Toyota Yaris Hybrid Test: Das kleine Genie als Preisbrecher

, 06.12.2012


Preiswert ist der Toyota Yaris Hybrid, aber Softtouch-Oberflächen lassen sich leider nur auf der Instrumententafel und auf der oberen Türverkleidung vorne finden - sonst beherrscht viel Plastik den Innenraum. Das Plastik ist allerdings gut verarbeitet und strukturiert. Ein Rappeln hört man zu absolut keiner Zeit. Mehr Softtouch-Oberflächen könnten allerdings bei der verwöhnten europäischen Klientel die Wertanmutung weiter steigern.

Serienmäßig an Bord vorhanden sind jedoch unter anderem eine 2-Zonen-Klimaautomatik mit einer separat regelbaren Temperatur für Fahrer und Beifahrer, elektrisch einstellbare Außenspiegel, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und elektrische Fensterheber vorne, bei denen sich leider nur auf der Fahrerseite eine Ab- und Aufwärtsautomatik befindet. Darüber hinaus umfasst das Ausstattungsniveau „Life“ einen zweifach höhenverstellbaren Gepäckraumboden.

Touch & Go: Preiswertes Navigationssystem mit cleveren Extras

Eines der wichtigsten Serien-Features stellt das Multimedia-Audiosystem „Toyota Touch“ mit einem 6,1 Zoll großen Farbtouchscreen-Monitor, einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Lenkradbedienelementen, einem AUX-Anschluss und einer USB-Schnittstelle mit iPod-Steuerung dar. Zugleich lassen sich auf dem Display sowohl die Energiefluss-Anzeige des Hybrid-Systems als auch Verbrauchsinformationen einblenden. Standardmäßig ist „Toyota Touch“ mit einer Rückfahrkamera verbunden.

Für 550 Euro lässt sich die Basisvariante um eine Navigationsfunktion mit einer erweiterten Konnektivität sowie Zugang zu Online-Content zum „Toyota Touch & Go“ erweitern. Das einfach zu bedienende System umfasst alle beliebten Navigationsfunktionen wie etwa eine erweiterte Stauvermeidung sowie eine Anzeige der zulässigen Höchstgeschwindigkeit. Darüber hinaus bietet das aufgewertete Navigationssystem erweiterte Abbiege-Informationen mit realistischer Darstellung von Kreuzungen und Einmündungen, eine Tunnelumschaltung und eine automatische Zoom-Funktion.

Zudem errechnet das System nicht nur die schnellste oder kürzeste Route zum Ziel, sondern auf Wunsch sogar die umweltverträglichste Fahrstrecke. Das System zeigt ferner die voraussichtliche Ankunftszeit an. Die optimierte Routenberechnung bezieht dazu eine Verkehrsdatenbank mit den je nach Tageszeit, Wochentag und Monat unterschiedlichen Durchschnittsgeschwindigkeiten für bestimmte Routenabschnitte mit ein. Zudem weist „Touch & Go“ Funktionen zum Senden und Empfangen von SMS auf, die der Fahrer über das Display des Multimedia-Systems zu bedienen vermag.

In Verbindung mit einem Bluetooth-fähigen Mobiltelefon ermöglicht „Toyota Touch&Go“ über die „Google Local Search“-Funktion den Zugriff auf die riesige Datenbank von „Google Maps“, über die sich Ziele und Sehenswürdigkeiten bequem von zu Hause herunterladen oder direkt als Fahrziel eingeben lassen. Schließlich stehen zahlreiche „Touch&Go“-Apps zum Download bereit, um beispielsweise aktuelle Benzinpreise, die Parkplatzsituation vor Ort oder regionale Wetterdaten abzufragen.

Ein Kleinwagen zeigt Größe bei der Sicherheit

Sicherheit wird bei diesem Kleinwagen groß geschrieben. Neben einem Berganfahrassistenten, der elektronischen Bremskraftverteilung EBD, dem Bremsassistenten BA, der Antriebsschlupfregelung TRC und dem elektronischen Stabilitätsprogramm VSC ist der neue Yaris Hybrid mit dem elektronisch gesteuerten Bremssystem ECB ausgerüstet, das den Einsatz der elektrohydraulischen Bremsanlage und des regenerativen Bremssystems koordiniert. Dazu kommen sieben Airbags, inklusive Knieairbag für den Fahrer.

An der Vorderachse gelangen ferner innenbelüftete Scheibenbremsen zum Einsatz, während hinten Einfachscheiben ihren Dienst verrichten. Das Bremssystem packt kräftig zu, um im Fall der Fälle für die erforderliche Bremsstabilität zu sorgen, könnte sich aber etwas feiner dosieren lassen.

Fazit:

Toyota bietet mit dem Yaris Hybrid nicht als erster Hersteller einen Vollhybriden im Kleinwagen-Segment an. Die Pionier-Rolle übernahm der Honda Jazz. Der Toyota Yaris Hybrid ist allerdings mit 100 PS Systemleistung ähnlich stark wie der Honda Jazz Hybrid mit 98 PS im System, aber mit 3,5 l/100 km sparsamer (Jazz Hybrid 4,5 l/100 km) und in der Anschaffung zu Preisen ab 16.950 Euro günstiger (Jazz Hybrid ab 19.290 Euro).

Der fünftürige Toyota Yaris Hybrid erweist sich als echter Sparer, sogar im Vergleich zum Diesel aus eigenen Reihen: Ist der fünftürige Toyota Yaris Diesel mit 90 PS in der „Life“-Ausstattung mit 17.800 Euro auf den ersten Blick fast zum gleichen Preis erhältlich, kommen zur Ausstattungsbereinigung noch das Automatik-Getriebe, statt der Klimaanlage die Klimaautomatik und das Start-Stopp-System hinzu, so dass sich der Preis nun auf 19.220 Euro summiert und der Hybrid den Preisvergleich gewinnt.

Toyota gewährt auf den neuen Yaris Hybrid eine Vollgarantie von drei Jahren bis zu einer Laufleistung von 100.000 Kilometern. Für viele potentielle Käufer ebenso wichtig: Hinzu kommt eine 5-Jahres-Garantie auf alle Komponenten des Hybrid-Systems bis ebenfalls 100.000 Kilometer. Toyota kann es sich leisten; denn beim Prius Hybrid und Auris Hybrid stellte das Hybrid-System von Toyota seine Zuverlässigkeit bereits unter Beweis.

In puncto Werterhalt vermag der Toyota Yaris Hybrid ebenfalls zu überzeugen. Prognosen gehen davon aus, so Toyota, dass der Yaris Hybrid auch in dieser Disziplin den Klassenprimus stellen wird. Nach drei Jahren und 60.000 Kilometer gehen die Annahmen von Restwerten von 51 Prozent in Deutschland aus.


Technische Daten Toyota Yaris Hybrid Life:

Antriebsart: Frontantrieb | Hubraum Vierzylinder-Benzinmotor: 1.497 cm³ | Leistung Benzinmotor: 55 kW/74 PS | Drehmoment Benzinmotor: 111 Nm bei 3.600 - 4.400 U/min | Leistung Elektromotor: 45 kW/60 PS | Drehmoment Elektromotor: 169 Nm | Gesamtsystemleistung: 74 kW/100 PS | Vmax: 165 km/h | Beschleunigung 0-100 km/h: 11,8 Sekunden | Durchschnittsverbrauch: 3,5 l/100 km | CO2-Emission: 79 g/km | Preis: ab 17.900 EUR

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15.09.2013


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