Starkes Toyota-Aufgebot bei der Dakar

, 28.12.2012

Der Toyota Hilux wurde in den vergangenen Monaten entscheidend weiterentwickelt - Giniel de Villiers sieht sich aber nicht in der Favoritenrolle für den Dakar-Sieg

Seit sich Volkswagen von der Rallye Dakar zurückgezogen hat, machen sich Privatteams den Sieg unter sich aus. 2012 triumphierte erstmals das X-raid-Team mit dem Mini All4Racing. Stephane Peterhansel wird auch bei der nächsten Ausgabe in der Favoritenrolle sein. Es gibt aber scharfe Herausforderer. Die Toyota-Teams hegen Hoffnung, dass sie X-raid an den 14 Tagen herausfordern können. Das Overdrive-Team wird insgesamt sechs Toyota Hilux für die Fahrer Lucio Alvarez, Peter van Merksteijn, Szymon Ruta und Ex-Skispringer Adam Malysz einsetzen. Dazu kommen zwei Fahrzeuge für Geoff Olholm und Nunzio Coffaro, die unter privatem Banner starten werden.

Dazu kommt noch das Imperial-Team, das zwei Hilux für Giniel de Villiers und Duncan Vos einsetzt. Speziell de Villiers zählt zu den Mitfavoriten, denn 2012 beendete der Südafrikaner die Dakar beim ersten Einsatz des Toyota Hilux als Dritter. Navigiert wird de Villiers auch 2013 von Dirk von Zitzewitz. Gemeinsam haben sie die Dakar im Jahr 2009 für Volkswagen gewonnen. Die Overdrive-Toyota wurden in Belgien aufgebaut, während die Imperial-Boliden aus Südafrika stammen.

De Villiers wird von der südafrikanischen Tuning-Firma Hallspeed unterstützt. "Der neue Hilux ist zu rund 80 Prozent gleich wie am Ende der Dakar 2012", sagt Imperial-Teamchef Glyn Hall. "Der neue Fünf-Liter-V8-Serienmotor von Toyota sorgt für mehr Drehmoment als die alte 4,6-Liter-Version. Dadurch ist die Performance im Sand besser, aber überraschenderweise ist der Unterschied auf Schotter gering. Wir sind zwar um 40 Kilogramm schwerer, aber das scheint die Performance nicht zu stark zu beeinträchtigen."

Unter dem Strich ist Hall zuversichtlich, dass Toyota diesmal ein kräftiges Wort um den Gesamtsieg mitsprechen können wird. "Die Regeln für 2013 sprechen mehr für uns. Schon im vergangenen Januar sind wir nach den Regeln für 2013 gefahren, nämlich mit einem Standardmotor aus einem Serienmodell", vergleicht Hall. "Unsere Konkurrenten taten das nicht. Sie genossen deshalb einen Leistungsvorteil und eine bessere Gewichtsverteilung."

"Diesmal sind sie näher an uns dran und die Spielwiese ist ausgeglichener. Wir bekommen einen größeren Luftmengenbegrenzer, der 36 statt 35 Millimeter groß ist. Das wird uns auch helfen." Der Performance-Unterschied zwischen dem X-raid-Mini und dem Toyota Hilux sollte deshalb geringer ausfallen. Der Japaner wurde in den vergangenen elf Monaten im Detail weiterentwickelt. Bei der ersten Dakar-Teilnahme wurde viel gelernt.

"Die Veränderungen, die wir seit der Dakar vorgenommen und in nationalen Meisterschaften getestet haben, machten das Auto einfacher zu fahren", erläutert Hall. "Am Kurvenausgang ist die Traktion besser und man kann enger einbiegen. Auf Schotter sind wir bei den Sekunden pro Kilometer besser als vor einem Jahr." Deshalb ist der Teamchef auch zuversichtlich, dass man diesmal um den Gesamtsieg kämpfen kann.

De Villiers will um den Sieg kämpfen

"In den Dünen sind wir mit unseren Tests sehr zufrieden. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir im Schotter den Siegerautos schon sehr nahe waren. Die Dünen waren der Bereich in dem wir uns verbessern mussten." Das heiße Eisen im Toyota-Lager ist de Villiers mit seinem Co-Piloten von Zitzewitz. 2012 war nur ein Test, aber der Hilux lief problemlos und das Duo spielte ihre gesamte Routine aus. Die Belohnung war der Podestplatz.

"Wir waren mit unserer Leistung 2012 sehr zufrieden. Es hätte nicht besser laufen können", blickt der Südafrikaner zurück. "Dieser dritte Platz war für uns wie ein Sieg. Seither haben wir am Auto einiges verbessert und wir haben einige Fortschritte erzielt. Wir mussten das Drehmoment im Sand steigern. Außerdem haben wir die Hinterradaufhängung geändert. Ich bin schon ungeduldig darauf zu sehen, wie es bei der Rallye laufen wird."

Die Favoritenrolle schiebt de Villiers aber von sich. "Nach den ersten drei, vier Tagen werden wir unsere Siegchancen besser einschätzen können. Wir sind aber nicht die Favoriten. Das X-raid-Team hat die besten Fahrer, auch wenn sich die Regeln geändert haben. Ihr Stock-Motor ist immer noch der beste. Ich wäre glücklich, wenn wir gegen die Mini kämpfen können. Sollte das der Fall sein, dann haben wir eine Chance auf den Sieg."

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