Sechs sells: Testbericht Mazda6 2.0 l MZR

, 24.05.2008


Viele Stärken, wenige Schwächen, günstiger Preis: Ob diese Formel auch beim neuen Mazda6 aufgeht, klärt der Test der 2.0 l MZR-Version.

Nach und nach bringen die Hersteller ihre Mittelklasse-Baureihen auf Vordermann. Erst Ford den Mondeo, dann Mercedes die C-Klasse und Audi den A4. Nun zieht auch Mazda nach und bringt den neuen 6er auf den Markt. Den Japanern ist es gelungen, die inzwischen sehr bieder wirkende Baureihe mit einem Schlag jugendlich frisch wirken zu lassen. Doch wie stehen die Chancen, in diesem hart umkämpften Segment nach vorne zu kommen? Der Testbericht des 147 PS starken 2.0 l MZR-Benziners in der Stufenheckversion gibt die Antwort.

Design

So stellt man sich das vor: Hat der Vorgänger Staub angesetzt, verpasst man dem Nachfolger ein modernes Outfit, ohne eine Designrevolution loszutreten, die eher verschrecken als entzücken könnte. Mazda-typisch wölbt sich die Motorhaube sanft in Richtung A-Säule, prägen der markante Fünfeck-Grill und mandelförmige Scheinwerfer das Gesicht. Die Dachlinie schwingt sich sanft nach hinten, die attraktiven 17-Zoll-Felgen rotieren in ausgestellten Radhäusern. Schick auch das Heck, das hoch ansetzt, aber nicht zu wuchtig wirkt. Das Manko einer schlechten Rundumsicht teilt der Mazda6 mit vielen anderen schick gestylten Autos.

Karosserie/Innenraum

In punkto Platzangebot bietet der 6er Klassenstandard, wenn er auch vorne etwas eng geschnitten ist. Hinten sind die Kopf- und Ellbogenfreiheit üppig. Wichtig für Hobby-Spediteure: Mit 519 Litern Rauminhalt ist das Gepäckabteil üppig bemessen. Mit einer Zuladung von 610 Kilogramm nimmt der Japaner in dieser Disziplin in seiner Klasse eine Spitzenposition ein. Auch die bequemen Sitze mit ordentlichem Seitenhalt hinterlassen einen guten Eindruck.

Der neue Mazda6 zeigt sich sehr bediensicher: Die Tasten sind logisch angeordnet und gut zu unterscheiden. Vieles lässt sich über das Lenkrad steuern, ohne dass dieses überladen wirkt. Das Cockpit präsentiert einen optisch und haptisch angenehmen Materialmix und eine über jeden Zweifel erhabene Verarbeitung, die Instrumente lassen sich gut ablesen.

Antrieb/Fahrwerk

Einen eher zwiespältigen Eindruck hinterlässt der nominell 147 PS starke 2.0 l MZR-Motor. Denn allzu oft wird der Vierzylinder-Benziner ein Opfer seiner Durchzugsschwäche. Ein flotter Zwischenspurt erfordert grundsätzlich einen niedrigeren Gang, um die Drehzahl hoch und das Aggregat damit bei Laune zu halten. Der von Mazda versprochene Normverbrauch von sieben Litern ist dann kühnes Wunschdenken. Will man mithalten, wird es gern zweistellig.

Dabei könnte das Fahrwerk ein sportlicheres Triebwerk gut vertragen: Straff abgestimmt, liegt der 6er wie das sprichwörtliche Brett auf der Straße. Er lenkt agil ein (auch wenn Lenkung eine Spur zu leichtgängig ist), untersteuert nur bei heftiger Provokation und hält stur die Spur. Auf kurvigem Geläuf merkt man schnell, dass die Ingenieure den Mittelklässler beim Modellwechsel auf Diät gesetzt haben. Der neue Mazda6 ist bis zu 35 Kilo leichter als der alte und präsentiert sich entsprechend leichtfüßig. Die Kehrseite der Medaille: der Federungskomfort leidet. Stöße filtert die Konkurrenz souveräner weg, trotzdem bleibt beim Mazda alles im erträglichen Rahmen. Überzeugender: Das gut gestufte und knackig zu schaltende Sechsgang-Getriebe.

Kosten

Als 2.0 l MZR kostet der neue Stufenheck-6er in der Exclusive-Variante 25.700 Euro. Dabei ist er sehr reichhaltig ausgestattet: Das Sicherheitspaket ist ab Werk schon komplett. Hinzu kommen elektrische Fenster und Spiegel, Klimaautomatik, Licht- und Regensensor, MP3-Radio mit Sechsfach-Wechsler und 17-Zoll-Alufelgen. Es gibt nur fünf Posten auf der Aufpreisliste, und unser 27.420 Euro teurer Testwagen hat nur auf die Fünfgang-Automatik und das Schiebedach verzichtet. Da auch die Versicherungseinstufungen stimmen (KH18, VK19, TK21), fällt im Kostenkapitel nur der hohe Verbrauch negativ auf.

Fazit

Der neue Mazda6 ist ein schicker, geräumiger und günstiger Vertreter der Mittelklasse. Er könnte auch ein dynamischer sein. Voraussetzung dafür ist aber ein anderer Motor (Zweiliter-Diesel oder 2.5 MZR), denn das Fahrwerk genügt definitiv sportlichen Ansprüchen. Dass darunter der Federungskomfort leidet, ist ein kleines, der hohe und weit von der Werksangabe entfernte Verbrauch ein großes Manko.

Technische Daten (Werksangabe)

Leistung: 108 kW (147 PS) / 6.500 U/min
Max. Drehmoment: 184 Nm / 4.000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 214 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h: 9,9 s
Durchschnittsverbrauch: 7,0 l / 100 km
CO2-Emission: 166 g/km
Grundpreis: 25.700 Euro

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