Seat Mii Test: Der Preisbrecher unter den Kleinen

, 29.10.2012


Notbremsfunktion: Der Mii blickt voraus und bremst von selbst

Für jeden Seat Mii, unabhängig von der Ausstattungslinie, ist gegen einen Aufpreis von nur 225 Euro die aktive, lasergestützte Notbremsfunktion „City Safety Assist“ erhältlich, die sich automatisch bei Geschwindigkeiten von 5 km/h bis 30 km/h aktiviert. Das System scannt per Lasersensor einen Raum von 10 Metern vor dem Mii und erfasst so die Gefahr einer drohenden Kollision. Je nach Tempo und Situation kann die Notbremsfunktion via automatischem Bremseinsatz die Unfallschwere reduzieren und mitunter sogar den Aufprall vermeiden.

Serienmäßig besitzt der Seat Mii darüber hinaus ein Antiblockiersystem (ABS) und ein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) samt Antiblockiersystem mit elektronischer Bremskraftverteilung, Antischlupfregelung und Bremsassistenten. Ebenfalls ohne Aufpreis stattet Seat den kleinen Mii mit einem Fahrer- und Beifahrer-Airbag sowie Kopf-Thorax-Airbags aus. Sollte ein Passagier im Fond einmal nicht angegurtet sein, wird der Fahrer über eine Anzeige gewarnt.

Mit der Höchstnote von fünf Sternen im renommierten Euro-NCAP-Crashtest würdigten die Prüfer das Gesamtpaket aus Insassenschutz, Kindersicherheit, Fußgängerschutz und Sicherheitsausstattung. Damit beweist der Mii, dass sogar ein Kleinstwagen in puncto Sicherheit groß auftrumpfen kann.

Interieur: Kompromisslos gute Raumausnutzung

Von außen ultrakompakt, bietet der Seat Mii dank seiner optimalen Raumausnutzung dennoch ausreichend Platz für vier Personen. Fahrer, Beifahrer und die Passagiere im Fond fahren damit in einem kompakten, aber keineswegs beengten Fahrzeug, das sogar im Fond für Erwachsene bei Fahrten im urbanen Umfeld ausreichend Platz bietet. Familien mit kleinen Kindern werden sich freuen, dass der Mii sogar eine Isofix-Vorbereitung mit Top-Tether-Befestigungen auf den äußeren Rücksitzen besitzt.

Insgesamt vermittelt das Interieur eine großzügige Atmosphäre mit einer imposanten Innenraumbreite. Derweil bieten die recht komfortablen Sitze mit integrierten Kopfstützen einen guten Seitenhalt. Der Fahrersitz lässt sich ebenso in der Höhe verstellen wie das Lenkrad, um eine gute Sitzposition zu erzielen.

Etliche Ablagen in der Mittelkonsole, im Handschuhfach und den Türen bieten viel Stauraum und unterstützen den funktionellen Anspruch des Seat Mii in der Stadt. In den Türverkleidungen integrierte Seat Ablagen für 1-Liter-Flaschen, während sich in der Mittelkonsole, am Ende des Mitteltunnels und zu beiden Seiten der hinteren Sitzbank insgesamt vier Cupholder befinden. Zudem sitzt eine 12-Volt-Steckdose in der Mittelkonsole. Darüber hinaus verfügt der Mii Style über ein geschlossenes Handschuhfach samt praktischem Halter für Stifte und Brille. Zusätzliche Ablagemöglichkeiten im Fond würden die Funktionalität weiter aufwerten.

Schwitzen oder Frieren braucht niemand im Mii: Gegen einen Aufpreis von 540 Euro steht eine Klimaanlage zur Verfügung. Selbst auf beheizbare Vordersitze braucht der Kunde gegen einen kleinen Aufpreis von 200 Euro nicht zu verzichten.

Gut verarbeitetes und sauber gefertigtes Plastik bestimmt den Innenraum, während die Türen und der Kofferraum keine komplette Verkleidung erhielten. Optisch stört das nicht wirklich und es ist zu bedenken, dass der Seat Mii für unter 9.000 Euro zu erwerben ist. Andererseits kann die Lackschicht dort schnell Schaden nehmen. Als angenehm erweist sich, dass das aufgeräumte und selbsterklärende Cockpit nur mit dem Nötigsten ausgestattet und auf den Einsatz in der Stadt vollkommen passend zugeschnitten ist. Ebenso wohltuend: kein Rappeln und Klappern im Innenraum.

Zu verbessern wäre allerdings auf der Fahrerseite ein Schalter für das elektrische Fenster des Beifahrers zusammen mit einer Ab-/Aufautomatik. Aktuell muss sich der Fahrer dazu umständlich auf die andere Seite beugen, um dort den Schalter zu betätigen. Keine unwichtige Funktion: Wer war nicht bereits alleine unterwegs und hat in einer Stadt angehalten, um einen Passanten auf dem Gehweg nach dem Weg zu fragen?

