Mazda6 Kombi 2017 Test: Ein Software-Trick steigert den Fahrspaß

, 06.12.2016


Der Mazda6 Kombi war bereits vorher richtig gut. Aber von der Marke, die den Mazda MX-5 baut, erwarten sportliche Fahrer viel. Zum Modelljahr 2017 wird das Spitzenmodell der japanischen Marke noch besser und erhält Aufwertungen, die den Fahrspaß und den Komfort nochmals steigern. Dazu gibt es eine Weltneuheit: die „G Vectring Control“, die das Kurvenverhalten weiter verbessern soll. Wie sich das auf der Straße auswirkt, wollten wir wissen und nahmen uns für den Test mit dem 175 PS starken Mazda6 Kombi Skyactiv-D 175 Sports-Line den Top-Diesel der Baureihe vor.

Schick und durchgestylt fällt der 4,80 Meter lange Mazda6 Kombi mit seinem dynamischen Design sofort auf, der im meist öden Straßenbild attraktive Akzente setzt. Die stark konturierte Frontansicht mit den schmalen Frontscheinwerfern und LED-Tagfahrleuchten wirkt geradezu angriffslustig, während die 19 Zoll großen Räder unter den ausgestellten Kotflügeln den starken Auftritt unterstreichen. Eine Chrom-Spange und der Diffusor mit zwei markant integrierten Endrohren der Auspuffanlage setzen derweil das Heck sportlich in Szene.

Antrieb: Fahrspaß! Gebaut, um aus dem Alltag auszubrechen

Der Mazda6 Kombi Skyactiv-D 175 Sports-Line will Sportlichkeit, Komfort und Effizienz bieten - und er enttäuscht nicht. Für den Antrieb unseres Testwagens sorgt ein 2,2 Liter großer Vierzylinder-Diesel mit einer Leistung von 175 PS bei 4.500 Touren und einem maximalen Drehmoment von 420 Nm, das bei 2.000 Touren zur Verfügung steht. In Kombination mit dem Frontantrieb und einem 6-Gang-Handschaltgetriebe spurtet der flotte Kombi in 8,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 221 km/h.

Was den Mazda6 Kombi Skyactiv-D 175 Sports-Line besonders einfach macht zu fahren, ist das satte Maximaldrehmoment von 420 Nm. Dieser Kombi besticht durch eine sehr lineare Kraftentfaltung und beschleunigt sogar noch im fünften und sechsten Gang aus dem unteren Drehzahlbereich hoch. Ebenso angenehm ist die Ruhe im Innenraum, der dieseltypische Verbrennungsgeräusche erst gar nicht durchdringen lässt.

Auf der einen Seite komfortabel, kommt mit dem Japaner jede Menge Fahrspaß auf, wenn der Fahrer aus dem Alltag ausbrechen möchte. Mit einem Sportfahrwerk ausgestattet, lenkt der Kombi scharf ein. Damit nicht genug: Erwies sich die Lenkung vor der Modellpflege als etwas gefühllos, aber dennoch präzise, bietet diese jetzt auch das passende Feedback. Den aktiven Charakter des Mazda6 betont dazu ein knackiges Handschaltgetriebe mit kurzen Wegen.

G-Vectoring Control: Diese Software sorgt für das Plus an Dynamik

Doch viel spannender ist die G-Vectoring Control (GVC) - eine interessante Neuheit in der Fahrzeug-Software, die sich die natürlichen G-Kräfte in Form der Längs- und Querkräfte zunutze macht und gleichermaßen die Fahrdynamik und den Komfort steigert. Und so funktioniert GVC: Unbemerkt für den Fahrer, reduziert die Motorsteuerung bei kleineren Lenkbewegungen oder Kurvenfahrten das Drehmoment für einen winzigen Moment, um etwas mehr Gewicht auf die Vorderräder zu verlagern. In der Folge steigt die Traktion an den Vorderrädern und das Lenkverhalten verbessert sich.

