Mercedes zieht Protest zurück, Hamilton stiftet Verwirrung

, 09.10.2016

Die Silberpfeile wollten ein offizielles Endergebnis, die FIA prüft das Verstappen-Manöver in Suzuka nicht weiter - Doch von all dem wusste Hamilton nichts

Mercedes hat seinen Protest gegen die Wertung des Japan-Grand-Prix am Sonntagabend wieder zurückgezogen. Die formelle Beschwerde über das Verteidigungsmanöver Max Verstappens im Zweikampf mit Lewis Hamilton wird von der FIA demnach nicht weiter verfolgt - und hätte wohl ohnehin kaum Aussicht auf Erfolg gehabt, nachdem sogar Verantwortliche der Silberpfeile den Niederländer für seine Fahrweise gelobpreist hatten. Von all dem wusste Hamilton allerdings nichts.

Im Flieger Niki Laudas gemeinsam mit Sportchef Toto Wolff auf dem Rückweg nach Europa ließ der Weltmeister via Twitter verlauten: "Es gibt keinen Protest von mir oder von Mercedes. Ein Idiot hat das behauptet, aber es ist nicht wahr." Zu diesem Zeitpunkt war das offizielle FIA-Dokument lägst im Umlauf. Schwarz auf Weiß, datierend auf 19:12 Uhr Ortszeit Suzuka. Um 19:56 Uhr meldete sich dann Hamilton über den Kurznachrichtendienst zu Wort und fügte noch anerkennende Worte über den Kontrahenten an: "Max ist gut gefahren. Ende. Wir machen weiter."

Warum Lauda - der augenscheinlich von dem Einspruch wusste - ihn nicht aufgeklärt hatte oder er anderweitig von der Aktion erfuhr, bleibt ein Rätsel. Fakt ist: Wenige Minuten nach dem Absetzen des Tweets löschte Hamilton ihn und schrieb in einer neuen Mitteilung, dass nur er persönlich nicht protestiert hätte. "Ich habe gerade gehört, dass das Team es getan hat, aber ich habe ihnen gesagt, sie sollten es lassen. Wir sind Champions und machen weiter. Ende!" Zu Ende ist die Story nicht.

Wie Mercedes offiziell mitteilt, hätte die Rolle rückwärts nichts mit der Meinung des Piloten zu tun. Vielmehr sei man als Team daran interessiert gewesen, ein definitives Klassement zu ermöglichen und nicht dafür zu sorgen, dass die Rennleitung eine Entscheidung erst in der übernächsten Woche in Austin treffen kann. Weil Lewis Hamilton zum Zeitpunkt des Protests schon aus Japan abgereist war (und das auch durfte), wäre der US-Grand-Prix die erste Möglichkeit zur Anhörung gewesen.

Ob die Teamentscheidung nicht doch auf Hamiltons Einfluss zurückzuführen war - etwa während eines Gesprächs mit Wolff und Lauda im Flieger, die die Sache daraufhin an die Truppe vor Ort kommunizierten - bleibt zunächst offen. Wen Hamilton im ersten Tweet mit dem "Idioten" meinte, konnten sich auch die Silberpfeile nicht erklären.

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