Subaru WRX STi Test: Pures Rallye-Feeling für die Straße

, 04.10.2013


Gab es den 300 PS starken Impreza WRX STI ab 2007 nur noch als Fünftürer, bekam er nach großem Zuspruch der JDM-Fans (Japanese Domestic Market) drei Jahre später endlich wieder Gesellschaft von einem Stufenheck-Pendant. Eingefleischte Impreza-Fans warteten lange darauf und wurden nicht enttäuscht. Nach zahlreichen Anfragen der Fangemeinde entschloss sich Subaru, den viertürigen Alltagssportler erneut ins Programm aufzunehmen. Ob der WRX STi hält, was die Rallye-Optik verspricht, klären wir im folgendem Testbericht.

Zu Beginn etwas nostalgische Geschichtsaufarbeitung: Seit 1994 hat Subaru die Sportversion im Programm und feierte damit zahlreiche Erfolge in der Rallye-Weltmeisterschaft, die nicht zuletzt dank einer starken JDM-Szene aus dem WRX STi ein echtes Kultobjekt machten. Der Subaru Impreza WRX STI heißt seit Herbst 2010 nur noch WRX Sti und der Beiname „Impreza“ verschwand. Die Herkunft und Bedeutung des Wortes „Impreza“ ist ungeklärt. Angenommen werden eine Ableitung des englischen Wortes „impress“ (zu Deutsch „beeindrucken“) oder aber des italienischen „impresa“ („Unternehmen“ oder „Betrieb“).

Permanenter Allradantrieb sorgt auf jedem Terrain für ein breites Grinsen

Der 2,5 Liter große Turbo-Boxer sorgt mit 16 Ventilen, zwei obenliegenden Nockenwellen und natürlich einem Turbolader für eine standesgemäße Leistungsausbeute von 300 PS. Nicht weniger beeindruckend ist das Drehmoment von 407 Nm. Dank permanentem Allradantrieb ist so gut wie kein Schlupf vorhanden, was auch auf unbefestigtem Terrain, wie zum Beispiel Schotterpisten oder losen Waldwegen, zu Beschleunigungsorgien führt. Den Spurt schafft der Subaru WRX STi von 0 auf Tempo 100 in nur 5,2 Sekunden. Der Vortrieb endet zwar bereits bei einer elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h, aber der Nippon-Racer versteht sich nicht als Highspeed Renner, sondern vielmehr als Kurvenheld mit Rallye-Genen.

Der WRX STi ist ein wahrer Handling-Künstler und lässt sich millimetergenau durch jede Kurve tänzeln. Dabei liegt der Japaner jederzeit souverän und satt auf der Straße, gibt ein gutes Feedback an den Fahrer und ist dabei messerscharf kontrollierbar. Der Tritt ins Kreuz beim Beschleunigen ab ca. 3.000 Umdrehungen, sobald man das klassische Turboloch überwunden hat, sorgt unweigerlich für ein breites Grinsen auf dem Gesicht des Fahrers.

Mit dem sogenannten SI-Drive des Subaru WRX STi lassen sich drei Einstellungen wählen, um die Fahrdynamik und die Charakteristik des Fahrzeugs auf die jeweilige Situation anzupassen. Der „Intelligent Mode“ sorgt für eine weiche, nachdrückliche Kraftentfaltung und erleichtert das Fahren im Stadtverkehr bei unteren und mittleren Drehzahlen mit einem optimierten Kraftstoffverbrauch.

Währenddessen liefert der „Sport Mode“ die jeweils ideale Leistung, folgt willig den Gasbefehlen und gestattet sportliches Fahren in den häufigsten Verkehrs- und Straßensituationen. Im „Sport Sharp Mode“ wird der Ladedruck angehoben und frühestmöglich aufgebaut. Die optimale Leistungsentfaltung und ein präzises Ansprechverhalten bietet der „Sport Sharp Mode“, der sportlich anspruchsvolles Fahren auf einem sehr hohen Niveau erlaubt.

Zahlreiche Einstellmöglichkeiten sorgen für messerscharfe Fahrdynamik

Über das „Multi Mode VDC“ lässt sich der Eingriff der Elektronik in drei Stufen vom Fahrer beeinflussen. Der „Normal Mode“ ist als Standard aktiviert und ABS (Antiblockiersystem), EBD (elektronische Bremskraftverteilung), TCS (Traktionskontrolle) und der Stabilitätsassistent (Stability Assist Control) greifen im Bedarfsfall ein.

Für den Drift-Liebhaber empfiehlt sich der „Traction Mode“, bei dem die Traktionskontrolle (TCS) und der Stabilitätsassistent nur noch eingeschränkt arbeiten, während der Turbomotor die volle Leistung liefert. Im „Off Mode“ geht es dann richtig zur Sache: Bis auf ABS lässt sich das System komplett abschalten, was ambitionierte Rallye-Fans besonders freuen dürfte.

Darüber hinaus kann der Fahrer im Subaru Impreza WRX STI entscheiden, wie das System die Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen soll. Das übernimmt entweder der bordeigene elektronische Rechner (automatischer Modus) oder der Fahrer mittels eines Wählschalters. Sperrdifferentiale an beiden Achsen und ein manuell verstellbares Mitteldifferential stehen für ein kaum schlagbares Antriebskonzept.

