Nissan X-Trail: Erfolgstyp weiter veredelt

, 31.03.2007

Der Neue ist auf Anhieb als X-Trail zu erkennen und besitzt ein ähnlich breites Spektrum an Talenten. Doch mit einem neuen Fahrwerk, neuen Motoren, einer weiter angehobenen Ausstattung, nochmals gesteigertem Komfort und geräumigerem Innenraum kann der Kompakt-SUV von Nissan alles noch ein bisschen besser als das Ursprungs-Modell.


„Never change a winning formula“, heißt es nicht nur in der Formel 1. Für Nissan lautete die Richtschnur bei der Erstellung des Lastenheftes daher auch: Nichts Grundlegendes am Erfolgsrezept ändern, jedoch die zweite Generation des Erfolgsmodells in Leistung, Komfort und Geländetauglichkeit noch wettbewerbsfähiger gestalten. Bei der Einführung im Jahre 2001 ging das Unternehmen von einem europaweiten Absatz von 23.000 Fahrzeugen pro Jahr aus. Im Schnitt waren es über den gesamten Lebenszyklus allerdings jährlich 54.000. Das sind 135 Prozent mehr als ursprünglich geplant. Insgesamt verkaufte Nissan in Europa seit der Einführung 275.000 Einheiten.
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Als wichtigste Maßnahmen erhielt der X-TRAIL ein neues Chassis samt neuer Karosserie, eine erweiterte Motorenpalette, einen deutlich vergrößerten Innen- und Kofferraum sowie eine weiter gestiegene Qualitätsanmutung im Interieur. Die Geländeeigenschaften verbesserte man sogar weiter; denn das neue intelligente „All Mode 4x4-i“-System ergänzte Nissan um einen elektronischen Bergan- und Bergabfahrassistenten. Während einige der X-Trail-Konkurrenten sogar nur mit Frontantrieb angeboten werden, geht Nissan in diesem Punkt keine Kompromisse mehr ein und bietet das Modell in Deutschland, Österreich und der Schweiz generell mit Allradantrieb an.

Robustes Exterieur-Design

Das Design des X-Trails setzt trotz einer kompletten Überarbeitung die mit der ersten Generation eingeführten Themen fort. Designmerkmale wie die markante Schulter- und die gerade durchgezogene Fensterlinie tauchen ebenso wieder auf wie die eckigen Scheinwerfer und die senkrecht bis ins Dach gezogenen Heckleuchten. Als markanteste Änderung erweist sich die nun an der Basis deutlich breiter auslaufende D-Säule, die zusammen mit den voluminöseren Radkästen und den geänderten Stoßfängern den X-Trail noch robuster wirken lässt. Am hinteren Abschluss reicht die einteilige Heckklappe bis weit in den Stoßfänger hinein, was eine tiefe Ladekante ermöglicht. Die dritte Bremsleuchte integrierte Nissan nun nicht mehr hinter dem Glas der Scheibe, sondern direkt im Rahmen der Ladetür.


Der neue X-Trail im Detail

Im Sommer 2007 geht der Nissan X-Trail europaweit an den Verkaufsstart. Weil der Erfolg des Vorgängers speziell in Europa so überwältigend war, rollt das neue Modell hier früher zu den Händlern als in Japan. Das gab es in der Geschichte von Nissan bei einem im Heimatland produzierten Auto noch nie.

Der neue X-Trail basiert auf der Plattform des Qashqais. Sowohl die vordere McPherson-Federbeinaufhängung als auch die hintere Multilink-Achse sind an Hilfsrahmen befestigt und zur akustischen Entkoppelung des Innenraums von Fahrbahngeräuschen und Vibrationen an elastischen Gummilagern aufgehängt.

An den Maßen legte der neue X-Trail nur leicht zu. Der Radstand wuchs um fünf Millimter auf 2,63 Meter und in der Gesamtlänge legte er um 175 Millimeter auf 4,63 Meter zu. Mit 200 Millimetern Bodenfreiheit und Böschungswinkeln von 28 und 23 Grad meistert der X-Trail schwieriges Terrain. Im Offroad-Revier soll er Geländewagen-Ikonen wie dem Nissan Patrol oder dem Nissan Pathfinder in kaum etwas nachstehen.

