Mazda3 2017 Test: Das ist die Alternative zum VW Golf

Christian Brinkmann, 24.03.2017

Wer ihn bislang noch nicht auf dem Bildschirm hatte und auf Fahrspaß steht: Der Mazda3 stellt die sportliche Wahl in der Kompaktklasse dar. Zum Modelljahr 2017 verpassten die Japaner dem Mazda3 einige Änderungen, die bereits auf einem starken Package aufbauen. Das Update reicht von feinen Modifikationen am Design über eine höhere Qualitätsanmutung im Innenraum bis zur serienmäßigen „G-Vectoring Control“, die gleichermaßen für ein weiteres Plus an Fahrdynamik und Komfort sorgt. Wie sich diese Modifikationen auswirken und anfühlen - das soll dieser Test zeigen.

Auto Test: Mazda3 2017 Test: Das ist die Alternative zum VW Golf

Mit dem Modelljahr 2017 wird der Mazda3 genau an den richtigen Stellen weiter aufgewertet. - © Foto: Jeffrey van der Vaart, Mazda

Schon bislang legte der Mazda3 optisch einen starken Auftritt hin, der sich mit viel Leidenschaft von seinen Mitbewerbern in der Kompaktklasse absetzt. Unverkennbar sind die kraftvolle Statur und die weit nach hinten versetzte Fahrerkabine. Schärfere Akzente setzen der jetzt noch breitere und dreidimensionaler wirkende Kühlergrill mitsamt dem typischen Flügelmotiv und die schmaleren Scheinwerfereinheiten, die wie Raubtieraugen wirken und die Blicke auf sich ziehen.

Für eine weitere Aufwertung der Frontpartie sorgen die ab der neuen „Exclusive Line“-Ausstattung serienmäßigen LED-Scheinwerfer, die neue Einfassung der LED- Nebelscheinwerfer und die horizontalen LED-Tagfahrleuchten. In der Seitenansicht zeichnet sich der Mazda3 durch neue Außenspiegel mit automatischer Anklappfunktion aus. Das muskulöse Heck besticht derweil durch Rückleuchten, die sportliche LED-Leuchtringe und ein hochwertiges integriertes Zwei-Farbton-Finish aufweisen. Die neu gestaltete, in Wagenfarbe lackierte Heckschürze sorgt beim 5-Türer für einen hochwertigen Heckabschluss.

Sehr cool wirkt ebenfalls die neue Lackierung in „Matrixgrau Metallic“, die eine besondere Farbtiefe bietet und unter anderem aus einer reflektierenden Schicht mit extrem dünnen, hellen Aluminiumflocken besteht. Als Folge ändern sich die hochglänzenden Oberflächen je nach Lichteinfall und dem Blickwinkel des Betrachters.

Antrieb: Diese neuen Technologien beeindrucken beim Diesel

Änderungen erfolgten bei den Diesel-Motorisierungen des Mazda3, die unter anderem neue Techniken zur Unterdrückung typischer Diesel-Geräusche und Vibrationen erhielten. Genau aus diesem Grund fiel bei diesem Test die Entscheidung auf den Mazda3 Skyactiv-D 150 als Fünftürer. Dabei handelt es sich um den 2,2 Liter großen Biturbo-Diesel mit 150 PS bei 4.500 U/min und einem Maximaldrehmoment von satten 380 Nm, die bei 1.800 Touren anliegen.

Dieser Motor ist flott, wirklich flott. Ungewöhnlich für einen Diesel: Das maximale Drehmoment sorgt ab 1.800 Touren über das gesamte Drehzahlband bis zum roten Bereich bei 5.500 U/min für eine nachdrückliche Kraftentfaltung. Zudem legten die Macher die Gaspedalsteuerung noch direkter aus und verbesserten die Reaktionen des Dieselmotors auf Pedalbewegungen. Insbesondere in dem für den Alltag wichtigen, mittleren Drehzahlbereich zeigt dieser Mazda3 seine Stärken und absolviert Überholmanöver sowie spontane Zwischenspurts mit Leichtigkeit.

In Kombination mit dem 6-Gang-Handschaltgetriebe beschleunigt der frontgetriebene Mazda3 Skyactiv-D 150 in 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 210 km/h. Positiv fällt darüber hinaus die knackige 6-Gang-Handschaltung auf, die durch kurze und präzise Schaltwege besticht.

