Kush Gods: Cannabis-Kekse auf Rädern - er kam wie der Eismann

, 24.12.2015

Kekse, Cupcakes, Brownies und sogar Gummibärchen, alles mit Marihuana durchsetzt, verkauften die Kush Gods in Washington D.C. (USA). Die auffällig mit Marihuana und dem Schriftzug „Kush Gods“ (zu Deutsch „Gras Götter“) folierten Autos waren in einigen Gebieten Washingtons so bekannt wie die Vans von Eisverkäufern. Die süßen Cannabis-Leckereien wie Haschkekse und Space Cakes gab es für eine „Spende“.



Copyright: Washington D.C. Metropolitan Police Department

10 US-Dollar klingen viel für einen Brownie. Aber diese Brownies besaßen eine spezielle Zutat: Cannabis. Die Kush Gods verkauften ihre Produkte offen auf der Straße und gaben den Medien Interviews - es befand sich sogar eine Telefonnummer für Bestellungen auf dem Auto. Über Twitter informierte Kush Gods, wann und wo die Fahrzeuge zu finden sind.

Fünf Monate schaute die Polizei zu, aber am 22. Dezember 2015 schlugen die Behörden zu und verhafteten Nicholas Cunningham, 30, der sich selbst „Kush“ nennt, und Evonne Lidoff, 18, für den illegalen Verkauf von Drogen aus einem Auto heraus. Darüber hinaus beschlagnahmte die Metropolitan Police von Washington drei Autos der Kush Gods: eine Mercedes-Benz M-Klasse, einen Lexus SC 430 und einen Mercedes-Benz SLK.

In Washington D.C. ist seit 2015 für Personen ab 21 Jahren der Besitz von bis zu zwei Unzen Marihuana legal, was etwa knapp über 56 Gramm entspricht. Wer Marihuana besitzt, darf einer anderen Person bis zu eine Unze abgeben (ca. 28 Gramm). Zudem ist es mit Einschränkungen erlaubt, zu Hause bis zu sechs Cannabis-Pflanzen anzubauen. Allerdings ist der Handel jeglicher Mengen von „Gras“ strikt verboten.

Also dachte sich Cunningham, Marihuana-Produkte zu einem nicht festgelegten Preis für eine Spende abzugeben. In Interviews mit Fox 5 und dem New York Magazine gab der Inhaber von „Kush Gods“ vor seiner Verhaftung an, dass er seine Naschereien kostenlos verteilte und jeder Geldbetrag, den ihm seine Kunden gaben, freiwillige „Spenden“ waren.

Für einen geringen Betrag gab es die süßen Produkte dennoch nicht. Vor zwei Wochen zitierte das „New York Magazine“ einen Mann, der sich als Nicholas Kush God vorstellte: „Brownies gibt es pro Paket für etwa 10 US-Dollar.“ In der gleichen Story gab Mr. Kush God ebenfalls an: „Selbstverständlich ist es ein Geschäft. Das muss ich auch den Spendern gelegentlich sagen. Einige Leute denken, ich soll es ihnen kostenlos geben. Ich muss dann betonen, dass wir diesen Service nur durch Unterstützung anbieten können. Daher kann niemand von uns erwarten, dass wir das Zeugs kostenlos abgeben.“

Peter Newsham von der Polizei aus Washington gab gegenüber der „Washington Post“ an, dass die Ermittlungen im Oktober 2015 begannen, da sich etliche Bürger über die eklatanten Drogenverkäufe beschwerten. Ein verdeckter Ermittler tätigte über eine „Spende“ acht Käufe über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Der Undercover-Polizist kam mit größeren Mengen an marihuanadurchsetzten Brownies, Gummibärchen, Cupcakes und einige Male mit einer Plastiktüte voller Marihuana zurück. Das war weitaus mehr als ein einziger essbarer Snack.

Beide Angeklagten plädierten nach der Verhaftung am 23. Dezember 2015 auf nicht schuldig. Im Januar 2016 wird das Gericht über Cunninghams Aktivitäten entscheiden.

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