1,65 Millionen Euro: Millionenstrafe für Klebekennzeichen reduziert

, 01.12.2015


Unfassbar: 1,65 Millionen Euro Strafe sollte Michael Stoschek für ein Klebekennzeichen auf seinem Porsche 911 zahlen. Zu dieser saftigen Strafe verdonnerte den Mitinhaber des Autozulieferers Brose die Staatsanwaltschaft Coburg. Doch das nahm Stoschek nicht hin. Jetzt kommt der Unternehmer mit einer glimpflicheren Geldzahlung davon.


Die saftige Millionenstrafe richtete sich nach den Vermögensverhältnissen von Michael Stoschek - und der ist Milliardär, begeisterter Autosammler und schuf zudem viele Arbeitsplätze in Coburg. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen den 67-jährigen Michael Stoschek ein, da er mit aufgeklebten Kennzeichen und nachgemachtem Zulassungsstempel unterwegs sei. Vorwurf: Kennzeichenmissbrauch und Urkundenfälschung.

Am 25. November 2015 fand in Coburg die Gerichtsverhandlung statt. Michael Stoschek, der den Strafbefehl nicht akzeptierte, hielt dagegen, dass er bereits seit sechs Jahren mit dem Klebekennzeichen in Coburg sowie anderen Städten unterwegs sei und es nie Beanstandungen gab. Michael Stoschek organisierte sich die Klebekennzeichen, da diese ästhetischer seien und ein amtliches Nummernschild den Kühler teilweise verdeckt hätte und zu thermischen Problemen führen könnte.

Damit nicht genug: Die Staatsanwaltschaft führte zuvor an, dass Klebekennzeichen auf Blitzerfotos nur schlecht erkennbar seien. Michael Stoschek ließ dies nicht gelten und führte an, dass er mindestens zweimal mit dem Klebekennzeichen geblitzt wurde.

Die Staatsanwaltschaft mietete daher ein Porsche 911 Cabrio, um auf einer abgesperrten Straße darzustellen, dass Klebekennzeichen bei einer Geschwindigkeitskontrolle beziehungsweise auf einem Blitzerfoto nur schlecht zu lesen seien. Das Ergebnis: Die Klebekennzeichen ließen sich tatsächlich nur schlecht erkennen. Das soll bei dem Test allerdings auch auf das amtliche Kennzeichen zugetroffen haben.

Michael Stoschek fühlte sich an den Pranger gestellt und sprach von einem politischen Prozess. Nach außen wirkten die Ermittlungen so, als wäre jegliches Maß verloren gegangen. Es kam schließlich zur Einigung. Michael Stoschek brauchte nicht die 55 Tagessätze a 30.000 Euro (1,65 Millionen Euro) zu zahlen. Das Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 150.000 Euro eingestellt, von der 100.000 Euro an die Welthungerhilfe und 50.000 Euro an die Gefangenenfürsorge gehen.

Bereits 1971 übernahm Michael Stoschek, Enkel des Firmengründers Max Brose, im Alter von 23 Jahren die Unternehmensführung. Die Brose-Unternehmensgruppe entwickelt und produziert an weltweit 60 Standorten in 23 Ländern mechatronische Komponenten und Systeme für Fahrzeugtüren, -sitze und Karosserie. Zu den Kunden zählen rund 80 Automobilhersteller sowie weitere Automobilzulieferer. Das Familienunternehmen beschäftigte im Jahr 2014 weltweit 23.100 Mitarbeiter. Heute hat Michael Stoschek den Vorsitz der Gesellschafterversammlung der Gruppe inne.

Für viel Aufsehen sorgte Michael Stoschek bereits 2010, als er sich von Pininfarina den 540 PS starken New Stratos auf Basis eines Ferrari 430 Scuderia als Einzelstück bauen ließ. Der Lancia Stratos stellt eine automobile Legende dar, die in den 1970er-Jahren dreimal in Folge die Rallye-Weltmeisterschaft gewinnen konnte. Der New Stratos führt die keilförmige Optik mit den typischen Kanten und dem ursprünglichen Charakter gelungen in das 21. Jahrhundert.

Bereits im Jahre 2005 sorgte das Projekt „Fenomenon Stratos“ auf dem Genfer Automobilsalon für Furore - Stroschek war an dem Projekt und dem Erwerb der Markenrechte beteiligt. Damals fanden sich allerdings keine Investoren zur Finanzierung einer Serienfertigung. Doch Stoscheks persönlicher Traum war ein neuer, fahrfertiger Stratos. Auch der damalige Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo gab nicht das Okay für eine Kleinserie.

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