Doch ist das wirklich ein Diesel? Beim Fahren fällt auf, wie laufruhig und kultiviert dieser Selbstzünder ist und dazu überhaupt nicht wie ein Diesel klingt. Dafür sorgt jetzt ein „Natural Sound Smoother“. Dabei handelt es sich um neuartige, dynamische Dämpfer in den normalerweise hohlen Kolbenbolzen, die Vibrationen absorbieren und vor allen Dingen bei niedrigen Motorlasten im Stadtverkehr zu einem ruhigeren Motorlauf beitragen. Dem Top-Diesel vorbehalten ist die neue „Natural Sound Frequency Control“ mit einer speziellen Verbrennungssteuerung, die dafür sorgt, dass sich die Druckwellen, die vor, während und nach der Verbrennung entstehen, gegenseitig aufheben. Einfach ausgedrückt: Es funktioniert beeindruckend gut.

G-Vectoring Control: Software-Trick steigert Fahrspaß und Komfort

Das Fahrwerk legten die Macher eher straff aus, so dass sich schelle Kurven mit wenig Neigung durchfahren lassen und stets viel Rückmeldung geboten wird. Derweil bieten die Sitze einen guten Halt und die genaue wie auch direkte Lenkung weiß ebenso zu überzeugen und zum Fahrerlebnis beizutragen.

Doch jetzt gibt es eine wichtige Neuerung, die in ihrer Art bislang einzigartig in der Kompaktklasse ist: Die Fahrdynamikregelung „G-Vectoring Control“ (GVC) sorgt für ein präziseres Handling und mehr Fahrkomfort. Und so funktioniert GVC: Unbemerkt für den Fahrer, reduziert die Motorsteuerung bei kleineren Lenkbewegungen oder Kurvenfahrten das Drehmoment für einen winzigen Moment, um etwas mehr Gewicht auf die Vorderräder zu verlagern. In der Folge steigt die Traktion an den Vorderrädern und das Lenkverhalten verbessert sich.

Darüber hinaus variiert GVC die Radlasten und überträgt dadurch mehr Seitenführungskraft an ein Rad - für ein Plus an Dynamik in der Regel das kurvenäußere Rad. Während der Kurvenfahrt hält das System eine optimale Drehmomentabgabe aufrecht, bevor es das Drehmoment beim Beschleunigen am Kurvenausgang erhöht. Dadurch verlagert sich die Last wiederum auf die Hinterräder und die Fahrstabilität nimmt zu.

Bei sehr flotter Fahrt in Kurven fühlt es sich an, als ob der Mazda3 durch Kurven gezogen wird. Mehr noch: Kleine Lenkkorrekturen, die ein Fahrer unbewusst auf unebenen Straßen ständig vornimmt, reduziert GVC deutlich, wodurch ein Fahrer weniger schnell ermüdet. Auf kurzen Wegen macht sich das nicht bemerkbar, wohl aber auf der Langstrecke.

Spritverbrauch: Keine Mogelpackung - der ist wirklich sparsam

Die Japaner geben den durchschnittlichen Spritverbrauch des handgeschalteten Mazda3 Skyactiv-D 150 mit nur 4,1 Litern Diesel auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 107 g/km entspricht. Wer sich bei dem Fahrspaß zurückzuhalten kann, den der Mazda3 bietet, vermag durchaus Verbräuche unter fünf Litern Diesel pro 100 Kilometer erzielen.

Innenraum: Geschafft! Das ist eine deutlich höhere Qualitätsanmutung

Einmal Platz genommen, fällt neben dem übersichtlich gestalteten Cockpit und der guten Verarbeitung sofort das großzügige Raumgefühl aus. Es täuscht nicht: Vorne finden bequem bis zu 1,95 Meter große Personen Platz. Der Fond bietet bis zu 1,80 Meter gewachsenen Insassen reichlich Platz. Das Rangieren erleichtert darüber hinaus ab sofort eine Rückfahrkamera.

Im gesamten Innenraum gelangen hochwertigere Materialien zum Einsatz, welche die Anmutung aufwerten. Wo beispielsweise vorher Hartplastik dominierte, gibt es nun an zahlreichen Stellen angenehme Softtouch-Oberflächen. Das Wohlfühlambiente steigert eine Lederausstattung. Hinzu kommen Klavierlack-Oberflächen und Chrom-Applikationen. Selbst die Armlehnen und Türverkleidungen sind mit Leder bezogen. Zu den Modifikationen des Modelljahres 2017 gehören außerdem ein griffigeres und ab der „Exclusive-Line“ beheizbares Sport-Lederlenkrad sowie eine elektrische Parkbremse, die mehr Platz in der neugestalteten Mittelkonsole schafft.

Das Head-up-Display bietet jetzt eine farbliche Darstellung und eine höhere Auflösung und lässt sich damit noch besser ablesen. Das System projiziert fahrrelevante Informationen, wie zum Beispiel die aktuelle Geschwindigkeit, Hinweise des Navigationssystems und Informationen der neuen Verkehrszeichenerkennung direkt in das Blickfeld des Fahrers. Das System besteht aus einer Klarscheibe, die auf dem Armaturenträger oberhalb des Kombiinstruments angebracht ist.

