VW Golf Cabrio: Das nie gebaute Cabriolet

, 23.05.2011

Was kaum jemand weiß: Der erste Prototyp des VW Golf I Cabrios hatte, wie das neue Golf Cabriolet, keinen Überrollbügel. Grund genug für eine kleine Rückblende und nähere Betrachtung des ersten Prototypen der 1970er-Jahre, der noch heute im Werksmuseum von Volkswagen Osnabrück bei Karmann zu bewundern ist. Wie alle Generationen zuvor, entsteht auch das neue VW Golf Cabrio wieder bei Karmann. Heute sind die Werke im Besitz von Volkswagen.


Zeitsprung: Der VW Golf war 1974 fantastisch angelaufen und 1976 die Modellpalette um den später legendären GTI sowie einen wegweisenden Diesel erweitert worden. Noch im selben Jahr deutete sich an, dass der Golf auch die letzte Bastion des Käfers als Cabrio-Version stürmen würde. „Gleich mit Erscheinen des Golfs startete Karmann in Absprache mit Volkswagen die Entwicklung des Cabrio-Prototypen. Parallel begann Volkswagen mit der Versuchsarbeit", erinnert sich Anton Konrad, in jenen Jahren Leiter der Motorpresse bei Volkswagen.

Ein Cabriolet auf Basis eines Kompakten? Und das, obwohl das Segment der offenen Viersitzer in Europa seit Ende der 1960er-Jahre so gut wie tot war? Kein Wagnis, sondern logische Konsequenz, meint Klaus Bischoff, heutiger Designchef der Marke Volkswagen: „Nur die Besten, die aus der Masse herausstechen, taugen als Basis für ein Cabrio. Und deswegen hatte der Golf I - damals das ausdrucksstärkste Modell von Volkswagen - die Kraft, das Segment wiederzubeleben."

Im Dezember 1976 entstand bei Karmann der erste Prototyp jenes Fahrzeugs, das diese Aufgabe stemmen sollte. Der atlasweiße Offene besaß die kantige Kofferraumklappe der Limousine, Eckpunkt des berühmten C-Säulen-Knicks von Giorgio Giugiaro, dem Designer des ersten Golfs. Auch die Windschutzscheibe und die Dreiecksfenster übernahmen die Macher - anders als beim Käfer Cabrio - vom Basismodell. Schließlich sollte das Golf Cabrio zu einem attraktiven Preis zu vermarkten sein. Auch ohne festes Dach wies der Prototyp des A1C, so die interne Bezeichnung, alle zentralen Erkennungsmerkmale des Golfs auf.

Die Verdeckkonstruktion legte sich bemerkenswert flach auf das kurze Heck - allerdings um einen Preis, den nur Prototypen rechtfertigen; denn die große Glasheckscheibe war am unteren Rand mit Scharnieren befestigt und wurde beim Öffnen des Daches schlicht nach innen heruntergeklappt. Die hinteren Seitenfenster waren voll versenkbar und machten mit ihren Chrom-Rahmen auch hochgekurbelt eine gute Figur. Doch all das sind nur Randnotizen, gemessen an dem Merkmal, dem das spätere Serienmodell seinen Spitznamen verdankte: Der „Henkel" des „Erdbeerkörbchens" fehlte.

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2 Kommentare > Kommentar schreiben

25.05.2011

Sehr Schade wie einige Prototypen nie die Serienreife erblicken ...

23.05.2011

Genau dieses Fahrzeug stand auch auf der Techno Classica neben dem neuen Golf Cabrio. Hatte gerade mal geschaut, ob ich ein eigenes Foto davon habe. Scheint mich wohl nicht interessiert zu haben, weshalb das hier das Beste ist, was ich hiervon zu bieten habe: [URL=http://imageshack.us/photo/my-images/28/cimg5266.jpg/][IMG]http://img28.imageshack.us/img28/19/cimg5266.th.jpg[/IMG][/URL] Das W12 Nardo ein paar Meter weiter war interessanter.


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