VW CrossBlue Coupé: Vom neuen Tiguan bis zum BMW X4-Konkurrenten

, 22.04.2013


Das überproportional wachsende SUV-Segment verlangt geradezu nach neuen Varianten. Volkswagens Antwort: der Ausbau der SUV-Familie. Einen Ausblick auf künftige SUV-Modelle bietet die neue Studie VW CrossBlue Coupé. Besonders interessant, da das neue Concept Car einerseits zahlreiche Design-Elemente des neuen Tiguans zeigt, aus dem ab 2014 eine ganze Modellfamilie entstehen soll. Auf der anderen Seite dürfte das CrossBlue Coupé einen Ausblick auf den künftigen BMW X4-Konkurrenten von Volkswagen bieten.


Design: Robuste Sportlichkeit neu in Form gebracht

Das VW CrossBlue Coupé ist exakt 4,889 Meter lang, 2,015 Meter breit und 1,679 Meter hoch. Zusammen mit den sehr großen Spurweiten von 1,709 Metern vorne und 1,726 Metern hinten ergibt sich in Relation zur Außenlänge ein in Relation außergewöhnlich langer Radstand von 2,980 Metern. Durch die eigens für die Studie entworfenen 22-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen im Format 285/40 und fünf V-förmigen Doppelspeichen entstehen so Proportionen, durch die das CrossBlue Coupé sehr flach, sehr breit und sehr gestreckt wirkt.

Ein wichtiges Element der Volkswagen Design-DNA stellt die Dominanz horizontaler Linien dar. Die Frontpartie des neuen CrossBlue Coupés folgt dieser DNA, wurde aber komplett neu designt. Als wesentliche Elemente bestimmen die freistehenden LED-Scheinwerfer, eine LED-Lichtsignatur und die Kühlergrillverkleidung das Design der Frontpartie. Die Kühlergrillverkleidung, bestehend aus zwei polierten Aluminiumstreben und dem VW-Zeichen, erstreckt sich derweil bis in die Frontscheinwerfer.

Die obere Strebe bildet dabei in ihrer seitlichen Fortführung das Tagfahrlicht. Die untere Querstrebe indes erstreckt sich als reines Aluminiumelement unter den freistehenden LED-Scheinwerfern bis in die Kotflügel hinein. Umschlossen wird die gesamte Kühlergrillmaske durch einen hochglänzend schwarzen Rahmen. Unterhalb des in „CrossOrange“ lackierten Stoßfängerbereiches findet die Linienführung der LED-Lichtsignatur ihre Fortführung. Den Abschluss der Frontpartie bildet ein Unterfahrschutz.

Die Studie besitzt eine ebenso lange wie breite Motorhaube mit eingearbeiteten Luftöffnungen, eine ebenfalls langgestreckte Dachlinie mit integriertem Dachkantenspoiler und einen sehr kurzen vorderen Überhang. Darüber hinaus stattete Volkswagen den SUV mit einer besonders flach gestellten A-Säule und einer betont schrägen C-Säule aus. Eine doppelte Charakterlinie in der Seitenansicht senkt signifikant den optischen Schwerpunkt, während ein verchromter Lufteinlass im vorderen Kotflügel weitere Akzente setzt.


Fast wie ein Spiegelbild der doppelten Charakterlinie wirkt die oberhalb der Seitenschweller integrierte Chromapplikation in den Türen. Hierin eingearbeitet ist wiederum ein Element in „Anthrazit“, das farblich unter anderem mit dem unteren Bereich der Seitenschweller und den Radlaufverkleidungen korrespondiert.

Analog zur Frontpartie führten die Designer am Heck die LED-Rückleuchten in einer 3D-Grafik und mit Aluminiumelementen aus. In Edelstahl gehalten sind die prägnanten Abgasendrohre, die Volkswagen in eine unten quer angeordnete Verkleidung aus poliertem Aluminium integrierte. Daran schließt sich als Karosserieabschluss ein robuster anthrazitfarbener Bereich, in den die Macher analog zur Frontpartie einen aus Edelstahl gefertigten Unterfahrschutz einarbeiteten.

