwarzen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen mit einem besonders markanten Design. Dazu kommen wie in der Serie des Modelljahres 2015 ein dynamisch gezeichneter Heckstoßfänger und extra für dieses Modell ein in Wagenfarbe lackierter Heckspoiler. Abgedunkelte Scheiben hinten sorgen für eine noch sportlichere Note.

Ein heißes Extra - und der Spaß beginnt

Für den Antrieb des Honda Civic Sport sorgt neben einem 142 PS starken 1,8-Liter-Benziner ein 1,6 Liter großer Turbo-Diesel mit 120 PS. Letzterer gelangt in unserem Testwagen zum Einsatz und soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen niedrigem Verbrauch und dynamischer Kraftentfaltung bieten.

Der Namenszusatz „Sport“ bezieht sich auf den attraktiven Bodykit. Doch mit dieser Optik sollte ein Auto auch Fahrspaß bieten. Auf den ersten Blick klingen 120 PS bei 4.000 Touren nicht nach viel Leistung. Doch dazu kommen 300 Nm maximales Drehmoment, die früh ab 2.000 Touren anliegen. So ausgerüstet, dreht der Honda Civic Sport 1.6 i-DTEC munter von unten heraus nach oben und nimmt reaktionsschnell Gasbefehle an. Der Spurt von 0 auf 100 km/h erfolgt in 10,5 Sekunden. Ebenso positiv fällt auf, dass sich das Vierzylinder-Aggregat kultiviert in puncto Laufruhe und Akustik zeigt.

Insbesondere im Kurvengeläuf bietet der Motor echten Fahrspaß. Dazu legte Honda die Lenkung schön direkt aus, was das Kurvenwildern weiter intensiviert. Noch viel mehr: Um den Fahrspaß zu steigern, besitzt der Honda Civic Sport als Neuerung das Fahrerassistenzsystem „Agile Handling Assist“ (AHA), das beim Lenken automatisch die kurveninneren Räder abbremst. Wird das Lenkrad erneut gerade gerichtet, bremst das System gezielt die kurvenäußeren Räder ab. Folge: ein besseres Ansprechverhalten und mehr Stabilität in Kurven, wo sich der Honda Civic Sport zweifellos wohl fühlt. Das Fahrwerk stimmten die Macher zudem leicht straff ab, jedoch ohne allzu große Komforteinbußen

Sollte es der Fahrer übertreiben, reagiert der Civic Sport mit einem leichten Untersteuern, sprich einem Schieben über die Vorderräder. Allerdings greift das elektronische Stabilisierungsprogramm VSA (Vehicle Stability Assist) zuverlässig ein, um das Fahrzeug in der Spur zu halten.

Wer an Ortsausgängen beschleunigen oder beim Überholen die Sprintqualitäten abrufen möchte, wird mit dem hohen Maximaldrehmoment des Motors belohnt. Anders sieht es allerdings auf der Autobahn aus, wo sich der Diesel bei steigenden Geschwindigkeiten in hohe Drehzahlen kämpft. Der Vortrieb endet bei 207 km/h.

Verbrauch: Die Freude an der Tankstelle

Das hohe Drehmoment bietet noch einen weiteren Vorteil: Bei Bedarf lässt sich mit dem Honda Civic Sport 1.6 i-DTEC schaltfaul fahren. Honda gibt zudem den durchschnittlichen Kraftstoffkonsum mit nur 3,7 Litern Diesel auf 100 Kilometern an. Auch in der Praxis zeigt sich der Diesel sehr genügsam und begnügt sich bei dezenter Fahrweise mit rund 4,5 Litern Diesel pro 100 Kilometer im Mittel.

Innenraum: Fahrspaß selbst für Großgewachsene

Beim Innenraum möchte sich Honda bewusst von seinen Wettbewerbern unterscheiden. Das Armaturenbrett mit zwei Anzeigen stellt sicher, dass der Fahrer alle wichtigen Informationen zu Geschwindigkeit, Drehzahl und Kraftstoffverbrauch immer gut lesbar direkt vor Augen hat. Direkt im Zentrum liegt wie bei einem Sportwagen der Drehzahlmesser, während eine Ebene höher unter anderem die Geschwindigkeit und die Tempolimits angezeigt werden. Überhaupt gefällt der Honda Civic Sport durch seine sofort intuitive Bedienung.

