Audi RS3 Sportback Test: Ein Monster für alle Fälle

, 17.07.2015


Dazu trägt ein einfacher Kniff bei: Den Kontakt zum Asphalt halten attraktive Aluminium-Gussräder im Fünfarm-Rotor-Design, die vorne in 8,5 x 19 Zoll mit Reifen im Format 255/30 zum Einsatz gelangen und hinten 8,0 x 19 Zoll mit Gummis der Größe 235/35. Wer genau gelesen hat, bemerkte es: Für den Audi RS3 gibt es an der Vorderachse zwei Zentimeter breitere Reifen als hinten. Diese Konstellation sorgt dafür, trotz des schweren Motors auf der Vorderachse, die Neigung zum Untersteuern zu reduzieren und das Eigenlenkverhalten zu verbessern.

Den durchschnittlichen Spritverbrauch für diese Rad/Reifen-Kombination gibt Audi im Idealfall mit 8,3 Litern Benzin auf 100 Kilometern an - zumindest für alle, die es schaffen, sich bei dieser Power zurückzuhalten und zu zähmen.

Fahrwerk: Konsequent auf Fahrspaß ausgelegt und ein Problem beseitigt

Das straffe RS-Sportfahrwerk richtete Audi konsequent auf Fahrspaß aus und legte die Karosserie gegenüber dem A3 Sportback um 25 Millimeter tiefer. Das Fahrwerk bietet jetzt sogar einen Alltags tauglicheren Federweg, so dass Unebenheiten auf Straßen deutlich besser absorbiert werden als beim Vorgänger. Zum überzeugenden Fahrgefühl trägt ebenfalls die feinfühlige, direkte Lenkung bei.

Das Handling des Audi RS3 Sportback perfektioniert eine radselektive Momentenverteilung, die bei schneller Kurvenfahrt an den entlasteten kurveninneren Rädern kleine Bremseingriffe vornimmt. So können beide Räder der Achse mehr Antriebsmoment auf die Straße übertragen. Dank der Differenz der Vortriebskräfte dreht sich das Auto ganz leicht in die Kurve ein und unterstützt den sportlichen Fahrstil des Fahrers.

Beim letzten Audi RS3 erwiesen sich die Bremsen als Problem. Damit ist jetzt Schluss: Die Macher verpassten dem neuen Audi RS3 eine Performance-Bremsanlage mit 8-Kolben-Festsätteln an der Vorderachse, die 370 Millimeter große Bremsscheiben in die Zange nehmen. Hinten gibt es 310 Millimeter große Scheiben. Diese Bremsen werfen regelrecht einen Anker und packen richtig zu.

Hervorragende Kontrolle: Der Innenraum des Audi RS3 Sportback

Auf dem Asphalt eine Rakete, bietet der Audi RS3 Sportback den Platz eines herkömmlichen A3 für den Alltag. Beim Einsteigen wirkt alles vertraut: sportlich-elegant, klar gestaltet und aufgeräumt. Auch die Instrumente lassen sich bestens ablesen. Fühlen sich problemlos bis zu zwei Meter lange Menschen vorne wohl, finden selbst im Fond noch Mitfahrer bis zu einer Größe von knapp über 1,80 Meter ausreichend Platz.

Typisch Audi: Die Verarbeitung im Innenraum zeigt sich auf einem hohen Niveau. Die für viel Seitenhalt sorgenden Sportsitze tragen Bezüge aus Feinnappaleder mit roten Kontrast-Nähten. Sogar die Türverkleidungseinsätze und die Kniepads an der Mittelkonsole führten die Macher in Alcantara aus. Das Armaturenbrett besitzt eine Softtouch-Oberfläche, die einen großen Vorteil bietet: dieses Material ist pflegeleicht und sieht nach vielen Jahren, trotz Sonnenstrahlung, noch immer genauso aus wie zu Beginn.

Das unten abgeflachte RS-Multifunktions-Sportlenkrad bezog Audi mit Leder und Alcantara. Das Fahrerinformationssystem (FIS) bringt dazu eine Ladedruckanzeige, ein Ölthermometer und einen Laptimer mit. Akzente setzen darüber hinaus die Pedalerie und die Fußstütze aus Edelstahl.

