"Wieder unfair": Scheider weckt böse Mercedes-Erinnerungen

, 23.05.2016

Timo Scheider zieht sich mit einer harten Aktion in der letzten Runde den Zorn von Gary Paffett und Ulrich Fritz zu - Der Brite tritt trotz einer Entschuldigung nach

Das kommt den DTM-Fans irgendwie bekannt vor: Nach dem Sonntagsrennen in Spielberg gibt es Zoff zwischen Timo Scheider und Mercedes, weil der Audi-Pilot einen Fahrer der Stuttgarter von der Strecke gedrängt haben soll. Was im ersten Moment wie die "Schieb-ihn-raus"-Affäre des Jahres 2015 klingt, ist aber tatsächlich eine neue Situation in der Saison 2016. Kurioserweise stimmen die Eckdaten exakt überein: Wieder Spielberg, wieder letzte Runde, wieder Scheider - und wieder gegen Mercedes.

Was ist passiert? In der letzten Runde des Sonntagsrennens in Österreich kämpft Scheider gegen Gary Paffett um Rang zehn und damit um den letzten Punkt. Nach Kurve 2 will der Mercedes-Pilot innen vorbeiziehen, doch Scheider macht die Tür zu - und Paffett muss aufs Gras ausweichen. "Es ist frustrierend. Im Rennen war unser Auto ziemlich schnell", ärgert sich Paffett, nachdem Mercedes das Qualifying zuvor völlig in den Sand gesetzt hatte.

"Das Auto hat gut funktioniert, und ich konnte die Jungs vor mir relativ leicht einholen. Ich habe mir mein DRS bis zum Ende aufgespart. Ich hatte es also noch - und Scheider nicht mehr", erklärt der Brite und berichtet: "In der letzten Runde machte er in Kurve 2 einen Fehler. Ich versuchte es innen, und da hat er mich einfach aufs Gras gedrückt." Für Paffett ging die Aktion definitiv über die Grenzen des Erlaubten hinaus.

Scheider entschuldigt sich

"Es ist klar, dass er sich drüber aufregt. Das ist auch in Ordnung so. Er hat es probiert, und ich habe mich verteidigt", entgegnet Scheider und erklärt: "Weil ich vor Kurve 2 Kampflinie gefahren bin, war es klar, dass er es innen probiert. Ich fahre nach innen und in dem Moment, in dem ich realisiere, dass er da ist, beziehungsweise dass wir Kontakt hatten, war es eigentlich auch schon zu spät. Dafür habe ich mich bei ihm entschuldigt."

Paffett bestätigt das und erklärt: "Erst hat er gesagt, dass er nichts falsch gemacht hat. Dann gab es zu, dass er es vielleicht doch getan hat - aber er hat sogar sehr viel falsch gemacht". Der Brite ergänzt: "Er sagt, dass er gleich zurückgezogen hat, als wir uns berührt haben. Aber da war ich schon mit vier Rädern auf dem Gras und hätte beinahe einen großen Crash gehabt. Ehrlich gesagt war es ziemlich dumm."

"Man kann auch gerne meine Onboard anschauen: Ich habe das Lenkrad direkt aufgemacht, nachdem der Kontakt zu spüren war", entschuldigt sich Scheider noch einmal und erklärt: "Ich habe keinen in die Leitplanke geschossen, ich habe keinen herumgedreht, von daher war es meiner Meinung nach ein schöner Rennfight." Die Rennleitung sah es ähnlich und sprach lediglich eine Verwarnung gegen den Audi-Piloten aus.

Mercedes stichelt heftig

"Ich habe es auch nicht gemocht", erklärt Audi-DTM-Leiter Dieter Gass, der sich ebenfalls bei Paffett entschuldigte. "Das geht ganz einfach nicht. Das werden wir sicherlich in unseren Abschlussmeetings auch diskutieren", verspricht er. Für die Mercedes-Fraktion scheint das Thema damit aber noch lange nicht erledigt zu sein. Noch am Sonntagabend schreibt Paffett via Twitter öffentlich an Scheider: "Du verdienst diesen Punkt nicht."

Und auch Mercedes-DTM-Teamchef Ulrich Fritz schickt mit einem Lächeln noch einmal eine kleine Spitze in Richtung Audi: "Unser Freud Timo Scheider hat seinem Spielberg-Ruf wieder alle Ehre gemacht und wieder eine unfaire Aktion geritten - damit war es das halt." Scheider, für den das Thema nach der Aussprache mit Paffett eigentlich erledigt war, entgegnet leicht genervt: "Das interessiert mich nicht, was er sagt."