Den Durchschnittsverbrauch gibt Subaru mit 10,5 Litern Sprit auf 100 Kilometern an, was einem CO2-Ausstoß von 243 g/km entspricht. Aber bei dieser Performance und den agilen Genen, die im Impreza WRX STi stecken und geradezu danach schreien, richtig ausgekostet zu werden, lag der Verbrauch in unserem zweiwöchigen Test etwa 3 bis 4 Liter über dieser Angabe. Doch das ist nicht weiter tragisch; denn was zählt, ist der „Old School“-Fahrspaß, den man heutzutage nur noch selten findet und den wir im Testzeitraum voll auskosten konnten. Das breite Dauergrinsen lässt den Fahrer über den Spritverbrauch gekonnt hinwegsehen.

Im Innenraum dominieren Sportlichkeit und Spärlichkeit

Platz nimmt man im Subaru WRX STi auf sportlich akzentuierten Recaro-Schalensitzen, die einen sehr guten Seitenhalt bieten und den Fahrer fest im Griff behalten. Herumwackeln in engen Kurven? Fehlanzeige! Die Sitze sind gut einstellbar, so dass sie sich gut auf den individuellen Körpertyp anpassen lassen. Mittelbahnen aus Alcantara und rot abgesetzte Nähte werden derweil dem sportlichen Anspruch vollends gerecht.

Das rot akzentuierte Kombi-Instrument und die großzügige Verwendung roter STi-Logos unterstreichen diesen sportlichen Look im ansonsten sehr karg und spärlich ausgestatteten Cockpit. Gerade diese Kombination aus Sportlichkeit und Spärlichkeit, die den raubeinigen Charakter des Subaru WRX STi unterstreicht, schätzen seit jeher die JDM-Fans. Für die Spielkinder gibt es dazu ein nettes Gimmick: Alle Instrumente besitzen eine „Sweep"-Funktion, das heißt beim Einschalten der Zündung leuchten die roten Zeiger auf, „wischen“ einmal bis zum Maximum-Anschlag und pendeln erneut in den Normbereich zurück.

Der Subaru WRX STi macht durch sein martialisches Äußeres auf den ersten Blick klar, dass hier kein langweiliger Impreza daherkommt. Dafür sorgt nicht zuletzt der große Heckflügel auf der Kofferraumklappe, liebevoll Pommestheke genannt, der nach wie vor das markanteste Merkmal der WRX-Version darstellt. Der wuchtig Stoßfänger mit dem voluminösen Lufteinlass und den ovalen Zusatzscheinwerfern verrät die Rallye-Gene ebenso wie die großzügig dimensionierte Lufthutze auf der Motorhaube. Die klassische Farbkombination mit blauem Außenlack und goldenen Felgen unterstreicht diesen Look, geht aber auch mit den silbergrauen Felgen auf unserem Testfahrzeug klar.

Fazit: Der WRX STi übertrifft, was die Rallye-Optik bereits verspricht!

Der allradgetriebene Japaner zählt zweifelsohne zu den seltenen Ikonen im Automobilgeschäft und hat sich seinen „Fame“ auf zahlreichen Schotterpisten dieser Welt über die Jahre hart erarbeiten müssen. Dank seiner messerscharfen, dennoch gut beherrschbaren Fahrdynamik entwickelt man sofort eine ehrliche Sympathie. Das martialische Äußere, das zugegeben etwas prollig wirkt, passt dabei jedoch perfekt zum einzigartigen Fahrgefühl, das der Japaner seinem Fahrer vermittelt und sorgt damit für ein äußerst stimmiges Gesamtbild.

Mit 4,580 Metern Länge bei 1,795 Metern Breite und 1,470 Metern Höhe fällt das Stufenheck-Pendant etwas länger als die fünftürige Steilheckversion (4,415 Meter Länge) aus, ist aber unter eingefleischten JDM-Fans deutlich angesagter. Die klassische Lackierung in Blau, kombiniert mit goldenen Felgen, ist fast schon ein Muss, um den ultimativen Rallye-Look noch stärker zu betonen.

Dieser leicht „prollige Look“ ist einzigartig, unverwechselbar und macht den Subaru WRX STi, gepaart mit den nicht von der Hand zu weisenden extrem stark ausgeprägten Rallye-Genen, nicht nur zu einer echten Ikone, sondern vor allem zu einer puren Fahrmaschine, die ihresgleichen sucht. Der WRX STi verspricht pures Fahrvergnügen sowohl auf der Straße, als auch auf unbefestigtem Terrain, wo der Sportler dem ambitionierten Fahrer gerne sein wahres Gesicht zeigt. Das raubeinige Gemüt, nicht zuletzt durch den aufgeladenen Boxer-Motor hervorgerufen, ist einfach sympathisch, echt und gut einzuschätzen.

Ab ca. 40.000 Euro (Neupreis) bekommt man eine pure Fahrmaschine mit unverwechselbarem Design für Individualisten, die jeden Tag Rallye-Feeling erleben wollen. Dank der robusten Technik und der Langlebigkeit der verwendeten Komponenten ist der Subaru WRX STi insbesondere als Gebrauchtwagen eine echte Option für Individualisten mit einer Vorliebe zur JDM-Szene. Klare Kaufempfehlung!

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