Toyota Yaris Hybrid Test: Das kleine Genie als Preisbrecher

, 06.12.2012


Auf langen, geraden Straßen lässt sich der Benzinmotor bis zu einer Geschwindigkeit von ca. 80 km/h durch ein kurzes und leichtes Bremsen ausschalten, um dann rein elektrisch fahren zu können. Die Stellung „B“ des Schalthebels ermöglicht derweil, die Fahrzeuggeschwindigkeit bei Bergabfahrten oder vorausschauend beim Annähern an eine rote Ampel mittels Einsatz der Motorbremse zu kontrollieren und dabei eine maximale Energierückgewinnung zu erreichen.

Zum Spritsparen trägt ebenfalls der Eco-Modus bei, wobei der Benziner noch zurückhaltender auf die Gasbefehle reagiert und die Klimaautomatik verbrauchsoptimierter arbeitet. Da alleine der Elektromotor 45 kW/61 PS und ein maximales Drehmoment von 111 Nm bereits vom Stand weg stellt, weiß der Yaris Hybrid rein elektrisch durchaus gut anzufahren und ist in der City flott unterwegs.

Bei gemächlicher Fahrweise hält sich der Verbrennungsmotor in puncto Geräuschkulisse erfreulich zurück. Wenn der Fahrer allerdings beherzt auf das Gaspedal drückt und der gemeinsame Vortrieb von Benziner und Elektromotor erfolgt, dreht das stufenlose CVT-Automatikgetriebe den Motor schnell hoch, der dann allerdings zunehmend lauter wird.

Um den bei vielen Hybrid-Fahrzeugen durch das CVT-Getriebe vorhandenen „Gummibandeffekt“ (nach dem Tritt auf das Gaspedal jault der Motor auf und der Vortrieb setzt erst spa?ter ein) zu umgehen, optimierte Toyota das Regelsystem. Gewusst wie: Wird das Gaspedal nicht ganz durchgedrückt, steigt die Motordrehzahl langsamer beziehungsweise linear zur Geschwindigkeit an und vermittelt so ein natürlicheres Fahrgefühl beim Beschleunigen.

Agiles Handling und präzise Lenkung

Da Toyota den Kraftstofftank und die Hybrid-Batterie unter der Rückbank positionierte, realisierten die Macher eine günstige Achslastverteilung und einen niedrigen Schwerpunkt, wodurch der Yaris Hybrid mit einem ausgewogenen Fahrverhalten besticht. Die Dämpfer und Federn passten die Japaner der neuen Achslastverteilung im Hybrid-Modell straffer an. In der Folge verhält sich der Kleine sicher, spurtreu und agil, könnte aber etwas komfortabler ausfallen.

Der Yaris reagiert exakt auf Lenkbefehle. Dank einer leichtgängigen Lenkübersetzung und einem Wendekreis von nur 9,40 Metern zeigt sich der Yaris Hybrid in der City und beim Einparken als wendiger Begleiter. Während der Fahrt sollte die Lenkung allerdings etwas mehr Rückmeldung geben.

Design: Schnittige Aerodynamik als Schlüssel zur Kraftstoffeffizienz

Der Toyota Yaris Hybrid bildet eine Synthese aus kompakten Abmessungen, geräumiger und praxisgerechter Interieur-Gestaltung und einem modernen Karosserie-Design. Bei einem identischen Radstand von 2,510 Metern misst der neue Yaris Hybrid in der Länge 3,905 Meter und somit zwei Zentimeter mehr als der konventionell angetriebene Yaris. Dazu kommen eine Breite von 1,695 Metern und eine Höhe von 1,510 Metern.

Darüber hinaus punktet der Yaris Hybrid mit einem exklusiven, aerodynamisch optimierten Karosseriedesign. Aerodynamik stellt den Schlüssel zur Kraftstoffeffizienz dar. Aus diesem Grund gestaltete Toyota sowohl die Frontpartie als auch die Abdeckungen am Unterboden und die Spoiler im Bereich der Radhäuser neu, um die Luftströmung oberhalb und unterhalb der Karosserie zu optimieren. Im Ergebnis erreicht der neue Vollhybrid den Klassenbestwert von cW= 0,286.

Der große Kühlergrill wird von weit nach hinten gezogenen Scheinwerfern flankiert und fällt besonders flach aus, was zu einer turbulenzarmen Anströmung des oberen Karosseriebereiches beiträgt und den niedrigen Schwerpunkt des Fahrzeuges bestens zur Geltung bringt. Die exklusiven Projektionsscheinwerfer wurden mit verchromten LED-Leisten und Tagfahrleuchten in LED-Technik kombiniert. Die Rücklichter arbeiten ebenfalls mit LED-Technik.

In der Seitenansicht betont eine lange, geschwungene Dachlinie die schlanke Form des Yaris. Kurze Überhänge vorne und hinten sorgen in Verbindung mit einem langen Radstand für ein geräumiges Interieur und ein hohes Gepäckraumvolumen. Markante Aussparungen für die Nebelscheinwerfer und hinteren Rückstrahler an den Flanken des Fahrzeuges tragen dazu bei, die Bildung von Turbulenzen zu unterdrücken. Den Kontakt zum Asphalt halten bei unserem Testwagen 15 Zoll große Leichtmetallfelgen.

Die Heckklappe ist mit einem hybrid-blauen Logo versehen, während die Brems- und Heckleuchten unter einer Klarglasabdeckung mit LED-Technik arbeiten und ein exklusives Merkmal der neuen Hybrid-Version darstellen.

Interieur: Umfangreiche Ausstattung fast ohne Abstriche

Unser Testwagen, ein Toyota Yaris Hybrid Life, wurde mit der mittleren von drei Ausstattungslinien bestückt. Das Cockpit ist fahrerorientiert gestaltet und lässt sich intuitiv bedienen, während der Fahrer in ein Dreispeichen-Lenkrad mit Lederbezug greift. Das Interieur des Yaris Hybrid unterscheidet sich von den anderen Yaris-Modellen durch blaue Applikationen an den Bedienelementen und Sitzen, eine blaue Instrumentenbeleuchtung sowie das „Toyota Touch“-System mit integriertem Hybrid-Energie-Monitor und dem Wählhebel.

Der Toyota Yaris Life ist als Vollhybride zweifellos günstig und dennoch umfangreich ausgestattet. Die Sitze sind bequem und bieten einen guten Seitenhalt, während der in der Höhe verstellbare Fahrersitz sowie das höhen- und längsverstellbare Lenkrad das Einstellen einer optimalen Fahrposition ermöglichen. Sogar im Fond sitzen zwei Erwachsene gut.

Den Blick nach hinten schränken die breiten C-Säulen etwas ein. Dies kompensiert sich allerdings durch die serienmäßige Rückfahrkamera. Da die Motorhaube steil abfällt, lassen sich Hindernisse an der Front bestens einschätzen. Das Einsteigen durch die breiten Türöffnungen und die tief positionierten Schweller fällt ebenfalls leicht.

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15.09.2013


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