Möglicherweise spielt bei den Mercedes-Aussagen auch der Frust über das verkorkste Spielberg-Wochenende eine entscheidende Rolle. Die Stuttgarter holten am Sonntag keinen einzigen Punkt und liegen in der Herstellerwertung nun auf dem letzten Platz. Scheider holte durch Rang zehn währenddessen seinen ersten Punkt des Jahres. Auch damit dürfte der zweimalige Champion allerdings weit unter den eigenen Ansprüchen liegen.

Jetzt kommentieren
Jetzt bewerten

Zum Bewerten musst Du registriert und eingeloggt sein.

Weitere DTM-News

Die Mercedes-Piloten sahen die Gegner von Audi 2015 häufig nur von hinten

Mercedes vor neuer Saison: "Müssen uns an Audi orientieren"

Pascal Wehrlein holte im vergangenen Jahr den ersten DTM-Fahrertitel für Mercedes seit 2010. Dementsprechend groß war der Jubel in Stuttgart nach der Saison. Gleichzeitig weiß man bei …

Felix Rosenqvist empfahl sich mit seinem Titelgewinn in der Formel-3-EM

Mercedes: Felix Rosenqvist neuer Test- und Ersatzfahrer

Mercedes hat Formel-3-Europameister Felix Rosenqvist als neuen Test- und Ersatzfahrer für die DTM-Saison 2016 verpflichtet. Der 24-Jährige übernimmt damit den Platz von Esteban Ocon, der …

Mercedes hat seinen Kader auf die Teams zur Hälfte neu verteilt

Mercedes: Vier Fahrer wechseln Teams

Die acht Mercedes C 63 DTM werden wie im vergangenen Jahr vom Mercedes-Entwicklungspartner HWA AG, dem Team Mücke Motorsport und dem französischen Team ART eingesetzt. Das Mercedes-AMG DTM Team HWA …

Mercedes-Fahrerkader 2016: Acht Piloten wollen den Stern zum Leuchten bringen

Mercedes stellt DTM-Kader vor: Ocon und sieben alte Bekannte

Kontinuität mit einer französischen Prise frischen Bluts: So lässt sich der neue Kader des Mercedes-DTM-Teams für 2016 beschreiben. Nach dem Gewinn der Fahrer- und der Teammeisterschaft …

Esteban Ocon darf offenbar bald einen Mercedes als Dienstwagen steuern

Wehrlein-Nachfolger: Esteban Ocon vor Mercedes-DTM-Deal

Mercedes hat freie Bahn für die Bekanntgabe seiner DTM-Piloten: Nachdem mit Pascal Wehrlein die Königsfigur im Cockpit-Poker das Brett in Richtung Formel 1 verlässt, scheint der bisherige …

AUCH INTERESSANT
20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

AUTO-SPECIAL

20 unglaubliche Fakten: Pikes Peak und der Fabel-Rekord

Härter, schneller und noch krasser: „Pikes Peak“ ist der „Heilige Gral“ unter den Bergrennen und geht in die Extreme. Volkswagen war dort so schnell wie niemand zuvor und schaffte es, einen …


Motorsport-Total.com

TOP ARTIKEL
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Ford Kuga RS: Ein richtig starker Performance-SUV
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im Sport-Test?
Seat Ibiza FR 2018: Was reißen drei Zylinder im …
News-Abo
Jeden Morgen kostenlos per E-Mail:
Aktuelle Artikel
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
McLaren 600LT Test: Liebe auf den ersten Kick
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die großen Trümpfe
VW T-Cross: Der erste Check - das sind die …
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des Jahres
German Car of the Year 2019: Das beste Auto des …
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der sportliche Einstieg
Skoda Fabia Monte Carlo Test 2019: Der …
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV die Wende?
Jaguar I-Pace Test: Bringt dieser Elektro-SUV …


Speed Heads - Sportwagen- und Auto-Magazin

Das Auto und Sportwagen Magazin mit täglich aktualisierten Auto News, Motorsport News, Auto Tests, Sportwagen Berichten und der streng geheimen Auto Zukunft. Speed Heads ist die Community für echte Auto-Fans und informiert im Sportwagen Magazin über Neuigkeiten aus der Welt der schnellen Autos.

  • emotiondrive Logo
  • Torpedo Run Logo
  • Motorsport Total Logo
  • autoaid Logo