Darüber hinaus variiert GVC die Radlasten und überträgt dadurch mehr Seitenführungskraft an ein Rad - für ein Plus an Dynamik in der Regel das kurvenäußere Rad. Während der Kurvenfahrt hält das System eine optimale Drehmomentabgabe aufrecht, bevor es das Drehmoment beim Beschleunigen am Kurvenausgang erhöht. Dadurch verlagert sich die Last wiederum auf die Hinterräder und die Fahrstabilität nimmt zu. Bei sehr flotter Fahrt in Kurven fühlt es sich an, als ob der Mazda6 durch Kurven gezogen wird. Mehr noch: Kleine Lenkkorrekturen, die ein Fahrer unbewusst auf unebenen Straßen ständig vornimmt, reduziert GVC deutlich, wodurch ein Fahrer weniger schnell ermüdet. Auf kurzen Wegen macht sich das nicht bemerkbar, wohl aber auf der Langstrecke.

Sollte der Fahrer in Kurven zu schnell unterwegs sein, schiebt der Mazda6 Kombi über die Vorderräder, bleibt aber dennoch leicht beherrschbar. Der dynamische Familienvater wird erfreut darüber sein, dass die Stabilitätskontrolle erst spät, aber zuverlässig eingreift, um den Kombi zurück in die Spur zu bringen.

Verbrauch: Wer es darauf anlegt, wird überrascht sein

Die Japaner geben den durchschnittlichen Verbrauch des Mazda6 Kombi Skyactiv-D 175 Sports-Line mit 4,6 Litern Diesel auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 121 g/km entspricht. Kein Fabelwert: Bei zurückhaltender, sparsamer Fahrweise ist dieser Durchschnittsverbrauch fast erreichbar.

Innenraum: Das sind die Neuheiten für das Modelljahr 2017

Richtig schick wirkt der Innenraum durch die feine Lederausstattung, Softtouch-Oberflächen im Griffbereich und Alu-Applikationen. Einmal Platz genommen und in Fahrt, fallen außerdem das selbsterklärende, übersichtliche Cockpit und die Seitenführung der Sitze positiv auf. Auf den Vordersitzen können es sich 1,95 Meter große Personen locker bequem machen. Selbst der Fond ermöglicht groß gewachsenen Insassen mit über 1,90 Metern ein angenehmes Fahren auf langen Strecken. Das Reisen in der kalten Jahreszeit gestaltet eine Sitzheizung für beide Vordersitze und die äußeren Rücksitze nochmals angenehmer.

Zum Modelljahr 2017 nahm Mazda außerdem Verbesserungen im Innenraum vor: Das griffige, neu gestaltete Sport-Lederlenkrad besitzt jetzt eine Lenkradheizung, während sich die Instrumentenanzeige durch einen optimierten Kontrast besser ablesen lässt. Neu ist zudem das TFT-Farbdisplay im rechten Rundinstrument.

Schärfer und dazu in Farbe erscheint das Head-up-Display, das neben Hinweisen der Navigation unter anderem Verkehrszeichen wie das aktuell geltende Tempolimit auf eine Klarscheibe in das Blickfeld des Fahrers projiziert. Die Position der Klarscheibe lässt sich in der Memory-Funktion der elektrisch einstellbaren Sitze einspeichern. Und das erweist sich in der Tat sehr praktisch: Bei wechselnden Fahrern müssen weder Sitze noch Scheibe jedes Mal neu eingestellt werden.

Infotainment: Eine neue Größe und das Internet im Auto

Das Infotainment-System „MZD Connect" mit einem jetzt 7 Zoll beziehungsweise 17,8 Zentimeter großen Farb-Touchscreen bietet eine Navigation und ferner Zugriff auf zahlreiche Internet-Funktionen über ein in das Fahrzeugsystem eingebundenes Smartphone. Über die Apps „Aha“ und „Stitcher“ lassen sich zum Beispiel Internet-Radiostationen hören, Hotel- und Restaurantempfehlungen einholen sowie Facebook und Twitter über den großen Touchscreen des Mazda6 nutzen. Eine weitere Funktion ermöglicht zudem das Herunterladen und Vorlesen von E-Mails und SMS. Positiv: Einige bevorzugen zur Bedienung Controller in der Mittelkonsole, andere die Bedienung direkt auf dem Touchscreen - Mazda bietet beide Varianten an.

