Desaster Deluxe: Vettel dreht sich nach Startcrash ins Aus

, 17.09.2017

Folgeschaden oder Fahrfehler? Sebastian Vettel fliegt nur wenige Meter nach dem Startunfall ab - Warum er die Kontroller verlor, bleibt vorerst unklar

Jeder hat damit gerechnet, dass Sebastian Vettel in Singapur die WM-Führung von Lewis Hamilton zurückholt, doch nach nicht einmal einem Kilometer hat sich die gesamte Situation in der Weltmeisterschaft schlagartig geändert: Nachdem sich zwei seiner Hauptgegner gegenseitig in Kurve 1 abgeräumt hatten, lag Sebastian Vettel an der Spitze des Rennens. Doch dann krachte der Ferrari-Pilot auf dem Weg von Kurve 3 zu 4 in die Mauer. Unklar ist noch, ob es ein Fahrfehler oder ein Folgeschaden war.

Nachdem er eine Attacke von Hamilton auf der Außenbahn abwehren konnte, ging Vettel als Führender durch das anfängliche Nadelöhr des Marina Bay Circuits. Er hatte zuvor im Zuge der Startkollision einen Treffer von Kimi Räikkönen abbekommen. Nach Kurve 3 entschied er sich, auf der rechten Fahrbahnseite in Richtung der anschließenden Rechtskurve zu fahren. Hamilton fuhr versetzt dahinter auf der linken Seite.

Entschuldigung folgt Relativierung

Die Hinterreifen Vettels drehten beim Beschleunigen auf fast gerader Strecke durch, wodurch das Fahrzeug nach links ausbrach. Der viermalige Weltmeister versuchte zu korrigieren, doch der Ferrari SF70H ließ sich nicht wieder einfangen. Bei vollem Gegeneinschlag nach rechts kam es zum Gegenpendler. Er knallte noch auf der Geraden in die Mauer und riss sich die Nase ab. Wenig später gab er auf. Zunächst entschuldigte er sich im Funk beim Thema und tippte auf einen Fahrfehler: "Ich habe mich gedreht, das Auto ist beschädigt. Ich fürchte, das Auto ist beschädigt. Sorry, Jungs!"

Kurze Zeit später relativierte er seine Meinung. Im späteren Interview sagt er: "Ich dachte noch, dass ich trotz der Beschädigung nach dem Start weiterfahren könnte. Doch der Kühler war beschädigt und ich habe Wasserdruck verloren." Ob er sich letztlich auf seinem eigenen Kühlwasser weggedreht hat oder der Dreher ein Fahrfehler war, wird wohl ungeklärt bleiben. Seines Erachtens wäre das Rennen so oder so vorbei gewesen.

Ob er damit von einem eigenen Fahrfehler ablenken will oder zur Zeit des Funkspruchs lediglich noch nicht über die Beschädigung im Bilde war, wird er wohl als Geheimnis noch längere Zeit für sich behalten. Da sich die Fragesteller aus den TV-Medien überwiegend auf die Startkollision konzentrierten, blieben weitere Informationen zum Dreher aus.

Halbes Schuldeingeständnis für Startkollision

Auch für den Startunfall wird sich Vettel noch rechtfertigen müssen. Die Rennkommissare haben einei Untersuchung angekündigt. Während die eigentliche Kollision zwischen Kimi Räikönen und Max Verstappen stattfand, war auch Vettel durch sein Rüberziehen beteiligt. Er gibt zu, Kimi Räikkönen nicht gesehen zu haben: "Ich hatte einen durchschnittlichen Start und habe gesehen, dass er (Max Verstappen; Anm. d. Red.) am Anfang ein bisschen Boden auf mich gutmacht. Dann wollte ich die Linie zur ersten Kurve hin ein bisschen zu machen. Dann hat's auch schon geknallt."

Dass er dann von Kimi Räikkönen getroffen wurde und nicht von Verstappen, habe ihn völlig überrascht, sagt er weiter. "Der muss also noch daneben gewesen sein. Ich habe nur ein Auto gesehen. Es ist richtig Kacke gelaufen, da wir jetzt beide draußen sind." Zudem bekennt er sich damit zumindest teilweise für den Unfall schuldig.

Sollte Lewis Hamilton den Großen Preis von Singapur gewinnen, droht Vettel, mit 28 Punkten Rückstand in der Weltmeisterschaft nach Sepang zu reisen. Trotzdem bleibt er überraschend gelassen: "Es ist kein Weltuntergang. Natürlich hilft es nicht, aber es ist jetzt so. Es wird sicher noch mehr Gelegenheiten geben. Es gibt keinen Frust zu bewältigen. Es geht weiter. Ist natürlich doof jetzt, aber was soll man machen?"

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