“All-Mode 4x4-i”-System

Das Herzstück des 4x4-Technikarsenals stellt die jüngste Version des elektronisch gesteuerten „All Mode 4x4-i“-Antriebs dar, der im Verbund mit den drehmomentstarken Benzin- und Diesel-Motoren auch bei geringem Tempo die im Gelände erforderliche Fahrstabilität ermöglicht.

Mit einem auf der Mittelkonsole angebrachten Drehschalter lässt sich zwischen den Antriebsprogrammen „4x2“ (Frontantrieb) und „Auto“ wählen. In der Position
„Auto“ prüft das System permanent die Drosselklappenstellung, die Motordrehzahl und das Motordrehmoment, um bei drohendem Schlupf das Drehmoment bedarfsgerecht auf die Hinterachse zu leiten. Für schwere Geländefahrten ist darüber hinaus bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h eine „Lock“-Position anwählbar, bei der eine feste Kraftverteilung im Verhältnis 50:50 vorgenommen wird.


Zu den neuen Features des „All Mode 4x4-i“-Systems zählen DDS (Downhill Drive Support) und USS (Uphill Start Support). USS stellt einen vollautomatisch arbeitenden „Hill Holder“ dar, der den X-Trail an Steigungen von zehn Grad und mehr so lange festhält, bis der Fahrer tatsächlich losfährt. Speziell bei schwerem Geländebetrieb bleibt so genügend Zeit, um ohne Hektik vom Brems- aufs Gaspedal zu wechseln und mit wohl dosiertem Krafteinsatz den Aufstieg anzugehen. USS arbeitet auch, wenn der X-Trail im Rückwärtsgang eine Steigung angeht.

Im Gegenzug hilft DDS beim Meistern starker Gefällstrecken. Hier kriecht der
X-Trail nach Drücken des entsprechenden Schalters („Lock“) mit maximal 7 km/h selbst steilste Abfahrten hinunter, ohne dass der Fahrer dabei die Bremse treten müsste. Stattdessen kann er sich ganz aufs Lenken und das Einhalten eines sicheren Kurses konzentrieren. Wie USS funktioniert auch der Bergabfahrassistent ebenfalls bei eingelegtem Rückwärtsgang.

Die Motoren: Zwei Turbodiesel und optimierte Benziner

Nissan erweiterte das Motorenangebot für den neuen X-Trail von drei auf vier Motoren. Nur der 2,5 Liter große Vierzylinder-Benziner wurde - allerdings in überarbeiteter Form - übernommen. Die drei anderen Aggregate stellen dagegen komplette Neukonstruktionen dar.

Zum ersten Mal offeriert Nissan im X-Trail einen Diesel in zwei Leistungsstufen. Das Zweiliter-Aggregat mit Codenamen „M1D“ stellt eine Entwicklung von Nissan-Allianzpartner Renault dar. Im neuen X-Trail leistet der Motor 150 PS oder mit Ladeluftkühlung 173 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 320 beziehungsweise 360 Nm, wovon in beiden Fällen 90 Prozent bereits bei einer Drehzahl von 1.750 U/min anliegen.

Beide Selbstzünder bestückt Nissan ab Werk mit einem wartungsfreien Dieselpartikelfilter. Die Kraftübertragung erfolgt in beiden dCi-Modellen über ein manuelles Sechsganggetriebe; optional gibt es zum ersten Mal bei einem X-Trail-Diesel (150 PS) zusätzlich ein Sechsstufen-Automatikgetriebe.


Den neuen 2,0-Liter-Benzinmotor entwickelte Nissan selbst. Das komplett aus Aluminium gefertigte Vierventil-Aggregat generiert 140 PS und ein maximales Drehmoment von 193 Nm. Ungewöhnlich für einen Otto-Motor ist die Tatsache, dass schon ab 2.400 Umdrehungen bereits 90 Prozent der besten Durchzugskraft zur Verfügung stehen.

Den bewährten 2,5-Liter-Vierzylinder mit 169 PS optimierte Nissan in punkto Laufkultur und Effizienz. Mit einem maximalen Drehmoment von 233 Nm und mächtig Durchzug im unteren und mittleren Drehzahlbereich ist dieser Motor für den Anhängerbetrieb prädestiniert und unter X-Trail-Kunden entsprechend beliebt. Auch bei den Benzin-Varianten des X-Trails erfolgt die Kraftübertragung über manuelle Sechsgang-Getriebe; als Alternative steht für sie ein stufenloses CVT-Getriebe zur Wahl.