Kofferraum: Clever gestaltet und jede Menge Platz

Wer sich einen Kombi kauft, der möchte viel transportieren. Mazda gelang der Spagat zwischen athletischer Optik und jeder Menge Platz. Das Ladevolumen beträgt im Mazda6 Kombi 522 Liter, mit umgeklappten Rücksitzen sogar üppige 1.664 Liter, so dass der verheißungsvolle Japaner auch vor großen Transportaufgaben nicht zurückschreckt. Das Umklappen der Rücksitze zu einer ebenen Ladefläche erweist sich als Kinderspiel.

Die Ladeöffnung ist hoch und die Ladekante sowie die Ladestufe nach innen angenehm niedrig, so dass sich Gepäck und Einkäufe einfach be- und entladen lassen. Als praktisch erweist sich ebenfalls die Laderaumabdeckung, die beim Öffnen der Heckklappe automatisch nach oben schwingt und den kompletten Laderaum freigibt. Bei Bedarf lässt sich die Abdeckung einfach demontieren und platzsparend in einem speziell geformten Fach unter dem Laderaumboden verstauen.

Um die Praktikabilität zu steigern, befinden sich an der Seite des Kofferraumes und unter dem Kofferraumboden weitere Staufächer. Darüber hinaus sichern Verzurrösen die zu transportierenden Gegenstände. Ob bei einem aktiven Lebensstil die Sportausrüstung oder das große Gepäck bei Familien mit Kindern - der Mazda6 Kombi erweist sich als treuer Begleiter.

Sicherheitssysteme: Vorausschauend sicher - jetzt 10-fach erhöht

Auch das Sicherheitsniveau der „i-Activesense“-Assistenzsysteme hob Mazda zum Modelljahr 2017 weiter an. Möglich macht das eine hochauflösende Kamera an der Windschutzscheibe, welche die Lasertechnik des Vorgängers ablöst. Der erweiterte City-Notbremsassistent blickt dadurch 100 Meter statt 10 Meter voraus und erkennt neben anderen Fahrzeugen erstmals sogar Fußgänger. Das jetzt bis 80 km/h aktive System kann Unfälle bei geringen Geschwindigkeiten vollständig verhindern oder bei höheren Geschwindigkeiten zumindest die Folgen und damit das Verletzungsrisiko verringern.

Auch die neue Verkehrszeichenerkennung und die weiter verbesserte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit radargestützter Distanzregelung und aktivem Bremseingriff nutzen die neue Kameraeinheit. Für höchsten Schutz gibt es darüber hinaus die bekannten Systeme wie einen Spurwechselassistenten, einen aktiven Spurhalteassistenten mit Lenkeingriff, eine Fernlichtautomatik und eine Ausparkhilfe.

Fazit:

Der Mazda6 Kombi Skyactiv-D 175 Sports-Line besticht durch seinen stylischen Look und hebt mit dem Modelljahr 2017 den Komfort und die Raffinesse auf einen höheren Level. Dazu vereint der attraktive Kombi jede Menge Fahrspaß mit einem großzügigen Innenraum und viel Platz im Kofferraum.


Technische Daten Mazda6 Kombi Skyactiv-D 175 Sports-Line:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum Vierzylinder-Saugmotor: 2.191 cm³
Leistung: 129 kW/175 PS bei 4.500 U/min
Drehmoment: 420 Nm bei 2.000 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Handschaltgetriebe
Vmax: 221 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,0 Sekunden
Leergewicht: 1.495 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 4,6 l/100 km
CO2-Emission: 121 g/km
Preis: ab 37.290 EUR

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