Warum Force India den Toyota-Windkanal nutzt

, 21.01.2015

Otmar Szafnauer erklärt, was für eine Nutzung des Toyota-Windkanals in Köln spricht und wie man bei der Konstruktion des VJM08 vorgegangen ist

Anders als vor genau einem Jahr befinden sich die Formel-1-Teams an der Schwelle zur Saison 2015 in einer vergleichsweise bequemen Situation. Das technische Reglement ist weitestgehend stabil geblieben, weshalb man auf die Erkenntnisse der Saison 2014 bauen kann. Force India tritt wie schon im ersten Jahr der neuen V6-Turbo-Ära mit dem anerkannt besten Antriebsstrang im Feld an - jenem von Mercedes. Die gemeinsamen Jahre der V8-Saugmotor-Ära mit eingerechnet, markiert 2015 die siebte Saison der Zusammenarbeit zwischen Force India und Mercedes.

So gut sich der Antriebsstrang im vergangenen Jahr präsentierte, so deutlich wurden die Schwächen des Force-India-Chassis. Schließlich fiel man im direkten Vergleich zu den anderen Mercedes-Kundenteams Williams und McLaren sukzessive ab, je länger die Saison dauerte. "Wir haben versucht, die Schwächen des letztjährigen Autos auszumerzen, um den VJM08 in allen Bereichen besser zu machen", erklärt Force-India-Betriebsdirektor Otmar Szafnauer, nachdem die erste Version des 2015er-Boliden inklusive neuer Lackierung am Mittwoch in Mexiko-Stadt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

"Die größten Regeländerungen für 2015 betreffen die Nase des Fahrzeugs", sagt Szafnauer und erklärt, dass man mit der beim Launch in Mexiko-Stadt präsentierten Lösung "im zweiten Quartal des vergangenen Jahres angefangen" habe. Das Aero-Paket, mit dem der VJM08 in den Händen von Sergio Perez und Nico Hülkenberg in die Saison starten wird, wird dennoch anders aussehen. "Um die Entwicklungszeit im Windkanal von Toyota zu maximieren, haben wir uns entschieden, mit dem Streckendebüt des VJM08 bis Barcelona zu warten", spricht Szafnauer auf die Tatsache an, dass er neue Bolide beim Testauftakt in Jerez de la Frontera (1. bis 4. Februar) noch nicht rollen wird.

Die Fabrik des Force-India-Teams befindet sich seit Jahren in Silverstone. Warum aber hat man sich zur Nutzung des Toyota-Windkanals in Köln entschieden? "Vor dem Hintergrund der Einschränkungen durch die FIA, wonach wir nur einen Windkanal nominieren dürfen, sind wir zum Schluss gekommen, dass uns die Einrichtung von Toyota in Köln kurz- und mittelfristig die besten Möglichkeiten bietet", sagt Szafnauer. Anders als im Windkanal von Force India, der mit Modellen in der Größe 50 Prozent des Originals betrieben wird, lassen sich in Köln 60-Prozent-Modelle testen. "Das ermöglicht uns bessere Korrelationsergebnisse", spricht der Force-India-Betriebsdirektor die Wechselwirkung zwischen Windkanal und Rennstrecke an.

Doch die Größe der im Windkanal eingesetzten Modelle ist nicht der einzige Grund, weshalb man sich in puncto Aero-Entwicklung für den Standort Köln entschieden hat. "Hinzu kommt, dass wir nun die Möglichkeit haben, auf einem Stahlgürtel zu simulieren. So werden die für die Aerodynamik relevanten Auswirkungen der Kompression der Reifen besser widergespiegelt", erklärt Szafnauer und erwartet, Mitte der Saison 2015 die ersten echten Vorteile aus der Wahl des neuen Windkanals ziehen zu können.

Da man neben dem Wechsel des Windkanals auch auf dem Gebiet der CFD-Technik aufgerüstet hat und zugleich die Weiterentwicklung des teameigenen Simulators nie stillsteht, rechnet Szafnauer damit, dass "der VJM08 es uns einmal mehr erlauben wird, wettbewerbsfähig aufzutreten". Das selbstgesteckte Ziel, Platz fünf in der Konstrukteurswertung zu erringen, musste man 2014 zu den Akten legen, nachdem Hauptgegner McLaren seinerseits stark aufgerüstet hat. Klappt es für die Truppe rund um Perez und Hülkenberg 2015 mit einem Vorstoß in die Top 5 der Jahresendwertung?

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