Hohe Interieur-Qualität

Im Interieur des X-Trails setzt Nissan seine Strategie fort, ein höheres als vom Kunden erwartetes Qualitätsniveau anzubieten. Berührungsintensive Oberflächen sind nun generell in Soft-touch-Anmutung gehalten, während im gesamten Cockpit außerdem gemaserte Kunststoffe in Kontrastfarben (Schwarz/Grau oder Schwarz/Sandfarben) zum Einsatz kommen. Die Innenseiten der A-Säulen kaschierten die Macher mit Stoff, was den wohnlichen Eindruck des Cockpits fördert. Je nach Ausstattung, glänzen die Einfassungen der Rundinstrumente, der Drehregler in der Mittelkonsole und der Schalthebelkulisse in einem Silber- oder Titan-Finish.

Vielseitigkeit und Praxistauglichkeit hießen die Schlagworte für die Architektur des Innenraums. Durch die Verlegung des Instrumententrägers von seiner früheren Mittelposition nach links ins direkte Blickfeld des Fahrers gewannen die Designer mehr Freiraum für die Gestaltung der Mittelkonsole. So gibt es dort nun genügend Platz für ein großes Navigations-Display, einen integrierten Sechsfach-CD-Wechsler und - am oberen Ende - ein geräumiges Staufach mit Platz für zehn CD-Hüllen. Das 15,7 Liter große Handschuhfach erhielt ein eigenes, maßgeschneidertes Fach für die X-Trail-Betriebsanleitung.


Kofferraumvolumen stieg von 410 auf 603 Liter

Das Volumen des Kofferraums wuchs um 193 Liter auf jetzt 603 Liter. Vor allem die geänderte Führung des Auspuffs machte es möglich: Lag der voluminöse Endschalldämpfer früher quer unter dem Kofferraumboden, führt der Auspuffstrang samt Schalldämpfer fortan in Längsrichtung und nahe am linken Radkasten nach hinten. Damit schuf man Platz für einen doppelbödigen Kofferraum, der als besonderes Element eine ausziehbare Schublade besitzt, in der Wertsachen vor neugierigen Blicken von außen geschützt sind.

Die Schublade verfügt ferner über verschiebbare Trennelemente, die sich an verschiedenen Punkten einsetzen lassen und vor allem die Mitnahme von Kleinteilen erleichtern. Wer will, kann sowohl die Schublade als auch den oberen Ladeboden ganz demontieren - dann liegt die nutzbare Laderaumhöhe des Kofferraums um 127 Millimeter über der im Vorgängermodell.

Für den Kofferraumboden wählte Nissan einen leicht zu reinigenden, rutschfesten Kunststoffüberzug. Erhabene, in unregelmäßigen Abständen verlaufende Rippen verhindern das Herumrutschen von Gegenständen während der Fahrt. Mit dieser Lösung kam Nissan vielen Kundenwünschen entgegen: Aufgrund der häufigen Mitnahme von Hunden oder Outdoor-Ausrüstungen schien ihnen ein empfindlicher Teppichboden weniger geeignet zu sein.

Wie auch schon im ersten X-Trail sind die hinteren Sitzlehnen in der Neigung verstellbar. Die Rückbank lässt sich einzeln umklappen, jedoch anstelle der weit verbreiteten 60:40-Teilung im besonders praxisfreundlichen Verhältnis von 40:20:40.


Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorn und hinten sowie eine Bluetooth-Schnittstelle für Mobiltelefone gehören in allen X-Trail-Modellen zur Serienausstattung. Zu den werksseitigen Sicherheitsfeatures zählen Seiten- und Kopfairbags, ABS, ESP und EBD (elektronische Bremskraftverteilung). Als wichtigste Optionen sind Xenon-Hauptscheinwerfer, ein Dachträgersystem mit komplett integrierten Suchscheinwerfern und ein DVD-Navigationssystem mit farbigem Monitor, der zusätzlich auch die Bilder der Rückfahrkamera überträgt, zu nennen.

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