Auto stellt Weltrekord für Ärmelkanal-Überquerung auf

, 22.08.2006

Es war ein abenteuerlicher Wellen-Ritt von der britischen Hafenstadt Dover über den Ärmelkanal zum französischen Örtchen Sangatte am 26. Juli 2006. Und es stellt die schnellste Überquerung der meist befahrenen Wasserstraße der Welt dar, die jemals mit einem Tragflügel-Automobil gelang. In der Weltrekordzeit von 193 Minuten und 47 Sekunden etablierte der Pilot Frank M. Rinderknecht, Boss der Schweizer Design- und Konzeptschmiede Rinspeed, einen neuen Weltrekord. „Es war wie ein Riesen-Slalom auf einer alpinen Buckelpiste. Nur, dass wir nicht biegsame Stangen, sondern ausladende Tanker und Containerschiffe umrunden mussten“, kommentierte Rinderknecht überglücklich den gelungenen Guinness-Buch-Rekord. Der harte Schlag einer großen Welle im ersten Drittel der Passage verursachte einen noch unbekannten Defekt, welcher die Spitzengeschwindigkeit für den Rest der Überfahrt massiv verringerte. „Aber Umkehren kam nicht in Frage. Ankommen war das erklärte Ziel“, so der Schweizer.


Die Basis für den spektakulären Weltrekord stellte der Rinspeed Splash dar, der bereits auf dem Genfer Automobilsalon 2004 für Furore sorgte. Mit dem Splash realisierte Rinspeed ein völlig neues Konzept für Amphibienfahrzeuge. Während „normale“ Schwimmautos wie ein Boot das Wasser verdrängen und dabei mehr oder weniger einer Badewanne ähneln, fliegt der Splash auf ausfahrbaren Tragflügeln übers Wasser. Vom Ur-Splash zur heutigen Offshore-Version war es ein weiter Weg. Der wichtigste konstruktive Eingriff betraf die Tragflügel, die verstärkt werden mussten. Um die spätere Maßhaltigkeit zu garantieren, fräste man die Werkzeugformen aus Polyurethan-Modellformschaum.


Die gelungene Rekordfahrt über die offene See erwies sich als sprichwörtlicher Härtetest nicht nur für den Piloten, sondern vor allen Dingen für das Material. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern, auf die der 140 PS starke Motor mit 750 Kubikzentimetern den Splash beschleunigen kann, werden selbst kleine Wellen bretthart. Um über genug Power für den Wellenritt zu verfügen, lieferte die Firma „Weber Motor“ eine neue Evolutionsstufe ihres leichten, verbrauchsgünstigen und umweltfreundlichen 750-ccm-Zweizylinder-Aggregats. Das extrem kompakte Kraftpaket leistet 140 PS/103 kW bei 7.000 U/min. Das maximale Drehmoment von 150 Nm liegt bei 3.500 /min an.


Rein theoretisch wäre die gut 36 Kilometer lange Distanz zwischen Dover und Sangatte eine Sache von einer knappen halben Stunde gewesen. Doch Rinderknecht schränkt ein: „Die Top-Speed kann ich bei uns in der Schweiz auf dem spiegelglatten Zürichsee bei Windstille fahren, aber nicht auf einem der schwierigsten Seegebiete der Welt. Aber die Sicherheit stand stets an erster Stelle.“
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Mit der Ankunft im französischen Sangatte hatte Rinspeed seinen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicher: Frank M. Rinderknecht war mehr als glücklich: „Wir Schweizer machen eben nicht nur die köstlichste Schokolade. Wir bauen auch das schnellste Tragflügel-Auto der Welt - auch wenn wir nun wirklich keine Seefahrer-Nation sind.“

10 Kommentare > Kommentar schreiben

30.12.2003

Ich fände es gut wenn Rinspeed mal ein Auto entwickelt, was wirklich gut aussieht und alltagstauglich ist. Immer diese Visionen bringen doch auch nichts. Ok ich muss zugestehen, dass die Konzepte an sich eine gute Idee sind (Bp : Rinspeed Beduin mit Erdgas Motor). Doch die Ausführung sollte man ändern.

30.12.2003

Hauptsächlich verdient Rinspeed durch das Porsche-Tuning. Der Beduin mag in unseren Breitengraden nicht besonders schön aussehen und die Diamanten im Inneren kitschig wirken. Aber für den Beduin erhielt Rinspeed viele hohe Angebote von Arabern, die den Beduin sehr gern hätten und dafür viel bezahlen würden. Aber die Idee mit dem Splash gefällt mir persönlich echt gut! Das wäre ein richtiges Fun-Car!

