Mercedes-Benz R 63 AMG - Crossover-Allradler mit 510 PS

, 24.08.2007


Luxus-Reise-SUV mit Allradantrieb und sechs Sitzplätzen. Die Mercedes R-Klasse hat 2005 ihr eigenes, neues Segment kreiert.

Aber Pioniere haben's nie leicht, die Verkaufszahlen waren bislang eher bescheiden. Zwei neue Modelle am unteren und am oberen Ende der Palette sollen jetzt Abhilfe schaffen. Ob die neue Einstiegsversion mit 190 Diesel-PS dazu in der Lage ist, wird sich zeigen. Schließlich kostet der R 280 CDI bereits stolze 49.000 Euro. Neues Spitzenmodell:
Der R 63 AMG. Er ist noch außergewöhnlicher als die R-Klasse an sich: Ein Crossover-Allradler mit 510 PS, die man spürt, und hört. Oder anders ausgedrückt: Ein sechssitziges Familien-Auto mit der Power eines Porsche Turbo.

Die R-Klasse protzt mit schierer Größe: 1 Meter 92 breit, je nach Radstand 4 Meter 92 oder 5 Meter 16 lang. Die Linienführung eigenständig bis eigenwillig, mit Merkmalen des aktuellen, mercedes-typischen Designs. Der R 63 steht auf gewaltigen 20-Zoll-Felgen. Niederquerschnitt-Reifen im Format 265 - 45 bringen an beiden Achsen die gewaltige Kraft des R 63 auf den Asphalt. Blau getöntes Wärmeschutzglas rundum und hinten völlig abgedunkelte Scheiben verraten den gewaltigen Über-R ebenso, wie Rückleuchten in dunkler Sportoptik.
Durch vier armdicke Auspuffrohe strömen Abgase, die sowohl die Grenzwerte der EU-4-Norm als auch künftiger US-Normen unterschreiten. Die Front ziert ein Kühlergrill in Sterlingsilber mit Chrom. Außerdem springen die vergrößerten Kühlöffnungen ins Auge.


Ein riesiges Panoramadach hellt den Innenraum auf. Der wirkt sich positiv aufs Wohlbefinden der Insassen aus, wie Langstreckentests von Mercedes ergaben. ,,Konditionssicherheit" heißt das Stichwort. 15 Versuchspersonen fühlten sich in der R-Klasse mit ihrem XXL-Raumangebot im Vergleich zu zwei Konkurrenzfahrzeugen am wenigsten gestresst. Sie mussten sich an alle drei Fahrzeuge erst gewöhnen. Die Testfahrer wurden während der jeweils fünfstündigen Fahrt befragt, wichtige Körperfunktionen dabei gemessen. Die Herzfrequenz war in der R-Klasse am niedrigsten. Egal, wie aufschlussreich man diese Testergebnisse einordnet: Tatsache ist, dass man sich im Innenraum und speziell auf dem Fahrersitz einer R-Klasse dank der XXL-Dimonsionen in Bein-, Kopf- und Ellbogenfreiheit sehr wohl fühlt und entspannt

Der Innenraum des R 63 lässt dagegen die Herzen signifikant höher schlagen. Eine Tachoskala bis 320 km/h sieht viel versprechend aus, wenngleich der R 63 bei 250 abgeriegelt ist. Rundum-Luftfederung ist serienmäßig.
Das Interieur stellt sich so luxuriös und sportlich dar, wie man es von einer von AMG veredelten R-Klasse erwartet: Aluminium, Nappaleder, Alcantara und Chromzierleisten, wohin das Auge blickt. Die stark konturierten AMG-Sportsitze geben auch bei flotter Gangart sehr guten Seitenhalt und sind vielfach einstellbar. DVD-Entertainment und ebenfalls Alcantara-Einsätze auf den hinteren Sitzplätzen. Selbst in der dritten Reihe herrschen gute Platzverhältnisse.


Schier unglaublich die Leistungsdaten des Motors: 510 PS und 630 Nm Drehmoment - beides übertrifft einen Porsche Turbo. In fünf Sekunden von null auf hundert, blitzschnell wechselt die Siebengang-Automatik die Gangstufen. Auf Knopfdruck wählt man zwischen Comfort, Sport oder Manueller Gangwahl. Der Motor kommt spielerisch auf Touren. Der Normverbrauch ist illusorisch, unser Testverbrauch bei agiler Fahrweise betrug 22,9 Liter. Auf schnell gefahrenen Landstraßen wirkt der R 63 überraschend handlich. Der Allradantrieb 4MATIC verteilt die Antriebskraft für optimale Kurvendynamik zu 60 Prozent auf die Hinterachse.

Im leichten Gelände kommt der R-Klasse ihre große Bodenfreiheit zugute, die sich dank Luftfederung um bis zu 50 mm erhöhen lässt. Die R-Klasse ist der komfortabelste Allradler von Mercedes. Kürzer und geländegängiger: Die M-Klasse. Höher, geländegängiger und mit bis zu sieben Sitzplätzen: Der GL. Und schließlich der Offroad-Klassiker schlechthin: Die kantige G-Klasse.

Mögliche Alternativen stellen am ehesten der Audi Q7 und der Volvo XC 90 dar. Nicht jedoch, wenn es um den R 63 AMG geht, denn dessen Kombination aus Raum und Kraft ist einzigartig: Der siebensitzige Q7 ist mit maximal 350 PS zu haben. Beim Volvo XC90 endet das Leistungsspektrum mit V8-Motor bereits bei 315 PS.
Ein Mix aus Kombi, Van, SUV und: Rennwagen. Der R 63 erregt Aufsehen, für bessere Verkäufe wird eher das Basismodell der R-Klasse, der R 280 CDI, sorgen müssen.

Den ausführlichen Testbericht sehen Sie in der aktuellen Folge Abenteuer Allrad # 4, am 18.08. - 19:05 Uhr auf N24.

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