Nissan GT Academy: Wie ein Gamer zum echten Racer in Dubai wurde

, 01.02.2013


„Am Ende des Trainings schmerzten meine Beine durch das ganze Treten richtig; denn das Bremspedal im Rennwagen lässt sich durch den harten Druckpunkt nur schwer treten. Wir mussten wirklich fit sein, auch für die deutlich höheren Temperaturen in Dubai. Darüber hinaus kaufte ich mir für zu Hause einen neuen Computer mit Lenkrad und Pedalen. Zu Hause spielte ich dann ein bis zwei Stunden täglich die realitätsnahe Racing-Simulation rFactor, um die Strecke von Dubai in- und auswendig zu kennen.“


Imposante Motorsport-Erfolge: Wer hätte gedacht, dass dies möglich ist

Unter den Gamern stecken tatsächlich ambitionierte Motorsport-Talente, rohe Diamanten, die auf ihren Schliff warten und bereits gestandene Rennfahrer überraschten. Nissan erkannte das Potential der Gamer und ließ bereits erfolgreich Taten sprechen: Der Spanier Lucas Ordoñez fuhr nur drei Jahre nach seinem Sieg der GT Academy beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans mit und erzielte mit dem Team Signatech-Nissan den zweiten Platz in der hart umkämpften LMP2-Klasse, im Gesamtklassement ein hervorragender neunter Platz. Mittlerweile startet Lucas Ordoñez als Profi in der European Le Mans Series.

Der GT-Academy-Sieger von 2010, Jordan Tresson aus Frankreich, ist der zweite Nissan-Absolvent, der eine internationale Meisterschaft gewann. Mit seinen britischen Teamkollegen Alex Buncombe und Chris Ward steuerte er den Nissan 370Z zum GT4-Titel bei der „Blancpain Endurance Series“ in Silverstone. Seit 2012 fährt Jordan Tresson in der Langstrecken-Weltmeisterschaft.

Champion der Nissan GT Academy 2011 war Jann Mardenborough aus Cardiff, der bereits mit dem „Rising Star Award“ der BRDC (British Racing Drivers' Club) ausgezeichnet wurde und 2012 in einem Nissan GT-R T3 in der Britischen GT Meisterschaft startete. In der Tat bietet Nissan einen großen Ansporn für alle Gamer, aus sich herauszukommen, und konnte mit den Erfolgen auch Zweifler überzeugen. Angeblich soll sogar Red Bull bei Nissan angeklopft haben, um sich über das Programm näher zu informieren.

Die berühmte Rennfahrerin Sabine Schmitz hält ebenfalls große Stücke auf die Nissan GT Academy: „Mir ist keine andere Institution bekannt, bei der so intensiv an einem Fahrer gearbeitet wird. Dort lernen die Fahrer von Grund auf alles, was ein Rennfahrer können muss - vom richtigen Benehmen und dem Umgang mit den Medien bis hin zum Rennfahren. Es gibt nicht einen Prozent aller Rennfahrer, die so eine Schule durchleben durften. Das ist schon toll!“

Aber konnte sich Sabine Schmitz vorab wirklich vorstellen, Playstation-Spieler in gerade mal vier Monaten in echte Rennfahrer verwandeln zu können? „Mittlerweile schon, ich bin bereits drei Jahre bei der Nissan GT Academy dabei. Aber anfangs war ich schockiert, wie die Jungs den Schritt von der Konsole in den Rennsessel umgesetzt haben. Und ab ging die Post! Da waren tatsächlich einige dabei als hätten die nie etwas anderes gemacht. Die wussten, wo das Auto gerade zu setzen ist, wo sich die richtigen Bremspunkte befinden, das Einlenken - das konnten sie alles schon. Sonst wären die bei der Playstation nicht so erfolgreich gewesen.“


Wie uns Sabine Schmitz verriet, liefen sogar Wetten unter den Mentoren: „Wir wetteten, wer als erstes erkannt wird: Nick Heidfeld oder ich. Der Verlierer musste ein Bier bezahlen oder das Essen. Da die alle mich kannten und meist gar nicht wussten, wer Nick Heidfeld überhaupt ist, bin ich immer ziemlich billig davon gekommen.“

Dubai: Unbeschreiblich - Sabine Schmitz hat mich angeschnallt

Ortswechsel: Dubai in Arabien. Ist das der Ort, an dem Träume wie aus 1001 Nacht wahr werden? Wir treffen Peter Pyzera wieder: Er tritt souverän auf, ist auf dem Boden geblieben und freundlich wie zuvor - er ist sich treu geblieben und das bleibt er vermutlich mit seiner Charakterstärke. Peter Pyzera weiß mit seiner natürlichen, aber ebenso bedachten und ruhigen Art, die Menschen zu begeistern. Für Nissan könnte sich der junge Rennfahrer als echter Glücksgriff erweisen, wenn er im großen Rennen auf dem 5,39 Kilometer langen Rundkurs zu überzeugen weiß.

Das Arbeitsgerät in Dubai: ein Nissan 370Z Nismo GT4, der aus einem 3,8 Liter großen V6-Triebwerk satte 410 bhp/416 PS generiert und in der Rennausführung nur 1.300 Kilogramm wiegt. Daraus resultiert ein Leistungsgewicht von nur 3,125 kg/PS, so dass der Nissan für einen mächtigen Vortrieb sorgt und den Rennfahrer in die Sitzschalen pressen dürfte.

Anfangs kaum vorstellbar war für Peter Pyzera die Tatsache, zusammen mit der berühmten Nordschleifen-Königin Sabine Schmitz in einem Team fahren zu dürfen: „Als ich das hörte, habe ich mich richtig gefreut. Sabine Schmitz war schon vor der GT Academy eine große Heldin für mich. Jetzt mit ihr in einem Auto ein Rennen zu bestreiten, war wirklich unbeschreiblich. Ich habe ihr aus dem Rennsitz geholfen und sie hat mich angeschnallt. Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, ich hätte ihn für verrückt erklärt!“

Die Nennliste für das diesjährige 24-Stunden-Rennen umfasste insgesamt 82 Teams aus 18 Ländern und Fahrer mit 41 verschiedenen Nationalitäten, die mit 25 verschiedenen Automarken an den Start gingen. Autoenthusiasten konnten sich auf hochkarätige Rennwagen wie Aston Martin Vantage GT3, Audi R8 LMS ultra, BMW Z4 GT3, Chevrolet Corvette, Dodge Viper, Ferrari 458 Italia, Lamborghini Gallardo LP600 plus, McLaren MP4-12C GT3, Mercedes-Benz SLS AMG GT3 sowie Porsche 997 R, RSR und Cup S freuen.

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