Perez kämpferisch: "Ich würde es wieder so machen"

, 06.06.2013

Sergio Perez zeigt nach seinem harten Manöver gegen Kimi Räikkönen in Monaco keine Reue: "Ich habe nichts Verrücktes gemacht"

Sergio Perez hat sich in den vergangenen Wochen nicht allzu viele Freunde im Fahrerlager der Formel 1 gemacht. In Monaco beschimpfte ihn Kimi Räikkönen als "Idiot", auch McLaren-Teamkollege Jenson Button und Ferrari-Star Fernando Alonso waren nicht besonders gut auf den Mexikaner zu sprechen. "Jedes Manöver, das man in Monaco versucht, ist am absoluten Limit. Ich habe ein paar Dinge probiert, am Ende ist nicht das dabei herausgekommen, was ich mir vorgestellt hatte", analysiert Perez die Situation nüchtern.

Der McLaren-Neuzugang war nach einer Kollision mit Räikkönen ausgefallen, der Finne verlor dabei wichtige Punkte im WM-Kampf. "Ich denke, alle meine Manöver waren richtig. Ich habe nichts Verrücktes gemacht", zeigt sich der Nachwuchsmann uneinsichtig. "ŽWir sind doch alle erwachsen, außerdem geht es für einige Piloten um die WM. Kimi wird der Verlust wichtiger Punkte aus dem vergangenen Rennen sehr schmerzen, aber da bleibt nichts hängen."

"In der gleichen Situation würde ich wieder angreifen und versuchen, dabei so fair wie möglich zu sein", erklärt Perez, der bei der Autogrammstunde im Fahrerlager von Montreal am Donnerstag ausgerechnet neben seinem "Freund" Räikkönen saß. Vom Finnen gab es keine weiteren verbalen Angriffe. "So etwas passiert eben direkt nach dem Rennen. Wir sind Menschen, wie regen uns auf und sind ärgerlich. Da kritisiert man natürlich den, der einen vermeintlich das Rennen gekostet hat."

"Ich hatte das Gefühl, er hat mein Rennen kaputtgemacht. Er hatte das Gefühl, ich hätte seines zerstört. In einem solchen Fall gibt es schon mal saftige Kommentare. Wenn man jetzt zu Kimi gehen und ihn danach fragen würde, dann würde er wohl andere Antworten geben", meint der McLaren-Youngster. Der Mexikaner erhält teamintern Rückendeckung. Sportdirektor Sam Michael betonte im Verlauf der Woche, dass Perez seine aggressive Fahrweise gern beibehalten dürfe.

Die Kritik an seinen Manövern falle nur deswegen so extrem aus, weil er in diesem Jahr als McLaren-Pilot eher im Rampenlicht stehe, meint Perez. "Schaut mal auf das vergangene Jahr. Da bin ich in Monaco als Letzter gestartet. Ich habe damals fünf oder sechs solcher Manöver an der Schikane gefahren - niemanden hat es interessiert. Bei McLaren stehst du im Rampenlicht. Da wird alles kommentiert, was du vielleicht richtig oder falsch machst. Man bekommt eben mehr Aufmerksamkeit."

"Kein Kommentar", sagen Pastor Maldonado und Jean-Eric Vergne auf die Frage nach Perez' Fahrweise. "Wenn keiner etwas sagen möchte, dann sage ich eben mal was", nimmt sich Caterham-Neuling Giedo van der Garde auf der Pressekonferenz am Donnerstag ein Herz. "Ich kenne 'Checo' ganz gut, wir waren 2010 Teamkollegen. Er ist ein Kämpfer, er will immer siegen - wie wir alle. Im Rennen in Monaco hat er manche Dinge gut gemacht, an anderer Stelle ist er über das Limit hinaus gegangen."

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