Während der obere Teil des Armaturenbrettes durch Softtouch-Oberflächen besticht, gelangt im nicht direkten Sichtfeld, wie zum Beispiel beim unteren Teil des Armaturenbrettes und bei den Türverkleidungen, leider nur Hartplastik zum Einsatz.

Beeindruckend ist die Geräumigkeit: Auf den bequemen, viel Seitenhalt bietenden Vordersitzen finden bis zu 1,90 Meter große Personen Platz. Der Platz hinten reicht nur für bis maximal 1,80 Meter große Mitfahrer. Da die Sitze im Fond nicht so gut konturiert sind, bieten diese bei flotter Kurvenfahrt wenig Halt.

Honda Connect: Mehr als nur eine Smartphone-Konnektivität

Neu ist beim Honda Civic Sport nicht nur der schwarze Dachhimmel. Das neue, einfach zu bedienende Infotainment-System „Honda Connect“ bietet schnellen Zugriff auf Fahrzeuginformationen, Musik und die Rückfahrkamera des Fahrzeugs. Ebenfalls integriert ist eine Bluetooth-Schnittstelle für die Verbindung mit dem eigenen Smartphone. Das neue System ermöglicht Internet-Browsing und optional eine übersichtliche und gut führende Garmin-Satellitennavigation, bei der vorinstallierte Karten die Navigation auch ohne mobilen Datenempfang ermöglichen. Dazu kommen vorinstallierte Apps wie Internet-Radio, Podcasts, Hörbücher, Facebook, Twitter und vieles mehr.

„Honda Connect“ ermöglicht die vom Smartphone bekannten Multi-Touchscreen-Bedienfunktionen auf einem 7-Zoll-Bildschirm (17,8 Zentimeter Bildschirmdiagonale). MirrorLink wird ebenfalls unterstützt: Bei dieser Technologie spiegelt das System die Funktionen und die Oberfläche des Smartphones auf das Display, damit die Nutzer bequem auf die Apps zugreifen können.

Kofferraum: Eine Überraschung, bei der ein VW Golf erblasst

Bei den kompakten Maßen vermutet so schnell keiner solch einen riesigen Kofferraum: 477 Liter fasst der Gepäckraum bei hochgeklappten Rücksitzen bis zur Laderaumabdeckung. Werden die Rücksitze mit wenigen Handgriffen versenkt, entsteht eine ebene Ladefläche und das Ladevolumen steigt auf imposante 1.378 Liter. Dazu befindet sich noch ein geräumiges Fach unter der Bodenabdeckung, wo früher das Ersatzrad zu finden war. Zum Vergleich: Der Gepäckraum des VW Golf bietet nur 380 Liter beziehungsweise 1.270 Liter mit umgeklappten Rücksitzen. Die Ladekante des Gepäckraums im Honda Civic Sport fällt leider hoch aus, ebenso wie die Ladestufe nach innen, was das Be- und Entladen nicht erleichtert. Verzurrösen halten bei Bedarf das Gepäck.

Sicherheit, die Unfälle bereits im Ansatz vermeidet

Die Sicherheitssysteme, die eine Kombination aus Kamera-, Radar- und Lidartechnologie (Laserradar) nutzen, sollen nicht nur einen bestmöglichen Schutz bieten, sondern auch Verkehrsunfälle bereits im Ansatz vermeiden. So bietet der Honda Civic Sport unter anderem einen City-Notbremsassistenten, um Unfälle bei niedrigen Geschwindigkeiten bis zu 32 km/h zu vermeiden oder deren Folgen zu mindern, einen Fernlichtassistenten, einen Spurhalteassistenten, einen Toter-Winkel-Assistenten und einen Ausparkassistenten, der vor Querverkehr warnt.

Fazit:

Eine Rennsemmel ist der Honda Civic Sport nicht, dennoch ein kleiner Kurvenräuber, der sportlichen Style in die Baureihe bringt, für Fahrspaß sorgt und sich zugleich als echter Spritsparer entpuppt. Eine Überraschung: der unerwartet riesige Kofferraum.


Technische Daten Honda Civic Sport 1.6 i-DTEC:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum: 1.597 cm³
Leistung: 88 kW/120 PS bei 4.000 U/min
Drehmoment: 300 Nm bei 2.000 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Schaltgetriebe
Vmax: 207 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,5 Sekunden
Durchschnittsverbrauch: 3,7 l/100 km
CO2-Emission: 98 g/km
Preis: ab 25.390 EUR

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