Das Komfortpaket erweist sich als attraktive Option und bringt angenehme Features wie elektrisch einstellbare und beheizbare Vordersitze, Vier-Wege-Lendenwirbelstützen, automatisch abblendende Außenspiegel sowie einen Licht- und Regensensor mit.

Freies Surfen im Audi RS3 Sportback

Die Infotainment- und Fahrerassistenzsysteme aus der A3-Reihe bis zur „MMI Navigation plus“ mit „MMI Touch“ sind ohne Einschränkung auch im neuen Topmodell zu haben. Der gut im Blickfeld positionierte, hochauflösende 7-Zoll-Monitor (17,8 Zentimeter Bildschirmdiagonale) zeigt das Kartenbild in detaillierten 3D-Grafiken. Über die integrierte Bluetooth-Schnittstelle koppelt die „MMI Navigation plus“ Handys und mobile Player an.

Über den integrierten WLAN-Hotspot können die Beifahrer frei surfen und mailen. Für den Fahrer bringt „Audi Connect“ maßgeschneiderte Internet-Dienste von Audi ins Auto, die von der Navigation mit Bildern von Google Earth und Google Street View über Online-Verkehrsinformationen bis zur Smartphone-App „Audi Music Stream“ reichen. Nachrichten- und Info-Services sowie Parkplatzinformationen mit freien Parkplätzen und deren Gebühren sowie der Zugriff auf Facebook und Twitter runden das Angebot ab.

Fahrerassistenz-Systeme: Dieses Feature wissen RS-Fahrer zu schätzen

Noch souveräner gestaltet sich das Fahren im neuen Audi RS3 Sportback mit den hochentwickelten Assistenz-Systemen. Auf Wunsch gibt es unter anderem den „Audi Side Assist“, der den Spurwechsel per Radarmessung nach hinten absichert, und den „Audi Active Lane Assist“, der den Fahrer auf Wunsch durch kontinuierliche Lenkkorrekturen unterstützt oder vor dem unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur warnt. Die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung dürfte sich für viele RS-Fahrer als besonders hilfreich erweisen, um das aktuelle Tempolimit nicht aus den Augen zu verlieren. Eine Rückfahrkamera und eine Einparkhilfe erleichtern den Parkvorgang.

Kofferraum: Echte Qualitäten für den Alltag und die Reise

Selbst auf Reisen brauchen Fahrer des Audi RS3 Sportback nicht zu verzichten. Der Kofferraum fasst für das Segment gute 280 Liter Ladevolumen. Mit umgeklappten Rücksitzlehnen entsteht eine fast ebene Ladefläche und das Gepäckvolumen steigt auf 1.120 Liter. Die Ladekante liegt niedrig, die Ladestufe nach innen könnte allerdings ein wenig flacher ausfallen. Darüber hinaus gibt es neben einem großen Gepäcknetz außerdem Verzurrösen, um Gegenstände ohne Verrutschen unterbringen zu können. Zahlreiche Ablagen im Innenraum - vorne wie hinten - bieten Stauraum für kleine Mitbringsel.

Fazit:

Der neue Audi RS3 Sportback ist ein Monster unter den Kompakt-Sportlern, das im Vergleich zum Vorgänger an Agilität und Dynamik gewann. Beeindruckend ist insbesondere, mit welch brutaler Kraft und Geschwindigkeit der Audi RS3 Sportback auf Geraden nach vorne schießt und auf hemmungslose Vollgaseinlagen geradezu wartet. Dank der Elektronik werden schlechte Fahrer zu guten Fahrern und erleben echten Fahrspaß, während geübte Cracks für Schub in allen Situationen die Sicherheitslimits hochsetzen oder gleich deaktivieren.


Technische Daten Audi RS3 Sportback 2015:

Antriebsart: Allradantrieb
Hubraum: 2.480 cm³
Leistung: 270 kW/367 PS bei 5.550-6.800 U/min
Drehmoment: 465 Nm bei 1.625-5550 U/min
Getriebeart: 7-Gang S tronic (Doppelkupplungsgetriebe)
Vmax: 280 km/h (elektronisch abgeregelt)
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,3 Sekunden
Durchschnittsverbrauch: 8,3 l/100 km
CO2-Emission: 194 g/km
Preis: ab 52.700 EUR

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