24.06.2004

Coole Idee.applaus: :applaus Leider kann ich mir den nie im Leben leisten. :mad: :mad: :mad:

24.06.2004

Oha, echt der Hammer. Vorallem die Fahrleistungen. Aus einem 750 ccm Motor 140 PS zu schöpfen, lässt sich echt sehen.

24.06.2004

Ich fand den Vorgänger auch nicht schlecht. Besonderst wegen der genialen Neigetechnick. Der ging mit Biomassen.:grübeln: :grübeln:

24.06.2004

Der hat ein Bootmotor.:D

24.06.2004

Die Schweizer.;)

24.06.2004

Wer hats erfunden?:grübeln: :grübeln:

30.09.2004

Habe neulich bei amstv ein Ampibinfahrzeug wieder gesehn. Nett....:D

22.08.2006

Es war ein abenteuerlicher Wellen-Ritt von der britischen Hafenstadt Dover über den Ärmelkanal zum französischen Örtchen Sangatte am 26. Juli 2006. Und es stellt die schnellste Überquerung der meist befahrenen Wasserstraße der Welt dar, die jemals mit einem Tragflügel-Automobil gelang. In der Weltrekordzeit von 193 Minuten und 47 Sekunden etablierte der Pilot Frank M. Rinderknecht, Boss der Schweizer Design- und Konzeptschmiede Rinspeed, einen neuen Weltrekord. „Es war wie ein Riesen-Slalom auf einer alpinen Buckelpiste. Nur, dass wir nicht biegsame Stangen, sondern ausladende Tanker und Containerschiffe umrunden mussten“, kommentierte Rinderknecht überglücklich den gelungenen Guinness-Buch-Rekord. Der harte Schlag einer großen Welle im ersten Drittel der Passage verursachte einen noch unbekannten Defekt, welcher die Spitzengeschwindigkeit für den Rest der Überfahrt massiv verringerte. „Aber Umkehren kam nicht in Frage. Ankommen war das erklärte Ziel“, so der Schweizer.

[IMG]https://www.speedheads.de/artikelbilder/2006/RinspeedSplash1.jpg[/IMG]
Die Basis für den spektakulären Weltrekord stellte der Rinspeed Splash dar, der bereits auf dem Genfer Automobilsalon 2004 für Furore sorgte. Mit dem Splash realisierte Rinspeed ein völlig neues Konzept für Amphibienfahrzeuge. Während „normale“ Schwimmautos wie ein Boot das Wasser verdrängen und dabei mehr oder weniger einer Badewanne ähneln, fliegt der Splash auf ausfahrbaren Tragflügeln übers Wasser. Vom Ur-Splash zur heutigen Offshore-Version war es ein weiter Weg. Der wichtigste konstruktive Eingriff betraf die Tragflügel, die verstärkt werden mussten. Um die spätere Maßhaltigkeit zu garantieren, fräste man die Werkzeugformen aus Polyurethan-Modellformschaum.
[IMG]https://www.speedheads.de/artikelbilder/2006/RinspeedSplash2.jpg[/IMG]
Die gelungene Rekordfahrt über die offene See erwies sich als sprichwörtlicher Härtetest nicht nur für den Piloten, sondern vor allen Dingen für das Material. Bei einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Stundenkilometern, auf die der 140 PS starke Motor mit 750 Kubikzentimetern den Splash beschleunigen kann, werden selbst kleine Wellen bretthart. Um über genug Power für den Wellenritt zu verfügen, lieferte die Firma „Weber Motor“ eine neue Evolutionsstufe ihres leichten, verbrauchsgünstigen und umweltfreundlichen 750-ccm-Zweizylinder-Aggregats. Das extrem kompakte Kraftpaket leistet 140 PS/103 kW bei 7.000 U/min. Das maximale Drehmoment von 150 Nm liegt bei 3.500 /min an.
[IMG]https://www.speedheads.de/artikelbilder/2006/RinspeedSplash3.jpg[/IMG]
Rein theoretisch wäre die gut 36 Kilometer lange Distanz zwischen Dover und Sangatte eine Sache von einer knappen halben Stunde gewesen. Doch Rinderknecht schränkt ein: „Die Top-Speed kann ich bei uns in der Schweiz auf dem spiegelglatten Zürichsee bei Windstille fahren, aber nicht auf einem der schwierigsten Seegebiete der Welt. Aber die Sicherheit stand stets an erster Stelle.“ Mit der Ankunft im französischen Sangatte hatte Rinspeed seinen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde sicher: Frank M. Rinderknecht war mehr als glücklich: „Wir Schweizer machen eben nicht nur die köstlichste Schokolade. Wir bauen auch das schnellste Tragflügel-Auto der Welt - auch wenn wir nun wirklich keine Seefahrer-Nation sind.“


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