Nissan Juke Test - Eher Cross als Over

, 02.03.2012


Wer den Nissan Juke das erste Mal auf der Straße sieht, mag sich schnell fragen, welche Zielgruppe die Japaner mit diesem Fahrzeug erreichen möchten. Genau das haben wir versucht, herauszufinden und sind auf ein erstaunliches Ergebnis gekommen. Als Testwagen begleitete unseren Redaktionsalltag für zwei Wochen der 190 PS starke Nissan Juke 1.6 DIG-T 4x4 mit Automatikgetriebe, ein Fahrzeug, das durchaus polarisiert.

Rein optisch fällt die Entscheidung schwer, ob man vor einem eher sportlichen Coupé mit mehr Bodenfreiheit als normal oder vor einem eher flachen SUV steht. Die Heckleuchten sind sehr stark an die des Nissan 370 Z angelehnt, wogegen die oberen Frontleuchten eher an den Nissan Micra erinnern. Es wird schon auf den ersten Blick klar, dass sich dieses Auto nicht mit einfachen Worten beschreiben lässt, da die Form sehr komplex gestaltet ist.


Antrieb sorgt für verdutzte Blicke

Das Fahrverhalten des Nissan Juke überzeugt. Während des gesamten Tests gab es zu keiner Zeit ein Untersteuern - ein Übersteuern lässt sich hingegen bei leicht rutschiger Fahrbahn dagegen durchaus erzwingen. Wirklich positiv zu erwähnen ist die Durchzugsstärke des 1,6 Liter großen Turbomotors, der sich durch 190 PS bei 5.600 U/min und ein maximales Drehmoment von 240 Nm zwischen 2.000 und 5.200 Touren auszeichnet.

Speziell im „Sport“-Modus geht ab ca. 2.500 bis 3.000 U/min die Post ab. Dadurch ernteten wir öfters verdutze Blicke, wenn man einen vermeintlich „Großen“ an der Ampel stehen lässt. Auf längeren Strecken fällt ebenso der Reisekomfort positiv auf - einzig der relativ hohe Lärmpegel (ab ungefähr 160 km/h sehr laut) stört diesen ein wenig. Der Durchschnittsverbrauch lag bei unserem Testwagen nach knapp 2.600 gefahrenen Kilometern bei 12,1 Litern. Den Normverbrauch gibt Nissan mit 7,6 Litern pro 100 Kilometer an, was in der Realität bei normaler Fahrweise jedoch unerreichbar zu sein scheint.


Großes Vergnügen abseits befestigter Straßen

Mit seinen Fahreigenschaften im Gelände macht der Nissan Juke diesen Verbrauch zwar nicht komplett wett, aber nimmt ihm ein wenig Wind aus den Segeln; denn besonders offroad punktet der Juke. Wir testeten den kleinen Crossover ausgiebig abseits der Straßen und waren mehr als positiv überrascht. Der Federkomfort und der Vortrieb im Gelände sind für so ein Fahrzeug wirklich beeindruckend. Mit dem zuschaltbaren Allradantrieb zieht der Juke einen Fahrer ohne jegliche Probleme aus fast jedem Matschloch wieder heraus, wodurch dieses Auto auch für Förster oder Waldarbeiter wirklich interessant werden könnte.

Zurück auf normalen Straßen kann man es auch mal krachen lassen. Laut Tacho schafft der Juke 210 km/h ohne Probleme und wirkt zu keiner Zeit unkontrollierbar oder überfordert. Im Gegenteil: Bei hohen Geschwindigkeiten scheint das Fahrwerk an Stabilität zu gewinnen. Ein wirklicher Schwachpunkt dagegen ist, dass der kompakte SUV jeder Spurrille hinterherrennt wie ein räudiger Hund. Wer auf einer Landstraße mit ausgefahrenen Spuren unterwegs ist, sollte zu jeder Zeit wachsam am Steuer sein.

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