Antrieb: 415 PS, 700 Nm und sparsam wie ein Kleinwagen

Alle neuen Modelle des Modularen Querbaukastens (MQB) von Volkswagen sind so konzipiert, dass sie neben den klassischen Antriebsarten (Benzin- und Dieselmotoren) immer auch als Erdgas-, Hybrid- oder Elektro-Modell gebaut werden können. Das allradangetriebene CrossBlue Coupé führten die Macher als sportlichen Plug-In-Hybriden aus, der aus einem 299 PS starken V6-TSI-Turbobenziner, an der Vorderachse einem Elektromotor mit 40 kw/54 PS und hinten einer E-Maschine mit 85 kW/116 PS besteht. Die Kraftübertragung erfolgt über ein automatisch schaltendes 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Die maximale Systemleistung beträgt 415 PS. Der V6 TSI entwickelt bereits ab 1.800 U/min ein Drehmomentmaximum von 500 Nm, während sich die elektrischen Motoren ebenfalls kraftvoll in Szene setzen. An Bord des CrossBlue Coupés steuern die beiden E-Maschinen 180 Nm vorn und 270 Nm hinten zu. Beim Boosten - dem vollen Leistungseinsatz aller Motoren - steht im Antriebssystem ein Gesamtdrehmoment von bis zu 700 Nm zur Verfügung. Mit seiner Power spurtet das VW CrossBlue Coupé in 5,9 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Der Vortrieb endet bei 236 km/h. Dem gegenüber steht im Durchschnitt eine Verbrauchsprognose von nur 3,0 Litern auf 100 Kilometern.


Das CrossBlue Coupé lässt sich in den fünf Betriebsmodi „Eco“, „Sport“, „Offroad“, „EV“ und „Charge“ fahren. Standardmäßig startet der Volkswagen im klassischen Hybrid-Modus „Eco“, bei dem so oft wie möglich die Elektromotoren für den Antrieb sorgen. Per Tastendruck kann der Fahrer in den Sport-Modus wechseln, bei dem der SUV die maximale Leistung des Gesamtsystems nutzt. Darüber gibt es den Offroad-Modus (permanenter Allradantrieb), den EV-Modus (emissionsfreies Fahren) und den Charge-Modus (Batterieladen).

Alle vier Räder sind im Spiel, sobald der Fahrer bewusst den Offroad-Modus aktiviert. In diesem Fall und bei niedriger Batterieladung fungiert der nun via V6 TSI mit Energie versorgte vordere Elektromotor allein als Generator und damit als Stromquelle für sein Pendant an der Hinterachse. Aufgrund der Tatsache, dass der TSI im Offroad-Modus über den vorderen E-Motor den hinteren antreibt, funktioniert der Allradantrieb auch bei niedrigem Ladestand der Batterie.

Sorgt allein der Benziner für Vortrieb, ist das VW CrossBlue Coupé ein reiner Fronttriebler. Dabei gilt: Dank der effizienten Technologie des mit einem Turbolader ausgestatteten Sechszylinders ist die Studie immer noch sehr sparsam. Wie effizient der V6 TSI arbeitet, zeigt der sogenannte hybridische Kraftstoffverbrauch im entsprechenden Teil-Zyklus, bei dem das CrossBlue Coupé mit vollständig entladener Batterie fährt und damit praktisch allein vom TSI-Motor angetrieben wird. Hier ergibt sich bei dem großen SUV ein Durchschnittsverbrauch von 6,9 Litern auf 100 Kilometern.

