Audi-Bilanz: "Hätte, wäre, wenn" hilft nichts

, 22.10.2012

Viel entwickelt, zu wenig geleistet: Das Saisonfazit des Wolfgang Ullrich fällt gemischt aus, zumindest die Ausgeglichenheit und zwei Piloten machten Freude

Zu Beginn des DTM-Jahres sah es für Audi nach einer katastrophalen Saison aus, im Laufe der Monate wurde es eine durchschnittliche - mit zwei Laufsiegen in Spielberg und Zandvoort, beide durch Edoardo Mortara. Er und Mike Rockenfeller platzierten sich in der Fahrermeisterschaft auf den respektablen Rängen fünf und vier. Die Herstellerwertung verloren die Ingolstädter erst beim Saisonfinale an BMW: "Wir hatten eine deutliche Tendenz, uns zu verbessern", unterstreicht Wolfgang Ullrich.

Der Sportchef hätte gerne gesehen, wie sich der A5 weiterentwickelt hätte: "Hätten wir noch ein oder zwei Rennen mehr gehabt, hätten wir vielleicht auch die Ergebnisse noch bringen können. Wir müssen das jetzt abhaken." Doch dazu gibt es vielleicht noch die Chance, schließlich wird das Technische Reglement der DTM über den Winter weitgehend eingefroren. "Wir wissen, was alles im Verlauf des Jahres entwickelt worden ist und müssen daran arbeiten, es 2013 zu nutzen."

Regelnovelle 2013 hätte Audi geholfen

Eben diesen Fortschritt mit dem Auto nennt Ullrich einen der Gründe, warum es keine Glamour-Saison für seine Farben war: "Wenn man in einer laufenden Saison so viel entwickelt, wie wir das getan haben, dann kann man das nicht optimal nutzen, weil man durch die Testrestriktionen eingeschränkt ist", erklärt er das Manko mit einem Rückstand gestartet zu sein. Mit der Entscheidung der ITR, dem bestehenden Reglement eine weitere Lebenszeit einzuräumen, kann Audi nicht glücklich sein.

Ullrich erklärt die simple Logik mit einer wenig schmeichelhaften Feststellung: "Es ist für denjenigen, der aktuell nicht siegfähig ist, schwierig. Wir können deutlich weniger weiterentwickeln als normalerweise." Gute Karten für BMW und die wiedererstarkten Mercedes-Mannen also. Doch nicht nur Tempodefizitem, oft kompensiert durch auf mäßigem Niveau geschlossenen Mannschaftsleistungen und garniert mit starken einzelnen Sessions, waren 2012 typisch Audi.

Lob für Rosberg- und Phoenix-Piloten

Es zeichnete sich auch eine Trendwende ab, was die intern beherrschende Stellung Abt-Mannschaft angeht. Der mit vier Fahrzeugen und den beiden Doppelchampions Mattias Ekström und Timo Scheider an den Start gegangene Platzhirsch musste sich in der Teamwertung der Rosberg-Mannschaft geschlagen geben, Phoenix rangiert nur knapp dahinter. Das ist auch Ullrich nicht verborgen geblieben: "Insgesamt haben wir eine sehr starke Fahrermannschaft, was ich als das Positive des Jahres sehe."

Der Audi-Verantwortliche fährt fort: "Genau wie die Tatsache, dass wir es mit allen drei Teams geschafft haben, viele Punkte einzufahren." Apropos Piloten: Auch mit Mortara und Rockenfeller machten unter den vier Ringen zwei auf sich aufmerksam: "Man sieht es auch am Meisterschaftsstand, dass sie die beiden sind, die bei uns immer wieder die besten Ergebnisse einfahren", unterstreicht Ullrich die guten Leistungen Mortaras und Rockenfellers.

Einen Etablierten nimmt er in Schutz: "Eki (Ekström, Anm. d. Red) war derjenige, der immer wieder Highlights gesetzt hat. Ich bin davon überzeugt, dass bei ihm am Sonntag mehr gegangen wäre."

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