Autonomes Fahren: Bis die Maschinen fahren, muss das passieren

, 13.06.2017

Das autonome Fahren, auch pilotiertes oder automatisiertes Fahren genannt, wird kommen und steht für das selbständige Fahren ohne Eingreifen eines Menschen. Bereits jetzt sind die Vorboten als Entwicklungsfahrzeuge auf den Straßen unterwegs. Die schon heute in Serienmodellen verfügbaren Assistenzsysteme zeigen, wohin die Reise in die Zukunft geht, um immer mehr Fahraufgaben an das Auto zu delegieren. Bis die Autos komplett alleine fahren, sind verschiedene Level zu meistern, in die das autonome Fahren unterteilt wird.

Level 0: Driver only 

Der Level 0 beschreibt den für passionierte Fahrer idealen Zustand. Der Fahrer fährt selbst, lenkt, gibt Gas, bremst etc.

Level 1: Assistenzsysteme helfen bei der Fahrzeugbedienung

Level 1 beschreibt das assistierte Fahren. Zu den Systemen dieses Levels gehört zum Beispiel eine Geschwindigkeitsregelanlage, welche das Tempo und mittlerweile auch den Abstand zum Vordermann regelt. Der Fahrer muss das Lenkrad in der Hand halten und auf den Verkehr achten. Zu den Technologien des Level 1 zählen außerdem Notbremsassistenten, die Teilaufgaben des Bremsens übernehmen, dem Fahrer jedoch alle weiteren Aufgaben der Steuerung überlassen. Diese Systeme sind meist in ihrer Funktionalität eingeschränkt und arbeiten lediglich bis zu einer bestimmten Geschwindigkeit oder sind bei widrigen Witterungsbedingungen nur bedingt einsatzfähig.

Level 2: Die Teilautomatisierung

Das teilautomatisierte Fahren beschreibt der Level 2. Auf dieser Stufe können Fahrzeuge in definierten Situationen, zum Beispiel auf der Autobahn, autonom geradeaus fahren, die Spur halten oder den Abstand zum Vordermann selbsttätig regeln. In Stausituationen kann das Fahrzeug das Fahren, Lenken und Bremsen komplett selbständig übernehmen. Auch hier kann es durch Witterungsbedingungen zu Einschränkungen kommen, wenn zum Beispiel verschmutzte Sensoren die Elektronik beeinträchtigen. Als Technologien zu nennen sind unter anderem der Spurhalteassistent, der Spurwechselassistent sowie Stauassistenten und automatisierte Einparkassistenten.

Level 3: Die Hochautomatisierung

Das hochautomatisierte Fahren im Level 3 bezeichnet Fahrzeuge, die zum Beispiel auf der Autobahn die komplette Steuerung übernehmen. Die Systeme regeln dabei Überholvorgänge und Ausweichmanöver, geben Gas und bremsen. In Gefahrensituationen wird der Fahrer aufgefordert, innerhalb einer definierten Zeit das Lenkrad wieder zu übernehmen. Ab Level 3 kommunizieren Fahrzeuge selbsttätig mit anderen Fahrzeugen und tauschen sich aus, zum Beispiel über Unfälle. Der Gesetzgeber arbeitet aktuell darauf hin, Level-3-Fahrzeuge zuzulassen, die ab 2020 auf öffentlichen Straßen zu erwarten sind.

Level 4: Die Vollautomatisierung

Beim Level 4, dem vollautomatisierten Fahren, bewegt sich das Fahrzeug die meiste Zeit allein und meistert auch komplexe Situationen auf der Landstraße und in der Stadt. Der Fahrer kann sich während der Fahrt mit anderen Dingen beschäftigen und muss das Verkehrsgeschehen nicht andauernd im Blick behalten. Erst wenn das System die Fahraufgaben nicht mehr bewältigen kann, wird der Fahrer aufgefordert, die Führung zu übernehmen.

Auf Level 4 wird außerdem der Stadtverkehr automatisch geregelt, indem zum Beispiel Ampeln automatisch auf Grün schalten, wenn sich ein Fahrzeug nähert und kein Querverkehr zu erkennen ist. Die Fahrzeuge kommunizieren untereinander und melden gegenseitig Spurwechsel und so weiter an.

Level 5: Kein Fahrer erforderlich

Ab Level 5 sind Fahrzeuge vom Start bis zum Ziel komplett alleine unterwegs - ein menschliches Eingreifen ist nicht erforderlich. Diese fahrerlosen Automobile benötigen weder Lenkrad noch Pedale.

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