Elektrisch fahren: Wann immer es geht, Null Emissionen

Dank seiner Lithium-Ionen-Batterie bewegt sich das CrossBlue Coupé über eine Distanz von bis zu 33 Kilometern rein elektrisch; die Höchstgeschwindigkeit wird in diesem Fall auf 120 km/h reduziert. Im EV-Modus sorgt allein der 85 kW/116 PS starke E-Motor der Hinterachse für den Vortrieb. Beim rein elektrischen Fahren trennt das System den V6-Benziner durch das Öffnen der Kupplung vom Antriebsstrang und schaltet diesen ab. Sobald der TSI aufgrund des Ladezustandes der Batterie oder anderer Parameter wieder eingebunden werden soll, koppelt sich der Benziner ruckfrei binnen Sekundenbruchteilen erneut in den Antriebsstrang ein.

 

Das Aufladen der im Mitteltunnel positionierten Batterie erfolgt über externe Stromquellen (230-Volt-Anschluss) oder während der Fahrt. Der Fahrer kann bewusst über eine Taste in der Mittelkonsole in den Charge-Modus wechseln. Dabei lädt sich die Batterie via Benzinmotor während der Fahrt auf, um am späteren Zielort mit ausreichend elektrischer Energie im Stadtbereich emissionsfrei unterwegs sein zu können. Neben der Ladebuchse steht eine weitere Steckdose zum Anschluss elektrischer Geräte zur Verfügung, durch die das CrossBlue Coupé bei Bedarf zum Notstromaggregat avanciert.


Interieur: Komfort eines Oberklasse-SUV

Trotz der dynamisch konzipierten Silhouette kommt die Alltagstauglichkeit nicht zu kurz. Beispiele dafür sind die weit sich öffnenden Türen, die einen optimalen Ein- und Ausstieg ermöglichen. Hierzu addiert sich die Tatsache, dass Volkswagen die Türen bis weit nach unten in den Schwellerbereich verlängerte, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Zudem bleibt die Kleidung so stets sauber.

Im eleganten und klaren Interieur des fünfsitzigen VW CrossBlue Coupés dominieren ein samtweiches Nappaleder in den zwei Farbtönen „Anthrazit Perl“ und „Asphalto“, Chromoberflächen (in der Draufsicht poliert, in den Fasern jedoch matt sandgestrahlt), dunkles Aluminium sowie naturbelassene und ohne chemische Zusätze aufgebaute Holz-Applikationen.

Darüber hinaus integrierten die Macher eine in zwei Farben - je nach Fahrmodus - einstellbare Ambientebeleuchtung. Im Zusammenspiel der Formen, Farben und Materialien entsteht die für ein SUV typisch maskuline Anmutung, gleichzeitig aber eine urbane Atmosphäre mit Lounge-Charakter.

Ganz oben fasst das Leder in „Anthrazit Perl“ die Instrumententafel mit dunklen Kontrastnähten ein. In der nächsten Ebene folgt aus dunklem Aluminium eine Querspange, in welche Volkswagen das Cockpit-Instrument mit einem 12,3 Zoll großen Display, die Luftausströmer und das zentrale, 10,1 Zoll messende Info-Display integrierte. Mittig in diesen Bereich arbeiteten die Macher einen filigranen Chromstreifen ein. Ebenfalls in Chrom eingefasst sind die Luftausströmer und die Displays.


In der nächsten Ebene arbeiteten die Designer aus einem Stück Fichte eine anthrazitfarbene Holz-Applikation ein, die sich sowohl zu den Seiten als auch über die Mittelkonsole erstreckt. Darunter schließt sich ein im helleren Nappaleder „Asphalto“ ausgeführter Bereich an. Zwischen Holz und Leder verläuft in einem schmalen Streifen sowohl im Bereich der Instrumententafel und Mittelkonsole als auch in den Türverkleidungen die Ambientebeleuchtung. Das leuchtende Band wirkt dabei in den dunklen Oberflächen wie ein Magmastrom, der sich durch ein Vulkangestein schlängelt.