Informationen des Infotainment- und Kommunikationssystems „MZD Connect“ werden auf einem 7 Zoll beziehungsweise 17,8 Zentimeter großen, gut im Sichtfeld positionierten Farb-Display dargestellt. Die Funktionen lassen sich während der Fahrt per Sprachsteuerung oder über den Multi-Commander-Dreh-Drücksteller steuern, der sich in der Mittelkonsole hinter dem Schalthebel befindet. Im Stand ist die Bedienung auch über den Touchscreen mit Fingertipps möglich.

Selbstredend, dass der Mazda3 zahlreiche mobile Internet-Funktionen per Smartphone bereithält, die sich komfortabel über „MZD Connect“ steuern lassen. Mazda setzt auf die Zusammenarbeit mit den Infotainment-Services von Aha, die eine breite und stetig wachsende Palette mobiler Infotainment-Inhalte und Services bereithalten: Internet-Radio mit Tausenden von Sendern sowie Podcasts, Hörbücher und Nachrichten. Dazu kommt der Zugang zu sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, die Sprachausgabe von empfangenen Nachrichten und vieles mehr.

Kofferraum: Ist das genug? So viel passt rein!

Funktional präsentiert sich das gut zugeschnittene Gepäckabteil mit der breiten Ladeöffnung. 364 Liter fasst der Gepäckraum beim Schrägheck. Dabei handelt es sich im Kompaktsegment um einen guten Durchschnittswert. Das Ladevolumen lässt sich durch das Umklappen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1.250 Liter vergrößern - dabei entsteht eine leicht ansteigende Ladefläche. Die Ladestufe nach innen fällt allerdings etwas arg hoch aus. Zum Vergleich: Beim VW Golf sind es 380 Liter beziehungsweise 1.270 Liter Ladevolumen, beim Opel Astra 370 Liter und 1.210 Liter.

Hinzu kommen beim Mazda3 zahlreiche weitere Ablagemöglichkeiten, Becherhalter vorne und hinten sowie Staufächer. Ein großes Ablagefach findet sich etwa am Fuß der Mittelkonsole. Die Türtaschen vergrößerte Mazda ebenfalls, während sich eine Sonnenbrille in einem speziellen Fach in der Dachhimmel-Konsole aufbewahren lässt.

Sicherheit: Aufgerüstet - das sind die neuen Funktionen

Die Frage „Wie konnte das denn nur passieren?“ soll beim Mazda3 nicht aufkommen. Die umfassenden Sicherheitssysteme im Mazda3 erkennen gefährliche Situationen, machen den Fahrer darauf aufmerksam und leiten bei Bedarf Maßnahmen zur Unfallvermeidung oder zur Verringerung der Unfallfolgen ein.

Eine hochauflösende Kamera an der Windschutzscheibe löst zum Modelljahr 2017 die Lasertechnologie ab und ermöglicht neue und erweiterte Sicherheitsfunktionen, wie zum Beispiel die Verkehrszeichenerkennung und den erweiterten City-Notbremsassistenten, der jetzt bis 80 km/h aktiv ist und neben anderen motorisierten Fahrzeugen erstmals auch Fußgänger erkennt. Zudem unterstützt die Kamera die Müdigkeitserkennung und den aktiven Spurhalteassistenten, der den Fahrer durch einen Ton oder mit Vibrationen im Lenkrad warnt und je nach Einstellung mit einem leichten Lenkimpuls dazu beiträgt, das Fahrzeug zurück in die Spur zu bringen.

Fazit:

Mit dem Modelljahr 2017 wertet Mazda seinen Bestseller in der Kompaktklasse genau an den richtigen Stellen weiter auf. Punkten kann der Mazda3 Skyactiv-D 150 zudem mit seinen Fahrleistungen, dem laufruhigen Diesel-Motor und einem großzügigen Raumangebot. Die Kombination von Fahrspaß, heißem Design und Effizienz machen den Mazda3 zu einer sehr attraktiven Alternative zum VW Golf, Opel Astra, Ford Focus oder Audi A3 Sportback.


Technische Daten Mazda3 Skyactiv-D 150:

Antriebsart: Frontantrieb
Hubraum Vierzylinder-Saugmotor: 2.191 cm³
Leistung: 110 kW/150 PS bei 4.500 U/min
Drehmoment: 380 Nm bei 1.800 U/min
Getriebeart: 6-Gang-Handschaltgetriebe
Vmax: 210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 8,1 Sekunden
Gewicht: 1.395 Kilogramm
Durchschnittsverbrauch: 4,1 l/100 km
CO2-Emission: 107 g/km
Preis: ab 27.090 EUR

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