Die Rundumsicht ist gut. Beim Blick nach hinten lässt sich das Fahrzeugende während des Einparkens bestens erkennen. Da die Motorhaube steil abfällt, erweist sich das an der Front etwas schwieriger. Optional erhältlich ist allerdings im Rahmen eines „Comfort“-Paketes für den Seat Mii Style ab 350 Euro hinten eine Einparkhilfe; ebenso enthalten sind ein Tempomat und eine Multifunktionsanzeige.

Infotainment: Beste Eigenschaften an Bord

Für einen Aufpreis von lediglich 350 Euro ist das „Seat Portable System“ erhältlich, ein portables Infotainment-System mit Navigation, Media-Player, Bordcomputer und eine Bluetooth-Telefonfreisprecheinrichtung. Das zusammen mit dem deutschen Navigationssystemhersteller Navigon entwickelte System weist nicht nur im Auto zuverlässig den Weg, sondern auch mobil außerhalb des Fahrzeuges. Dazu lässt sich das Gerät mit nur einem Handgriff herausnehmen.

Die Steuerung des Infotainment-Systems erfolgt bequem und einfach über einen 5 Zoll großen, gestochen scharfen Farb-Touchscreen, der durch das Einklicken in eine stabile Halterung auf der Mittelkonsole befestigt und dabei mit der Elektronik des Fahrzeugs vernetzt wird. Die Position lässt sich vom Fahrer bestens einsehen und bedienen.

Im Menübereich „Navigation“ befindet sich das Navigationssystem, das Kartenmaterial für insgesamt 37 Länder beinhaltet. Der Menübereich „Fahrzeug“ bietet alle relevanten Informationen des Bordcomputers wie Reichweite, Verbrauchsdaten, Fahrzeit und Geschwindigkeit. Eine digital erzeugte, aber analog erscheinende Instrumententafel zeigt Drehzahlmesser, Öl- und Kühlmitteltemperatur an. Sogar Daten wie den Füllstand des Wischwassers hält das System bereit.

Bei einer Kombination mit dem Sound-Paket, das für den Mii Style 400 Euro kostet, erfolgt im Menübereich „Media“ die Steuerung von Radio und CD bzw. MP3-Player ebenfalls über das „Seat Portable System“. Musik lässt sich dann per Radio, Micro-SD-Kartenleser (für Karten bis 32 Gigabyte) oder den CD/MP3-Player des Musik-Systems hören und steuern. Via Bluetooth ist sogar das Abspielen von mobilen Musikträgern möglich.

Als Herzstück des Menübereiches „Telefon“ erweist sich die Freisprechanlage, die in Verbindung mit einem Bluetooth-fähigen Telefon das freie Sprechen ermöglicht. Der Touchscreen bietet neben einer Tastatur das komplette Telefonbuch des angeschlossenen Telefons und die zuletzt angerufenen Telefonnummern. Auch eine Sprachsteuerung und das Vorlesen von SMS während der Fahrt wird ermöglicht.

Per Online-Download lässt sich das „Seat Portable System“ auf aktuellem Stand halten. Über maßgeschneiderte Apps möchte Seat in Zukunft zusätzliche Funktionen anbieten.

Fazit:

Der Mii hat das Zeug dazu, die City aufzumischen. Er ist klein, besitzt aber dennoch große Qualitäten und ist ebenso geräumig wie praktisch. Zu Einstiegspreisen ab nur 8.890 Euro bietet der markante Spanier einen besonders attraktiven Preis für junge Kunden. Das geht nicht zu Lasten der Wertigkeit: Der Seat Mii weiß mit einer guten Verarbeitung, einem überzeugenden Fahrwerk und einer hohen Sicherheit bereits in der Basis zu überzeugen.

Der Seat Mii mag in der Einstiegsvariante in puncto Komfort-Features etwas karg ausgestattet sein. Wer auf das Geld schaut, wird allerdings beim Seat Mii landen und ein überzeugendes wie auch spritsparsames Fahrzeug mit hochwertiger Technik aus dem Volkswagen-Konzern erhalten.

Um sich das Leben zu erleichten, lässt sich der Seat Mii auch mit gehobenen Ausstattungslinien und Zusatzpaketen ausstatten, die das Plus an Komfort bieten. Der Seat Mii ist in der Top-Ausstattung „Style“ bereits ab 9.975 Euro (60 PS) erhältlich bzw. mit 75 PS ab 10.575 Euro.


Technische Daten Seat Mii 1.0 Style:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum: 999 cm³ | Leistung: 55 kW/75 PS | Drehmoment: 95 Nm bei 3.000-4.300 U/min | Vmax: 171 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 13,2 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 4,7 l/100 km | CO2-Emission: 108 g/km | Preis: ab 10.575 EUR

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