Audi A3 Sportback e-tron Test: Geklärt - die heiße Frage der Sportlichkeit

, 26.11.2014


Immer nur sparen, sparen, sparen und über die Straße kriechen. Schluss damit! Audi bezeichnet den neuen A3 Sportback e-tron als „Performance-Car“, das ökologisch fahren kann. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen: ein echter Autoenthusiast möchte es schließlich bei Bedarf krachen lassen und einfach nur Spaß haben. Wir nahmen daher den Audi A3 Sportback e-tron richtig heran, um zu sehen, wie groß der Fahrspaß beim Kurvenwildern mit dem Extra-Boost ist, aber auch, welches Sparpotential in dem Plug-in-Hybriden bei ganz normaler Fahrweise in der Stadt steckt. Das Ergebnis: echt sexy.

Noch hängt der kompakte Hybride brav am Ladekabel, das in der Anschlussbuchse hinter den vier Audi-Ringen im Kühlergrill steckt. Doch die Optik zeigt es bereits: Audi sorgte für einen sportlich-eleganten Auftritt. Die Karosserie zeigt sich attraktiv gestreckt, während die Front durch einen mattschwarzen Kühlergrill besticht und ein Spoiler die gespannte Kuppel des Daches krönt. Stilvolle Seitenschweller unterstreichen die Dynamik.

Exklusiv auch die neu gestaltete Heckschürze mit einem schwarzen Diffusor und zwei horizontalen Chromstreben. Statt kleiner, langweiliger Felgen stellt sich der Audi A3 Sportback e-tron bei unserem Testwagen selbstbewusst mit attraktiven 17-Zoll-Rädern im Turbinen-Design und Reifen im Format 225/45 R17 zur Schau.

Für Power ist gesorgt: Zwei Herzen schlagen in der Brust

Vorab die nackten Zahlen: 150 kW (204 PS) Systemleistung und 350 Nm von 1.600 bis 3.500 U/min bietet der Audi A3 Sportback e-tron - das ist fast so viel Power wie sie der VW Golf GTI (220 PS) besitzt. Als Benzinmotor dient ein 1.4 TFSI mit 110 kW (150 PS). Dazu kommt ein 75 kW (102 PS) starker Elektromotor, den die Macher in das eigens konzipierte 6-Gang-S-tronic-Doppelkupplungsgetriebe integrierten.

Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert hybridisch nur 7,6 Sekunden. Erst bei 222 km/h endet der Vortrieb. Audi gibt in Verbindung mit den 17-Zoll-Felgen den durchschnittlichen Verbrauch mit 1,6 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern an. Die elektrische Reichweite beträgt bis zu 50 Kilometer und der Turbo-Benziner verlängert die Reichweite um bis zu weiteren 890 Kilometern.

Herausforderung City: Ist die Verbrauchsanzeige defekt?

Das Ladekabel aus der Steckdose gezogen, geht es nun ab. Es fühlt sich an wie ein lautloser, kraftvoller Schub: Still und rein elektrisch angetrieben, prescht der frontgetriebene Audi A3 Sportback e-tron los. Das Anfahren mit der E-Maschine, die ihr maximales Drehmoment von 330 Nm praktisch vom Start weg bis etwa 2.200 Touren konstant hält, begeistert. Für den Spurt von 0 auf 60 km/h vergehen nur 4,9 Sekunden. Doch nach wenigen Metern geht es nicht mehr weiter: ein Stau und anschließend zähfließender Verkehr. Die Stadt will uns herausfordern. Das kann sie haben!

Statt einen Ausweg zu suchen, stürzen wir uns in das Verkehrsgetümmel, nutzen bewusst den wahrscheinlich von den meisten Fahrern genutzten „Hybrid Auto“-Modus, der automatisch die elektrische Energie im Zusammenspiel mit dem Verbrennungsmotor optimal nutzt, um einen minimalen Kraftstoffverbrauch zu erzielen. Strategien zum extremen Spritsparen lassen wir außer Acht. Schließlich soll der Audi A3 Sportback e-tron beweisen, wie hoch das Sparpotential bei normaler, dem Verkehrsfluss angepasster Fahrweise ist.

Stop-and-Go-Verkehr, dann wieder schnellere Passagen - flink bewegt sich der Hybrid-Audi durch den Stadtverkehr. Das Zusammenspiel zwischen Benziner und Elektromotor funktioniert dabei völlig ruckfrei. In anderen Autos würde jeder denken, dass die Verbrauchsanzeige defekt sei: Zwischenzeitlich liegt der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch bei nur 1,2 Litern auf 100 Kilometern. Nach 35 Kilometern beenden wir die City-Fahrt und kommen auf einen kombinierten Verbrauch von nur 1,5 Litern Benzin pro 100 Kilometer. Die Strecke legten wir zu 88 Prozent rein elektrisch zurück, während der Benzinmotor bei nur 12 Prozent der Fahrt zum Einsatz gelangte.

So kann man den Nachbarn imponieren

Derjenige, der seinen Nachbarn imponieren und ganz cool rein elektrisch vor die Haustür gleiten möchte, dem sei ebenfalls der „Hybrid Hold“-Modus zu empfehlen, um die Energie in der Batterie für später zu speichern. Ist die Batterie leer, lässt sich diese während der Fahrt im „Charge“-Modus aufladen - in puncto Verbrauch allerdings am ineffizientesten.

Aber ernsthaft: Sollte es in Städten Umweltzonen geben, in der ausschließlich Elektroautos erlaubt sind, stellt das für den Audi A3 Sportback e-tron kein Problem dar. Dazu schaltet der Fahrer einfach in den EV-Modus für elektrisches Fahren. Bevor die Batterie beim Eintritt in die Umweltzone leer ist und noch einige Kilometer zurückzulegen sind, empfiehlt sich in der Tat der Modus „Hybrid Hold“.

Jetzt wird richtig Strom gegeben

Mit voller Batterie - an einer Industriesteckdose dauert eine Vollladung kaum mehr als zwei Stunden, an einer haushaltsüblichen Steckdose in Deutschland etwa drei Stunden und 45 Minuten - folgt nun der Teil des Tests mit der größten Passion. Raus aus der Stadt, ab in die Berge. Auf dem Weg dorthin werfen wir noch einen Blick auf den EV-Modus: Sogar bei konstant 100 km/h läuft im EV-Modus in der Regel nur der Elektromotor, solange die Energie in der Batterie ausreicht - erst bei 130 km/h endet der rein elektrische Betrieb.

Trete ich das Fahrpedal voll durch, aktiviert sich der Hybrid-Modus und der Verbrenner schaltet sich kaum spürbar zu. Durch die Wahl des sportlichen Programms „S“, arbeiten beide Motoren bereits eher zusammen. Der Boost setzt früh ein und der Audi A3 Sportback e-tron beschleunigt impulsiv mit 350 Nm Systemdrehmoment. Wird hingegen im Programm „D“ das Fahrpedal entlastet, schaltet das Hybrid-System beide Antriebe ab - das ist das sogenannte Segeln, wobei der Audi A3 Sportback e-tron durch Rollen eine maximale Weite erzielt.

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