Komplett in edlem Nappaleder gearbeitet zeigt sich die Sitzanlage. Das atmungsaktive Naturmaterial zeichnet sich durch eine angenehme Haptik aus, während die Lederoberflächen dank eines leichten Perleffekts einen edlen Schimmer zeigen. Die einzelnen Segmente der Sitze führte Volkswagen farblich entweder im dunklen „Anthrazit Perl“ oder im kontrastierenden „Asphalto“ aus. Quer angelegte Reversnähte in den Sitzen sowie eine weitere Reversnaht in der Armauflage zwischen Fahrer- und Beifahrersitz stellen edle Merkmale dar. Die hintere Sitzbank (drei Sitzplätze, außen in einer Einzelsitz-Optik) lässt sich 1/3 zu 2/3 teilen und umklappen, aber ebenso in der Länge verschieben.

Bedienung: Im Zeichen von Touchscreens und 3D-Darstellungen

Alle wesentlichen Tasten im Innenraum (bis auf den Warnblinkschalter) führte Volkswagen als Softtouch-Schalter aus, die in ihrer Haptik einem Touchscreen ähneln. In der obersten Ebene auf der Mittelkonsole befinden sich die Tasten für die Sitzheizung und Lüftungskonfiguration sowie der Warnblinkschalter. Darunter fahren nach dem Aktivieren der Zündung die drei Drehregler für die Vierzonen-Klimaautomatik heraus. Der linke und rechte Regler steuert die Temperatur, der mittlere das Gebläse; die eingestellte Temperatur respektive die Gebläsestufe wird direkt im Regler angezeigt.

Zentral in der Mittelkonsole befindet sich der 10,1 Zoll große Infotainment-Touchscreen mit Annäherungssensorik. Über den großen Touchscreen lassen sich sämtliche Infotainment-Funktionen steuern und der Status des Hybrid-Systems abrufen. Je nach Fahrmodus verändert sich die Art der Darstellung. Beispiel Navigation: Im Modus „Sport“ werden in der 3D-Kartendarstellung Gebäude „verdrängt“; sie senken sich ab, um so bei schneller Fahrt eine übersichtlichere und ruhigere Grafik zu erhalten. Dagegen ergibt sich im Modus „Eco“ eine animierte 3D-Darstellung, in der sich die Gebäude am Horizont nach oben wölben. Wer den Science-Fiction-Film „Inception“ gesehen hat, kennt den Effekt.


Das 12,3 Zoll messende Kombiinstrument ist im Hinblick auf die „Hardware“ analog mit zwei klassischen Rundinstrumenten angelegt, „softwareseitig“ aber komplett digital und damit frei programmierbar. In Abhängigkeit der Modi „Eco“ und „Sport“ ändert sich beispielsweise die Art der präzise und klar angezeigten Informationen.

Im Modus „Eco“ werden im linken Rundinstrument unter anderem das Powermeter und der Batteriestatus dargestellt. Das rechte Instrument übernimmt indes die Tachofunktion und Tankanzeige. Mittig, in beiden Modi identisch, sind Funktionen wie die Ganganzeige, Reichweiten, Kompass, Wetter, Uhr und im Navigationsmodus die verbleibende Entfernung zum Ziel. Darüber hinaus kann der Fahrer Details zum aktuellen Umfeld (Points of Interest oder der Standort von Freunden) abrufen Im Modus „Sport“ zeigt das linke Rundinstrument unter anderem den Drehzahlmesser samt zentraler Anzeige des Drehmomentes sowie den Batteriestatus und „reduziert“ das Powermeter.

Damit die Gäste im Fond in den vollen Genuss des Audio-, Video- und Online-Programms kommen, integrierte Volkswagen in die Kopfstützen der ersten Sitzreihe jeweils ein mobiles iPad-Mini als Monitor. Ein Dynaudio-Soundsystem sorgt indes für eine kristallklare Klangwelt.

Kofferraum: Platz für die große Reise

Hinter der zweiten Sitzreihe erschließt sich ein 537 Liter großer Kofferraum. Befindet sich statt des Reserverades ein Tire-Mobility-Set an Bord, steigt das Volumen auf 609 Liter. Wird die zweite Sitzreihe umgeklappt, erhöht sich das Ladevolumen auf 1.101 Liter (1.029 Liter mit Reserverad).

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